Spielebeurteilung

The Elder Scrolls: Skyrim

23.05.2013
Der bereits fünfte Teil der beliebten Rollenspielreihe sorgt vor allem durch spielerische Freiheiten für Langzeitunterhaltung. Man entscheidet selbst, ob man der Hauptstory folgt, Nebenquests annimmt oder ziellos zu Fuß oder Pferd die große Spielwelt bereist. Für Entdeckerinnen und Entdecker ab 16 Jahren.


„The Elder Scrolls“ zählt zu den langlebigsten Rollenspielserien. Bereits 1994 startete die Fantasyreihe und steht bis heute hoch in der Gunst vieler Spieler. Populär wurde diese insbesondere durch die direkten Vorgänger „Skyrims“: Morrowind und Oblivion. Beide setzten Maßstäbe hinsichtlich der Präsentation und boten eine lebendige und glaubhafte Spielwelt. Seitdem steht der Name „The Elder Scrolls“ synonym für moderne Rollenspiele, zahlreiche andere Titel orientieren sich an den von der Serie geprägten Standards.

Der mittlerweile fünfte Teil spielt im namensgebenden Skyrim, zu Deutsch Himmelsrand, dem nördlichen Land des fiktiven Kontinents Tamriel, in welchem alle bisherigen Ableger angesiedelt sind. Wälder, Berge und Schnee dominieren das Land, die Farbpalette lautet Herbst und Winter. Die Dörfer und Städte und ihre Bewohner, die Nord, erinnern an die Zeit der Wikinger. Und die Wildnis ist voller gefährlicher Geschöpfe wie Trollen und Baumwesen. Und: Drachen.

Screenshots

Gleich zu Beginn wird der zu spielende Charakter Zeuge eines Drachenangriffs auf ein Dorf. Eigentlich sollten diese Wesen gar nicht mehr existieren, und wie das in Rollenspielen eben so ist, schlägt sich der Protagonist durchs Land, um herauszufinden, was da vonstattengeht.

Ganz auf sich gestellt – alle bisherigen „The Elder Scrolls“-Spiele sind für Einzelspieler ausgelegt – erkundet man wahlweise in der Ego- oder Third-Person-Perspektive die weitläufige Landschaft, löst zahlreiche Quests, also Aufträge oder Abenteuer, für die Bewohner Himmelrands und schlägt sich, bewaffnet mit Bogen, Schwert oder Magie, gegen zahlreiche Banditen und Fabelwesen durch.
SpieleratgeberNRW
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Pädagogische Beurteilung:

Learning by Doing
„Skyrim“ lebt von seiner Direktheit und Erfahrbarkeit und ist relativ fern von der Undurchsichtigkeit mancher Rollenspiele, die etwa auf komplexen, klassischen Würfelsystemen basieren. Das Motto lautet „Learning by Doing“. Der für Rollenspiele typische Aufstieg vom schmächtigen Landstreicher hin zum unbezwingbaren Weltenretter - und somit das Gefühl, besser geworden zu sein, etwas erreicht zu haben - vollzieht sich nicht mittels purer Zuteilung von Zahlen, sondern durch das Tun. Dazu passt, dass sich der Spieler nicht von Beginn an für eine bestimmte Spielweise entscheiden muss. Anstelle die typische Rolle eines reinen Kämpfers oder Magiers zu übernehmen, können verschiedenste Talente miteinander kombiniert werden. Wenn man seinen Charakter beispielsweise ständig gefundene Kräuter und Beeren mischen lässt, steigt der Alchemiewert und die angefertigten Mixturen werden immer wirksamer. Benutzt der Charakter in den zwar harten, aber nie übertrieben in Szene gesetzten Kämpfen einen Schild, um die Schläge seiner Gegner abzublocken, steckt er bei höherer Erfahrung immer weniger Schaden ein. Dieses Prinzip erscheint glaubhaft und erlaubt eine vielfältige, individuelle Spielweise und ist auch für Rollenspielneulinge schnell erfassbar. Nach und nach erlernt der Spieler so dutzende unterschiedliche Fähigkeiten. Neben den kampfbasierten Talenten waren es im Test vor allem aber die so genannten Crafting-Fähigkeiten, die einen guten Teil zur Motivation beigetragen haben. So kann der Charakter z.B. neue Waffen und Rüstung auch selbst schmieden und diese anschließend verzaubern.

Maskenspiel und Entdeckertrieb
Generell wird Individualität groß geschrieben. Das beginnt bereits bei der Charaktererstellung. Ein schielender Held mit Unterbiss, Tattoos und Irokesenschnitt ? Kein Problem. „Skyrim“ bietet hunderte Einstellungsmöglichkeiten, angefangen bei Geschlecht und Größe, hin zu Naselflügelbreite und Stirnrückstand. Der Umstand, dass die Tester alleine im Charaktereditor mehr Zeit als mit so manch anderem Spiel verbrachten, drückt neben aller Experimentierfreudigkeit das Bedürfnis aus, eine exakt den eigenen Vorstellungen entsprechende Spielfigur zu erstellen, mit der man sich verbunden fühlt, mit der man sich identifizieren kann, oder welche – wie im Falle der Testergruppe – einfach auch nur absurd komisch wirkt.
Auch nach diesem Einstieg wirkt „Skyrim“ wie ein großer Sandkasten. Alles kann auserkundet werden, jeder sichtbarer Punkt der Spielwelt kann auch bereist werden. Dabei entscheidet der Spieler, ob er auf raschstem Weg der Hauptaufgabe folgt, ob er sich einer der zahlreichen Nebenquests annimmt, oder einfach ziellos zu Fuß oder Pferd die optisch wie akustisch ansprechende virtuelle Landschaft Tamriels erkundet.

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Fazit:

Aufgrund der hohen spielerischen Freiheit, der Atmosphäre und der Entdeckungsmöglichkeiten konnte „Skyrim“ die Spieletestergruppe überzeugen. Auch ein Mehrspielermodus wurde nicht vermisst. Kritisiert wurden eher Dinge wie die unübersichtliche Menüführung, die teils etwas hakelige Steuerung auf der Konsole, oder vereinzelte Mankos hinsichtlich der Darstellung von Spielfiguren. Den Spielspaß konnten diese Punkte jedoch nicht schmälern.
Für Spieler ab 16 Jahren, die einen gewissen Entdeckertrieb mitbringen, kann „Skyrim“ interessant sein. Diese bringen in der Regel auch genügend Kompetenzen mit, um die Handlung und die Kämpfe zu reflektieren und in Bezug zu Realität zu setzen.
Ein Achten auf die Spieldauer ist jedoch empfehlenswert. Aufgrund der schieren Größe der Spielwelt könnte sich sonst mancher Spieler vorübergehend in den Wäldern „Skyrim“ verloren finden.
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Siehe auch

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