Spielebeurteilung

FTL: Faster Than Light

28.06.2013
Auf der Flucht vor den feindlichen Rebellen kämpft sich ein einzelnes Schiff mit einer kleinen Besatzung von Sektor zu Sektor. Eine falsche Entscheidung kann das Aus bedeuten. FTL: Faster Than Light erzählt diese spannende Geschichte mit einfachen Mitteln jedes Mal etwas anders. Hoher Wiederspielwert garantiert.

Im preisgekrönten Independent-Strategiespiel FTL: Faster Than Light befehligt man die Besatzung eines Raumschiffes weit hinter den feindlichen Linien. Die Daten an Bord des Schiffes dürfen keinesfalls den gegnerischen Rebellen in die Hände fallen. Mit einer Drei-Personen-Crew beginnt man seine Flucht nach vorn durch zahlreiche Sonnensysteme zum letzten von acht Sektoren mit dem rettenden Heimathafen.

Allerdings kann das eigene Raumschiff nur eine bestimmte Strecke zurücklegen, bevor der FTL-Antrieb (FTL, kurz für Faster Than Light, zu Deutsch: Schneller als das Licht) wieder aufgeladen werden muss. Dazu macht man im Laufe des Spiels in verschiedenen Sonnensystemen Halt. Hier begegnen einem neben den feindlichen Rebellenschiffen auch Händler, Reisende, Weltraumpiraten und andere Aliens (oder Menschen), die einem unterschiedlich freundlich gesonnen sind. Bei jedem Aufeinandertreffen mit anderen Lebensformen, manchmal aber auch rein zufällig, sammelt man eintauschbaren Metallschrott, neue Waffen, Treibstoff oder neue Crewmitglieder ein und verbessert damit die eigenen Überlebenschancen.

Screenshots

Im Spiel sieht man sein Schiff mitsamt allen Räumen und Besatzungsmitgliedern aus einer Vogelperspektive. Per Mausklick kann man die Menschen (oder Aliens) in bestimmte Räume bewegen und ihnen damit Aufgaben zuweisen, was die Effizienz des dortigen Schiff-Systems (wie Sensoren, Schilde, Antrieb, Tarnung usw.) erhöht. Schilde laden so beispielsweise schneller wieder auf und Waffen, wie Laser oder Raketen, können in kürzeren Abständen feuern. Kommt es zum Kampf, erscheint das feindliche Schiff ebenfalls in einer 2D-Ansicht auf der rechten Seite des Bildschirms, wo man die verschiedenen Bereiche des gegnerischen Schiffes manuell anvisieren kann. Während die Reise zwischen den Systemen rundenbasiert abgehandelt wird, geschehen Kämpfe in Echtzeit. Allerdings kann das Spiel mit der Leertaste jederzeit pausiert werden.

Wird das eigene Schiff in FTL: Faster Than Light zerstört, beginnt die Reise von vorn – Speicherpunkte gibt es nicht. Die Spielwelt der Einzelspieler-Kampagne wird dabei jedes Mal neu generiert. Außerdem werden durch Spielerfolge weitere, unterschiedlich ausgerüstete Schiffe freigeschaltet, mit denen man die Weltraum-Geschichte erneut durchspielen kann. Einen Mehrspielermodus gibt es nicht.

Pädagogische Beurteilung:

Auf den ersten Blick scheint FTL: Faster Than Light eher ein Retro-Klassiker zu sein. Der Sound und die 2D-Grafik könnten auch aus den späten 90er Jahren stammen. Die Hintergrundbilder sind bis auf wenige Effekte unbeweglich und die Bewegungen der kleinen Figuren wirken hölzern und sind aus wenigen Einzelbildern zusammengesetzt. Trotzdem bietet das aktuelle Weltraum-Strategiespiel einiges an Spielspaß:

Durch die zufällig generierte Welt und die zahlreichen Ereignisse ist jedes Spiel anders, neu und spannend. Während man beispielsweise bei einem Durchlauf im ersten Sektor bereits über mächtige Waffen stolpert und unbehelligt durch den Sektor streift, flüchtet man ein anderes Mal ständig vor gegnerischen Patrouillen, während die Außenhülle praktisch nur noch von der Farbe zusammengehalten wird. Hier ist es wichtig, sich der Spielwelt anzupassen und seine Entscheidungen gut abzuwägen. Die Anzahl der möglichen Waffen und Upgrades ist ebenso begrenzt, wie die Auswahl von neuen Besatzungsmitgliedern. Hinzu kommt der stetige Druck der verfolgenden Rebellenflotte. Der Weg sollte also klar durchdacht sein.

Zahlreiche Zufallsereignisse, wie das Aufeinandertreffen mit Söldnern, Piraten oder auch Handels- oder Reparaturstationen sorgen zusätzlich für Abwechslung. Hier ist allerdings etwas Fingerspitzengefühl (und auch Glück) gefragt. Soll man das Risiko eingehen bei einem Bergungseinsatz entdeckt und angegriffen zu werden? Ist das eingehende Notsignal vielleicht eine Falle? Soll man die friedliebenden Aliens vor ihren Verfolgern beschützen oder sie selbst ausrauben? Jede Alternative schafft neue Möglichkeiten und birgt Herausforderungen.

Die Auswahl der Schiffe erweitert die Spielmöglichkeiten weiter. Ein schnelles Schiff mit einem hochentwickelten Tarnsystem mag Gegner besser umgehen können, ist in Konflikten aber weniger gut gewappnet, als ein schwer bewaffneter Kreuzer. Vielleicht ist aber auch eine Mischung der verschiedenen Schiffs-Systeme beziehungsweise -Fähigkeiten effektiver? Verschiedene Spielweisen können hier zum Erfolg führen.

Das wiederholbare Tutorial führt in die Steuerung im Kampf und auf dem Reisebildschirm ein und erleichtert den Spieleinstieg damit insbesondere für Anfänger. Zusätzlich können über einen Schwierigkeitsgrad Stärke und Häufigkeit der Gegner angepasst werden. Trotzdem sollte man etwas Geduld mitbringen: Bis man alle Möglichkeiten von FTL: Faster Than Light kennengelernt und ausprobiert hat, wird man einige Male neu beginnen müssen.

FTL: Faster Than Light ist ein Spiel für Strategie-Fans, die gern verschiedene Wege ausprobieren wollen. Durch die einfache Steuerung und die Möglichkeit das Spiel zum Nachdenken zu pausieren, eignet es sich aber auch für Neueinsteiger, die bereit sind, sich in die komplexe Spielmechanik hineinzudenken. Die zufällig generierte Spielwelt und die verschiedenen Handlungsmöglichkeiten sorgen dabei für einen hohen Wiederspielwert. Die relativ komplexen Entscheidungen und nicht zuletzt die zahlreichen Weltraumgefechte können Kinder unter 12 Jahren allerdings überfordern.
Christian Knop
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Siehe auch

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Syder Arcade bietet schnelle Weltraum-Action im Retro-Stil der 90er Jahre. Mit verschiedenen Raumschiffen gilt es, sich gegen Piraten und andere Feinde durchzusetzen. Der Schwierigkeitsgrad hat es dabei in sich. Die ZilleZocker haben sich den modern aufgemachten Sidescroller genauer angeschaut.

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