Spielebeurteilung

Dead Space 3

04.04.2013
Zum dritten Mal nimmt Isaac Clarke den Kampf gegen Außerirdische auf, die erneut drohen die Menschheit zu vernichten. Dead Space 3 ist die actionlastige Fortsetzung des Horror-Shooters, erstmals mit Koop-Modus . Aufgrund der Gewaltinhalte ist das Spiel nur für Erwachsene geeignet.


Der Horror-Action-Shooter Dead Space 3 spielt im Jahr 2514, drei Jahre nach den Geschehnissen in den Vorgänger-Titeln. Dieses Mal setzt die Sprengung eines Marker-Testlabors eine Nekromorph-Epidemie frei. Die außerirdischen Marker-Artefakte versprachen als unerschöpfliche Energiequelle der Menschheit Lösung ihrer Probleme. Sie verwandeln jedoch auch die Toten in Nekromorphs. Diese sind in erschreckenden Formen mutierte wiederbelebte Körper, gegen die Hauptcharakter Isaac Clarke kämpfen muss.

In Dead Space 3 schlüpft man in die Rolle des Weltraumingenieurs Clarke und nimmt den Kampf gegen die Nekromorphs und die Marker auf. Im Multiplayer wird man außerdem von dem Soldat Carver begleitet. Gleichzeitig begibt man sich auf die Suche nach Isaacs Ex-Freundin Ellie. Sie schien Hinweise auf den Ursprung der Marker und auch den Schlüssel zu deren endgültigen Zerstörung gefunden zu haben, ist jedoch auf mysteriöse Weise verschwunden. In Raumschiffwracks und auf dem Eisplaneten Tau Volantis kämpft Isaac um sein Leben, während er versucht die Nekromorph-Epidemie zu stoppen.

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Dabei muss er nicht nur sein Geschick im Kampf beweisen, sondern auch indem er Waffen und Gebrauchsgegenstände herstellt und anpasst. So können Waffen nach Plänen gebaut oder selbst erfunden und anschließend im Koop-Modus mit anderen Spieler/innen geteilt werden. Genau wie in den vorhergehenden Teilen hat Isaac zusätzlich zu seinen Waffen das Stase- und Kinesemodul zur Verfügung. Mit ersterem können Maschinen oder Gegner verlangsamt, mit zweitem Objekte bewegt und geschossen werden.

Dead Space 3 kennt vier Schwierigkeitsgrade: lässig, normal, schwierig und unmöglich. Die verschiedenen Schwierigkeitsgrade definieren sich durch die Anzahl der auftauchenden Gegner, deren Stärke und der Verfügbarkeit von Ressourcen. Mithilfe des Anzugs können Spieler/innen sich jederzeit den Weg zur nächsten Bank, Anzugstation oder zur Fortführung der Story weisen lassen. Nachdem das Spiel einmal
Dead Space 3 kann wahlweise alleine oder mit anderen online im Kooperationsmodus gespielt werden. Eine Besonderheit des Mehrspielermudus ist die Jump-In Funktion, mit der Mitspieler/innen online jederzeit als Soldat John Carver ein- oder aussteigen können. Beim Spiel zu zweit verändert sich der Ablauf der Story. Manche Passagen sind nur zu zweit zugänglich. Die Steuerung erfolgt per Tastatur und Maus, der Prolog enthält ein kurzes und verständliches Tutorial . Hat man das Spiel einmal abgeschlossen, werden Modi wie „Klassisch“ oder „Hardcore“ freigeschaltet, in denen die Geschichte erneut gespielt werden kann.

Dead Space 3 schließt nahtlos an den Vorgänger an. In 20 Kapiteln über rund 18 Stunden taucht man immer tiefer in die Geschichte ein und enthüllt mehr und mehr Geheimnisse um den Eisplaneten. Text- und Videologs von – mittlerweile wieder zum Leben erwachten – Forschern und Soldaten sowie optionale Missionen (á ca. 40 Minuten) liefern zusätzliche Informationen und verdichten die Geschichte immer weiter.

Pädagogische Beurteilung:

Von Anfang an fesselt Dead Space 3 mit einer sehr dichten Atmosphäre. Die serientypischen, dunklen klaustrophobischen Raumschiffskorridore verstärken die lebensfeindliche Stimmung, wie auch die Eiswüste oder der Weltraum. Die düstere Szenerie trägt zur allgemeinen Hoffnungslosigkeit bei, in der Isaac Clarke aber noch eine relativ optimistische Sichtweise behält. Auf dem Raumschiff CMS Roanoke kann hinter jedem Lüftungsschacht ein Monster lauern, im oben erwähnten Weltall geht schnell die Luft aus, auf dem Eisplaneten droht die Körpertemperatur gefährlich schnell zu sinken. An manchen Passagen im Spiel werden Räume betreten, in denen vorher unübersehbar extreme Gewaltanwendung stattfand.

Dead Space 3 bricht aus der Tradition der anderen Teile aus. Statt subtilem Horror schießt und stampft sich Isaac Clarke durch Monsterhorden, trotz durchgehend bedrohlicher Stimmung werden Panikmomente nur dadurch erzeugt, dass sich Gegner von allen Seiten nähern. Statt jeden Schritt wohl zu überlegen, wie man es im Original tun musste, ist hier offener Kampf unumgänglich und deshalb Routine. Der Survival-Horror steckt zugunsten des Action-Shooters zurück, wodurch dieses Spiel typische Dead Space-Merkmale einbüßt, die die Serie bisher von anderen Spielen gleichen Genres abhob.

Nichtsdestotrotz steigt mit wachsender Spielzeit auch der Spielspaß. Der Spieler enthüllt nach und nach mehr Geheimnisse von Tau Volantis, neue Waffenkombinationen werden durch das Finden von Plänen und Rohstoffen möglich und auch der Anzug kann verbessert werden.

Das Spiel legt nahe, bei Kampfhandlungen eine besonders brutale Vorgehensweise zu wählen, zu der auch das Abtrennen von Gliedmaßen gehört. Eine alternative Lösungsmöglichkeit gibt es nicht immer. Das taktische Zerstückeln ist einer der Gründe, warum der Titel berechtigterweise von der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) keine Jugendfreigabe erhalten hat.

Die Kämpfe gegen Menschen, vor allem aber mit den menschenähnlichen Nekromorphs wird ungefiltert dargestellt. Die Gewaltanwendung weist keine moralische Komponente auf, bleibt aber durch den permanenten Überlebenskampf unausweichlich und schonungslos. Das Spiel inszeniert grafisch detailliert brutale Gewalt und ist somit definitiv nur für Erwachsene geeignet, die sich auf eine solche Thematik einlassen wollen.
Platzhalter
Dieses Spiel wurde beurteilt von:
Frederick Apmann

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