Spielebeurteilung

Quantum Conundrum

18.12.2012
Quantum Conundrum fordert nicht nur räumliches Denken, sondern spielt auch mit Schwerkraft und Zeit. Die Rettung des wirren Wissenschaftler-Onkels gelingt mit einem guten Blick für seine Umgebung, Geschicklichkeit und Freude am Knobeln. Neuer Stoff für Portal-Fans.

Wenn normalen Wissenschaftlern bei einem Experiment ein Missgeschick passiert, geht vielleicht etwas zu Bruch oder wird in Brand gesteckt. In Quantum Conundrum ist alles etwas komplizierter. Denn Professor Fitz Quadwrangle forscht an den Grundfesten von Raum und Zeit. Dabei entrückt er Teile (aus Versehen) seines Anwesens so, dass die Gesetze der Physik verrücktspielen.
Zur gleichen Zeit betritt der zwölfjährige Neffe des verschrobenen Erfinders dessen Heim. Die Stimme von Onkel Quadwrangle erklärt die Situation schnell: er hat sich aus der normalen Raumzeit heraus katapultiert, kann aber (aus unbekannten Gründen) mit seinem Besucher sprechen. Und als wäre das nicht schlimm genug, kann er sich auch nicht mehr an die Details des Unfalls erinnern. Es hilft nichts – die Rettung von Prof. Quadwrangle ist somit Sache des Neffen und damit der Spielenden.

Um alles wieder zu richten, muss man daher das weitläufige Haus erkunden und mehrere Generatoren reaktivieren. Der Weg führt dabei durch über 50 Räume, die nicht nur mit Einrichtungsgegenständen, sondern auch mit zahlreichen Erfindungen und Versuchsanordnungen des Onkels gespickt sind: Hier finden sich Laser-Zäune, Förderbänder, gewaltige Ventilatoren oder auch Gruben mit giftigem, grün waberndem Nebel.

Screenshots

Auf dem Weg durch die aneinander gereihten Räume gilt es, diese Hindernisse zu überwinden. Als wichtigstes Werkzeug dient dabei das IDS („Interdimensional Shift Device“) von Prof. Quadwrangle. Mit Hilfe dieses Spezialhandschuhs kann man seine Umgebung in eine andere Dimension ziehen und so die Eigenschaften von Gegenständen verändern: In der „Fluffy-Dimension“ wird alles 10x leichter, in der „Heavy-Dimension“ um den Faktor 10 schwerer. So kann man Panzerschränke auf weit entfernte Schalter werfen oder Sofas durch die Gegend tragen. Alternativ werden Pappkartons so massiv, dass sie die zahlreichen Druckplatten auslösen, die oft die Türen zum nächsten Raum öffnen. Ähnlich kehrt eine weitere Dimension die Schwerkraft um und verlangsamt die vierte Dimension der Zeit. Das Ziel ist, ähnlich wie in den Denkspielen der Portal-Reihe, unbeschadet den nächsten Raum zu erreichen.

Quantum Conundrum kann ausschließlich im Einzelspielermodus gespielt werden. Die erreichten Spielerfolge können zudem online in Bestenlisten mit anderen verglichen werden. Die Steuerung aus der Ego-Perspektive sowie die Nutzung des IDS wird in einem Tutorial erklärt. Von dort aus steigt der nicht einstellbare Schwierigkeitsgrad von Raum zu Raum stetig an. Die Sprachausgabe ist original auf Englisch; lediglich die Menüs und Untertitel sind übersetzt. Zu Quantum Conundrum können weitere DLCs erworben werden, die dem Anwesen neue Rätselräume hinzufügen.

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Portal 2

1 Kommentar

Christian Knop (Redaktion spielbar.de) schreibt:

Wer das innovative Denkspiel Portal mochte, der wird auch mit Quantum Conundrum Spaß haben. Obwohl die Spielaufgaben (wie „Überquere den Abgrund“ oder „Erreiche die Tür dort oben“) meist klar sind, ist die Antwort auf das „Wie?“ in jedem Raum unterschiedlich. Die teilweise harten Knobelaufgaben erfordern neben Kombinationsgabe auch einiges an Geduld und gelingen meist nicht beim ersten Versuch.
Wenn neben den Rätseln auch noch Sprungpassagen notwendig sind, um die nächste Tür zu erreichen, kommt es zusätzlich auf gutes Timing und eine genaue Steuerung der Spielfigur an. Für Anfänger bedeutet das möglicherweise den einen oder anderen frustrierenden Moment – doch Übung macht den Meister oder die Meisterin.

Bei fast allen Aktionen, insbesondere wenn man zwischen den Dimensionen wechselt, ist ein grundlegendes physikalisches Verständnis von Masse und Bewegung eindeutig von Vorteil. Im Laufe des Spiels wird man allerdings immer besser darin einzuschätzen, wie weit ein Tresor in der Fluffy-Dimension fliegt und wann man von dieser in die Heavy-Dimension wechseln muss, um eine Scheibe zu zerschlagen.

Quantum Conundrum besitzt eine comichaft-bunte Atmosphäre, bei der Humor eindeutig im Vordergrund steht: Das gesamte Haus strotzt vor merkwürdigen Apparaturen, wirren Buchtiteln und Wandgemälden, die den Hausbesitzer oder dessen Erfindungen zeigen. Je nach Dimension verändern sich diese Bilder zusätzlich auf teils abstruse Weise: In das Rosa der Fluffy Dimension getaucht, trägt Prof. Quadwrangle mal ein Hasenkostüm, während er in der Heavy-Dimension auch mal ganz in Leder und mit Schnauzbart dasteht. Zwischendurch taucht auch IKE, das liebenswerte Haustier des Professors (siehe Screenshot), auf, spielt Verstecken oder gibt einem kleine Hinweise. Auch die nahezu alles kommentierende Stimme des Onkels, mitunter zynisch, trägt sehr zur Verrückter-Wissenschaftler-Atmosphäre bei. Allerdings kommt man in diesen Genuss nur wirklich, wenn die eigenen Englischkenntnisse es erlauben.

Quantum Conundrum ist ein Denkspiel, das durch seine humorvolle Art und seine kniffeligen Aufgaben begeistern kann. Damit eignet es sich auch für gemeinsames Rätseln mit Freunden oder in der Familie. Kinder ab 10 Jahren sind den Anforderungen des Spiels grundsätzlich gewachsen, wenn auch das Verständnis für manchen Kommentar des Professors erst älteren Kindern, Jugendliche und Erwachsenen zugänglich ist.

27.12.2012 um 06:35


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