SimCity Social

10.09.2012
Erstmals hält die bekannte Computerspiel-Reihe SimCity Einzug in die Sozialen Netzwerke. Mit einem komplexen Simulationsspiel hat SimCity Social jedoch nicht viel gemein. Das Spiel richtet sich vielmehr an Casual Gamer und Hobby-Städtebauer, die in regelmäßigen Abständen kurz ins Spiel schauen.

Seit bald 25 Jahren steht SimCity für komplexe Wirtschafts- und Aufbausimulationen. Nun wurde die bekannte Computerspiel-Reihe erstmals als Social Game herausgebracht, sprich als Spiel in einem Sozialen Netzwerk wie Facebook.
Ähnlich dem Vorbild SimCity bauen die Spielenenden in SimCity Social ihre eigene Stadt auf. Mit einigen wenigen Wohnhäusern fangen sie an, bauen Geschäfte, Fabriken und Sehenswürdigkeiten und verwandeln ihre Stadt nach und nach in eine blühende Metropole. Mit zunehmender Bevölkerungszahl werden neue Bauwerke freigeschaltet, die wiederum neue Menschen in die Stadt locken. Vorgaben, wie die eigene Stadt auszusehen hat, gibt es im Spiel nicht.

Screenshots

Aufgaben in Form von Missionen stellen die Spielenden vor kleine Herausforderungen. Mal werden sie in SimCity Social aufgefordert, bestimmte Gegenstände zu sammeln. Ein andermal muss eine vorgegebene Anzahl Güter produziert oder bestimmte Gebäude errichtet werden. Jede dieser Aktionen erfordert Energie, die sich automatisch wieder auffüllt. Werden die Missionen erfolgreich gelöst erhalten die Spielenden eine Belohnung in Form von Erfahrungspunkten, virtuellem Geld und manchmal auch mit besonderen Items.

Wie für Social Games typisch, ist SimCity Social prinzipiell kostenlos und finanziert sich über den Verkauf von virtuellen Gütern im Spiel. Daher gibt es neben Simoleons und Materialien, die beide problemlos im Spielverlauf erworben werden können, auch Diamanten. Diese können käuflich gegen Einsatz von Echtgeld erworben werden können. Mit ihnen lassen sich beispielsweise Wartezeiten überspringen. Manche Gebäude können nur durch den Einsatz von Diamanten erworben werden.

Ähnliches Spiel

SimCity (1989)

Weiterführender Link

Stupides Klicken in zeitlichen Intervallen

Pädagogische Beurteilung:

„More City, less village“, mit diesem Spruch wagt SimCity Social den Sprung in die Sozialen Netzwerke. Im Claim distanziert sich das Spiel deutlich von bestehenden Social Games wie CityVille, Farmville & Co. Im Spiel selbst kann man von dieser Ankündigung jedoch nicht viel sehen:

Erfolgserlebnisse vs. stupides Klicken
Ein Tutorial zu Beginn von SimCity Social zeigt den Spielenden Schritt für Schritt die Grundaktionen des Spiels. Durch Absolvieren der ersten Missionen werden diese mehrfach geübt und somit gefestigt. Auch Ungeübte finden somit problemlos ins Spiel. Erfolgserlebnisse, in Form eines Levelaufstiegs oder einer erfolgreich absolvierten Mission, stellen sich zu Beginn sehr schnell ein. Das motiviert zum Weiterspielen. Mit zunehmendem Spielverlauf werden die Intervalle zwischen Spielaktionen jedoch größer. Wartezeiten kommen hinzu. Der Zeitaspekt spielt plötzlich eine vordergründige Rolle. Man muss sich mehrmals am Tag in das Spiel einloggen, um im Vergleich mit anderen Spielenden bestehen zu können. Die vermeintlich wenigen Minuten Spielzeit können am Ende des Tages zusammengefasst Stunden ergeben.

Ohne Freunde läuft nichts
Wer viele Mitspielende unter den eigenen Freunden im Sozialen Netzwerk aufweist, hat es in Social Games einfacher. Das gilt auch für SimCity Social. Und daran erinnert einen das Spiel regelmäßig auf fast schon penetrante Art und Weise. Per Popup werden Spielende immer wieder aufgefordert, neue Freunde ins Spiel einzuladen. Mehr Spaß, Ruhm, Simoleons und andere Ressourcen werden als Argumente genannt. Die Realität sieht jedoch oft so aus, dass Freunde genervt von den zahllosen Game-Anfragen sind.

Micropayment
SimCity Social finanziert sich durch den Verkauf virtueller Güter. Mögliche Zahlungen starten im Taschengeldbereich bei $0.49 Dollar (per Handy) und gehen bis hin zu großen Beträgen von bis zu $100 Dollar (per Kreditkarte). Insbesondere junge Spielende sollten hierfür sensibilisiert werden, um Überraschungen auf der nächsten Handyrechnung zu vermeiden.

In-Game-Werbung
Werbung wird in SimCity Social ganz offen betrieben. Es beginnt bei einer bekannten Donuts-Kette, deren mit Marken-Label versehenen Speisen und Getränke im Spiel als Energie-Boosts an Freunde verschenkt werden können. Und geht bis hin zu einem großen Autohersteller, der mit einer eingenen Fabrik vertreten ist und der Stadt besonderen, Sehenswürdigkeiten beschert, die sich wiederum positiv auf die Bevölkerungsentwicklung auswirken. Hier gilt es die Spielinhalte kritisch zu hinterfragen und die In-Game-Werbung auch als solche wahrzunehmen.

Fazit:

Von einer Wirtschaftssimulation wie im Original merkt man bei SimCity Social nicht viel. Als Bürgermeister von SimCity Social besitzt man lediglich Entscheidungsgewalt über gebaute Objekte. Steuern beispielsweise können nicht erhoben werden. Zielgruppe sind somit klar die Casual Gamer, die in regelmäßigen Abständen kurz ins Spiel schauen und Aktionen ausführen. Fans der Reihe können sich mit der Social-Game-Variante somit zwar die Wartezeit auf den für 2013 angekündigten neuen SimCity-Titel verkürzen. Eine langfristige Alternative zum Originalspiel dürfen sie hier jedoch nicht erwarten.
Aufgrund der zuvor aufgeführten Punkte sollte SimCity Social erst von Kindern ab 14 Jahren gespielt werden. Sie sind in der Lage, das eigene Spielverhalten zu reflektieren und bewusst mit den Inhalten des Spiels umzugehen.
Anne Sauer
Dieses Spiel wurde beurteilt von:

1 Kommentar

Gast schreibt:

Ich muss zugeben, ich hab mich gefreut als ich hörte, dass es ein Sim City als Social Game gibt. Ich hab mir gut vorstellen können, dass EA sich von der eintönigen Masse abhebt, selbst wenn das Genre sich nicht unbedingt dafür anbietet (da man nicht zu hohe Systemanforderungen stellen darf und eine simple 3D Grafik ausreicht, um genug Spieler zu fesseln).

Aber nun muss ich sagen, dass ich ein wenig enttäuscht bin von dem Spiel, trotz der farbenfrohen Gebäude und der interessanten Geschichte mit einem abgestürzten UFO.
Mich persönlich stört es eher wenig, dass man einige Items hauptsächlich von Mitspielern bekommen kann, doch man wird von Anfang an dazu gedrängt, Neuigkeiten zu teilen und Freunde einzuladen.

Das schlimmste ist und bleibt das Bezahlsystem:
Am Beginn des Spiels wird man nicht direkt mit Diamanten konfrontiert, einer In-Game Währung, welche man hauptsächlich durch Bezahlung mit echtem Geld erwerben kann. Doch sobald man ein höheres Level erreicht, wird mit Preisnachlass für bestimmte Dinge (Gebäude etc.) geworben, der nach Wegklicken nie wieder erscheinen wird.
Während man spielt entdeckt man, dass fast jedes Gebäude mit Diamanten freigeschaltet werden kann, falls man die nötigen Voraussetzungen nicht erfüllt, oder dass einige Gebäude nur mit Diamanten gebaut werden können. Spätestens wenn man keine Energie mehr besitzt, wird man darauf aufmerksam gemacht, dass zusätzliche Energie gegen Diamanten erwerbbar ist.

10.10.2012 um 14:33


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