Spielebeurteilung

Risen 2 - Dark Waters

12.07.2012
Mit nicht mal einem Hemd über den Schultern finden sich die Spielenden in Risen 2 - Dark Waters in einer rauen, rotzigen Piratenwelt wieder. Um an Gold zu kommen, müssen sie widrige, moralisch zweifelhafte Aufträge erledigen. Unsere Spieletester haben sich das Rollenspiel genauer angeschaut.

Die Geschichte aus dem Vorgänger Risen wird im zweiten Teil weitergeführt und vertieft: Die Titanen, die im Spiel als urzeitliche, gottähnliche Wesen beschrieben werden, haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Menschheit zu vernichten. So wurde das alte Königreich im Rahmen des ersten Teils zerstört. Als Überlebende dieses Krieges sucht die militärische Organisation der Inquisition (deren auch der namenlose Protagonist zu Beginn angehört) Zuflucht in einer tropischen Insel- und Küstenregion. Hier trifft die Inquisition auf die zwei weiteren Parteien des Spiels: Piraten und Eingeborene. Bei solch einer Konstellation sind Interessenskonflikte vorprogrammiert. Zu allem Überfluss greift nun auch noch ein Riesenkrake die Schiffe in der Bucht vor Caldera an. Es stellt sich heraus, dass dieser Krake nur ein Spielzeug eines weiteren Titanen, nämlich der Meereshexe Mara ist, die nun vom Wasser aus Unheil über die Menschheit bringt. Die Hauptaufgabe der Spielenden ist es, eine Waffe gegen die Meereshexe zu finden und diese gegen sie einzusetzen.

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Die Spielenden steuern den namenlosen Helden aus der Third-Person-Perspektive, also von oben auf ihn blickend, durch die Welt von Risen 2 - Dark Waters. Ihnen stehen dabei eine Vielzahl von Interaktionen zur Verfügung: Aufnehmen und Benutzen von Gegenständen, Unterhaltungen mit Figuren im Multiple-Choice Dialog, oder auch der Kampf mit Gegnern, die sowohl Menschen als auch Tiere und Monster sein können. Die Spielenden erhalten von anderen Charakteren im Spiel Aufgaben, durch die sie Gold und Ruhm verdienen können. Mit Hilfe von Gold können bessere Ausrüstungsgegenstände und Waffen gekauft werden, Ruhmespunkte werden in das Talentsystem investiert.

Traditionell gibt es wie bei dem Vorgänger auch in Risen 2 nur einen Singleplayer-Modus. Zu Beginn dieses Modus werden die Spielenden durch ein kleines, aber ausreichendes Tutorial in das Spiel eingeführt. Insgesamt umfasst der Singleplayer über 30 Spielstunden. Wie lange eine Spielsitzung dauern soll, können die Spielenden wie in vielen anderen Rollenspielen dank einer Schnellspeicher -und Schnellladefunktion selbst bestimmen. Das Spiel benötigt zum Starten einen Internetzugang, denn es läuft über die Online-Plattform Steam.

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Pädagogische Beurteilung:

Die Spielwelt

Risen 2 - Dark Waters bietet keine schier endlos große Spielwelt, so wie The Elder Scrolls V: Skyrim es beispielweise tut, dennoch ist sie gekonnt mit vielen verschiedenen Schauplätzen gefüllt. Das Spiel ist in einer karibisch anmutenden Welt platziert und bedient sich vieler Klischees aus der Welt der Piraten: Es gibt Schatzkarten, Kreuze im Sand, zähmbare Papageien und Affen, Ungeheuer in den Tiefen des Meeres, antike Tempel im Landesinneren, dunkle Voodoozauber, rotzige, säbelrasselnde Freibeuter, Kopfgelder, hübsche Piratenbräute, mit schweren Kanonen bewachte Festungen und natürlich jede Menge Rum.

Motivation

Nach mehreren Stunden ist uns Spieletestern auf Grund des eher zähen Spielflusses die Puste ausgegangen, sodass eine Pause nötig war. Denn Risen 2 - Dark Waters kann streckenweise schon recht träge sein, von daher ist beim Spielenden ein gewisses Maß an Ausdauer von Nöten. Wir gerieten immer wieder in Situationen, in denen uns vor Augen geführt wurde, was wir alles noch nicht können und noch erlernen müssen. Schnell kann Frust aufkommen, bei uns machte sich das Gefühl breit, dass es in dem Spiel viele Sackgassen gibt, die erst später mit besseren Fertigkeiten oder Ausrüstungsgegenständen lösbar sind. Zudem ist es hilfreich, Vorkenntnisse in Rollenspielen zu haben, da Risen 2 - Dark Waters nicht immer selbsterklärend ist und eine einmalige Einarbeitung zu Beginn des Spiels in die Steuerung oder das Talentsystem nötig ist.

Ein hoher Wiederspielwert ist zudem durch das für die Spieleserie innovative Talentsystem gewährleistet. Dem Spieler bietet sich die Möglichkeit, seine verdienten Ruhmespunkte in diverse Talentbäume zu investieren, die Nah- und Fernkampf, als auch Diebestalente und Voodoozauber einschließen.

Problematische Inhalte

Die USK - Einstufung für Risen 2 - Dark Waters ab 12 Jahren ist unserer Meinung nach unangebracht. Im Spiel sind Prostitution, Trinkspiele, viel Rum und eine vulgäre, rotzige Sprache an der Tagesordnung. Es herrscht das Gesetz des Stärkeren und Reicheren, Blut spritzt beim Töten von Gegnern. Dies alles trägt ungemein zur Atmosphäre des Spiels bei, ist unserer Meinung nach aber der falsche Inhalt für Jugendliche unter 16 Jahren.

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Fazit:

Risen 2 - Dark Waters ist ein würdiger Nachfolger des ersten Teils der Serie. Es birgt gelungene Neuerungen wie das Talentsystem oder die hohe Mobilität in der Spielwelt dank der Möglichkeit, per Schiff zu reisen. Allerdings birgt es auch ein paar Schwachstellen. Die Story hat beispielweise zu wenig Tiefgang für uns Fans der Risen- und Gothicspiele, denn sie ähnelt vom Aufbau stark der des ersten Teils. Dies schadet der Atmosphäre des Spiels allerdings nicht zu sehr, denn ein tolles Dialogsystem sowie passende Grafik und Sound zeichnen eine charismatische Spielwelt und gleichen diesen Mangel wieder aus. Nicht jugendfreie Spielinhalte machen Risen 2 - Dark Waters unserer Meinung nach zwar zu einem Spiel für Jugendliche ab 16 Jahren, verleihen der Spielatmosphäre aber einen letzten, glaubwürdig - rauen Schliff. Fans der Spielereihe sollten sich Risen 2 - Dark Waters nicht entgehen lassen, allen anderen sei ans Herz gelegt: gebt diesem Exoten unter den Rollenspielen eine Chance!
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1 Kommentar

gamesonlineabc schreibt:

Obwohl ich Diablo viel mehr mag, muss ich sagen, dass die Grafik und Engine dahinter sehr beeindruckt ist.

Weiß jemand, welche Engine das ist?

Whats how ever, die Story ist auch fantasiereich und macht das Spiel zum Erlebnis.

Für mich, 3/5 Sterne für Risen2...
:-D

31.08.2012 um 16:26


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