Spielebeurteilung

Kid Icarus: Uprising

06.07.2012
Ein Nintendo-Idol kehrt zurück! Wieder einmal muss der Engel Pit gegen Medusas Armeen bestehen. Kid Icarus: Uprising nutzt zahlreiche Funktionen des Nintendo 3DS und bietet auch nach der Story noch viele zusätzliche Stunden Unterhaltung. Sammlertrieb und Multiplayer -Spaß inklusive.

Die Armee der wiedergeborenen Göttin Medusa versucht erneut die Menschheit zu vernichten. Ihr gegenüber steht Palutena, die Göttin des Lichts, die ihrem loyalsten Diener Pit die Kraft gibt, sich wieder in die Lüfte zu erheben. Dies war ihm seit den Geschehnissen des 1987 erschienenen Vorgängers „Kid Icarus“ auf dem Nintendo Entertainment System (NES), verwehrt. In der Rolle des Engels Pit die Welt retten – nicht mehr und nicht weniger wird von den Spielenden in Kid Icarus: Uprising verlangt.

Um bis zu Medusa vorzudringen und sie schlussendlich zu stellen, muss der Protagonist durch zahlreiche Spielabschnitte gesteuert werden. Die Schergen der dunklen Göttin lassen dabei nicht lange auf sich warten. Ob im Boden- oder Luftgefecht: Pit kann Feinde von der Ferne abschießen oder sich ihnen im Nahkampf mit Klingen oder anderen Waffen stellen. Gleichzeitig gilt es den gegnerischen Angriffen ausweichen.

Screenshots

Den Spielenden stehen in Kid Icarus: Uprising zahlreiche verschiedene Waffen und Waffenarten zur Verfügung. Von Schwertern und Hämmern über Bögen und Kanonen bis hin zu mystischen Tätowierungen und schwebenden, Blitze verschießenden Kugeln ist das Arsenal des Engels recht gut ausgestattet. Jede Waffenart steuert sich dabei unterschiedlich und hat andere Stärken und Schwächen. Im Laufe des Spiels werden die zusätzlichen Waffen freigespielt.

Die Steuerung wird im Laufe der ersten zwei Kapitel stückweise erklärt, ebenso die verschiedenen Spielmodi und Zusatzfunktionen des Spiels. Im Gegensatz zu anderen Nintendo 3DS-Spielen steuert man Pits Blickrichtung mit dem Stift auf dem unteren Touchpad. Die Spielfigur selbst folgt den Bewegungen des Schiebepads und greift auf Druck der hinten liegenden R bzw. L-Taste an. Um diese Steuerung zu vereinfachen, liegt dem Spiel ein Plastik-Ständer bei, auf dem der 3DS abgelegt werden kann.

Neben dem Storymodus, ein Einzelspielermodus, kann Kid Icarus: Uprising auch mit bis zu sechs Spielenden gemeinsam oder gegeneinander im Multiplayermodus gespielt werden. Bei „Hell gegen Finster“ treten jeweils drei Charaktere in Teams gegeneinander an, im Jeder-gegen-Jeden-Modus siegt die- oder derjenige, der als Letzter überlebt. Gespielt werden kann mit Freunden im LAN oder weltweit. Jeder Spielende benötigt allerdings eine eigene Version des Spiels.

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3D-Gaming, StreetPass, Augmented Reality beim Nintendo 3DS

Pädagogische Beurteilung:

Der aktuelle Titel der Kid-Icarus-Reihe nutzt die Möglichkeiten des Nintendo 3DS sehr gut aus. Die teilweise rasanten und fesselnden Flug-Abschnitte benötigen besonders mit aktiviertem 3D-Modus eine gute Orientierung und schnelle Reflexe, während auf dem Boden besonders eine gute Übersicht über den Kampfplatz notwendig ist, um nicht von hinten von einem Gegner überrascht zu werden. Das alternative Steuerungskonzept mit dem Stift zur Veränderung des Blickwinkels erscheint anfangs ungewohnt und schwammig, was sich jedoch mit der Zeit schnell bessert. Auch Augmented Reality ist mit den sechs mitgelieferten Karten möglich. Weitere AR-Cards sind im Handel erhältlich oder liegen beispielsweise auch anderen Spielen bei.

Kid Icarus spricht in vielerlei Hinsicht den Sammlertrieb an. Das Erledigen von Gegnern bringt zahlreiche Herzen, die genutzt werden können, um den Schwierigkeitsgrad der Level zu erhöhen – was wiederum die Aussichten auf guten Loot, das heißt insbesondere stärkere Waffen, erhöht. Die durch das mehrmalige Durchspielen erlangten Waffen verbessern wiederum die Chancen im Multiplayer, da freigespielte Inhalte in beiden Spielmodi zur Verfügung stehen.
Jede gefundene Waffe lässt sich außerdem in ein Juwel umwandeln, das mit anderen via Street Pass getauscht werden kann. Zusätzlich hat das Spiel zahlreiche freispielbare Errungenschaften wie „Erlange 15 unterschiedliche Waffen“ oder „Spiele Kapitel X innerhalb von X Minuten durch“ zu bieten, was den Wiederspielwert zusätzlich erhöht.

Die Spielgrafik ist durchweg comichaft gehalten, die Gegner verschwinden in einem hellen, schnellen Lichtblitz. Die komponierte Musik passt sich gut in die streckenweise sehr mystisch gestaltete Spielwelt ein – dies gilt besonders für die Flugabschnitte. Während bei Pits circa fünfminütigen Flugeinlagen nur die Pause-Taste eine Verschnaufpause gönnt, werden Spielende im Bodenkampf nicht durchgehend mit Medusas Monstern bombardiert. Hier bleibt auch oft Zeit sich in Ruhe umzuschauen, um vielleicht etwas heilendes Essen, neue Waffen oder andere Fähigkeits-Boni zu finden, die den weiteren Kampf erleichtern.

Fazit:

Kid Icarus: Uprising ist eine mystische, actionreiche und gut erzählte Fortsetzung der alten Nintendo-Spielreihe mit einigen überraschenden Wendungen. Das Spiel reizt die Möglichkeiten des 3DS umfangreich aus, was anfangs die Steuerung etwas gewöhnungsbedürftig macht. Die zusätzlichen Funktionen, der Multiplayermodus sowie der Sammlerdrang fördern das erneute Spielen und bieten so viele zusätzliche Stunden Unterhaltung für Spielende ab 12 Jahren.
Christian Knop
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