Spielebeurteilung

Sid Meier’s Civilization V

08.07.2013
Der fünfte Teil der Strategiespiel -Reihe besticht durch einen leichten Zugang, sowie fesselnde wie fordernde Aufgaben. Niederlagen führen weniger zu Frustration, sie motivieren vielmehr zum Ausprobieren neuer Strategien. Gemeinsames Grübeln über eine Aufgabe mit mehreren Spielenden macht dabei besonders viel Spaß.

Mit "Civilization 5" setzt Sid Meyer sein erfolgreiches und hochkomplexes Strategiespiel fort. Das Spielprinzip ist, wie schon bei Civilization 4 beschrieben, das Gleiche geblieben. Es handelt sich wieder um ein rundenbasiertes Strategiespiel, bei dem der Spieler eine eigene Nation aufbauen und Handel, Wirtschaft und Infrastruktur seiner Nation kontrollieren muss.

Eine Kultur schaffen, diplomatische Beziehungen pflegen, sich für eine Staatsform entscheiden und die Richtung der Forschungsleistungen seines Volkes zu bestimmen, machen das Spiel zu einem komplexen System und einem Computerspiel, das selber Geschichte geschrieben hat. Der Aufbau einer eigenen Zivilisation im Spiel beinhaltet natürlich auch die kriegerische Auseinandersetzung mit anderen Nationen. Um es vorweg zu sagen, der bewaffnete Konflikt ist aber dabei nicht immer die beste Wahl. Das Spielziel besteht im Wesentlichen darin, andere Zivilisationen entweder durch militärische Stärke oder kulturellen oder wissenschaftlichen Vorsprung zu übertreffen und damit sein Volk gegen oder gemeinsam mit anderen aufstrebende Zivilisationen durch die Jahrhunderte siegreich zu führen. Außerdem kann der Spieler auf eine hohe Gesamtwertung setzen, die das Spiel vergibt, wenn eine gewisse Spieldauer erreicht und das Spiel beendet wird.

Screenshots

Fehlentscheidungen führen dabei schnell zur Niederlage gegen die computergesteuerten anderen Spielteilnehmer und noch wesentlich schwieriger wird es, seine gewählte Zivilisation Online gegen andere Spieler zum Erfolg zu führen. Ein 240-seiten-starkes Handbuch (Download auf der Internetseite des Spiels) hat meine Testergruppe vorerst skeptisch auf die Herkulesaufgabe, dieses Spiel zu testen, schauen lassen.
Zum Glück kannte einer der Jugendlichen das Spielprinzip aus dem gleichnamigen Brettspiel "Sid Meier's Civilization: The Board Game".

Ähnliches Spiel

Anno 2070
SpieleratgeberNRW
Dieses Spiel wurde getestet von:

Pädagogische Beurteilung:

Die Zeit vor Beginn der Zivilisationen:
Seit dem Start der Spielreihe Civilization in den Neuziger Jahren hat sich auch technisch einiges getan. Das zeigt sich nicht nur in der gelungenen graphischen Gestaltung des Spiels (bei den Vorgängern oftmals ein Kritikpunkt) sondern auch in den hohen empfohlenen Systemanforderungen. Die Ansprüche an die Grafikkarte, Arbeitsspeicher und Festplatte machen einen Einsatz an Standardrechnern im Schulbetrieb unmöglich. Außerdem kann das Spiel nur mit einer Registrierung über einen Steam-Account gestartet werden.
Steam ist eine Internet-Vertriebsplattform für Computerspiele, die von Valve Software entwickelt und betrieben wird. Dazu wird über einen Onlinezugang ein kostenloses Programm auf dem eigenen Rechner installiert. Der Onlinezugang bei Civilization 5 ist aber für nachfolgende Spiele nicht mehr notwendig, es sei denn man möchte im Mehrspieler- Modus spielen. Steam ermöglicht nicht nur die die Registrierung, sondern übernimmt außerdem die Wartung und Aktualisierung von "Civilization 5". Für den Mehrspielermodus überwacht Steam außerdem die Kommunikation (Chat und Texteingabe) der Spieler untereinander, organisiert die Bildung von Spielgemeinschaften und die Bereitstellung öffentlich einsehbarer Spieler-Profile. Der Zugang zu Steam ist auf Schulrechnern in der Regel gesperrt.

Der Beginn einer Zivilisation:
Nach der Installation sollte man sich dem Spiel mit Hilfe mehrerer Tutorials und im Schwierigkeitsgrad "Anfänger" annähern. In den Tutorials werden die Grundlagen wie z.B. "Wie modernisiere ich gegründete Städte?" oder "Wie erobere ich andere Spielfelder?" mit Hilfe von Beratern erläutert. Für meine Tester war das natürlich keine Option. Sie wagten sich mit dem mittleren Schwierigkeitsgrad "Prinz" direkt ins Spiel. Diese Berater tauchten aber glücklicherweise auch im späteren Spiel auf und geben Tipps, die nach der ersten Niederlage meiner Testergruppe gegen den Computer dann doch sehr aufmerksam zur Kenntnis genommen wurden.
Für das Spiel kann man wiederum eine Fülle von Einstellungen vornehmen. Alle aufzuzählen sprengt sicher den Rahmen, aber einige wollten die Tester nicht unerwähnt lassen. So bestimmt man z.B. das Spieltempo, den Schwierigkeitsgrad, die Kartengröße oder man kann den eigenen Spielcharakter wählen. Die einzelnen Zivilisationen werden durch unterschiedliche aus der Weltgeschichte bekannte Staatsoberhäupter repräsentiert.

» Die ganze pädagogische Beurteilung beim Spieleratgeber NRW lesen

Fazit:

"Civilization 5" macht dem Erfolg der Reihe alle Ehre und hat in meiner Testergruppe nur neue Fans gefunden. Den großen Weltenlenker spielen, das Rad erfinden und dann noch bei Taktik und Planung gefordert zu werden machen die hohe Faszination dieses Strategiespiels aus. Dass die Tester nicht eine Spielrunde gegen den Computer gewonnen haben führte nicht zu Frustration, sondern war lediglich Ansporn, das nächste Mal etwas anderes zu versuchen. Angenehm ist dabei auch, dass man nach einer Niederlage einfach weiterspielen kann und man sich nicht im Kampf um den Sieg, den eigenen Träumen einer eigenen Zivilisation hingeben kann. Meine Testergruppe schaffte gerade die Hürde der Alterseinstufung der USK von 12 Jahren, und wenn man gesehen hat, mit welcher Hingabe und Ernsthaftigkeit diese Spiel aufgenommen wurde, kann man eine pädagogische Empfehlung adäquat der Alterseinstufung vertreten. Die anfängliche Skepsis der Testergruppe ist der Freude an der gemeinsamen Planung und einer wirklich großen Aufgabe gewichen und war wichtig für den Gruppenfindungsprozess unter den Testern. Ein toller Nebeneffekt, während man eine Zivilisation aufbaut.
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