Spielebeurteilung

Dead or Alive: Dimensions

28.03.2012


Paradiesische Karibikinseln, türkisfarbenes Meer und die besten Kampfsportler der Welt im Wettstreit um den Titel. Dead or Alive: Dimensions bietet schnelle Action vor schönen Kulissen und erzählt nebenbei die Geschichte der 15 Jahre alten Spiele-Reihe.

 


Was macht ein Multi-Milliardär, wenn er nichts zu tun hat? Richtig: Er ruft die besten Kampfsportler zusammen um den Titel „Bester Kämpfer der Welt“ zu vergeben. So begann 1996 die Spiele-Serie Dead or Alive (DOA), die sich auch heute noch großer Beliebtheit erfreut. Auch im zehnten Spiel der Beat ’em up-Reihe hat sich nicht viel am Spielprinzip geändert: Es gilt allein oder mit KI -Unterstützung durch geschickte Steuerung seines Charakters per Buttons und Steuerkreuz sein Gegenüber möglichst schnell in den K.O. zu treiben, wobei jeder Tritt, Schlag oder Wurf in den schnellen, actionreichen Kämpfen entscheidend sein kann. Dieses Spielprinzip wird von der Geschichte einzelner Kämpfer umrahmt.
Wer schon Erfahrung mit der Prügel-Reihe hat, wird hier einiges wieder erkennen: Die gesamten Geschehnisse der Dead or Alive-Welt (d.h. der vier Hauptspiele Dead or Alive 1-4) werden in fünf Episoden zusammenfassend erzählt, jede mit einem anderen Protagonisten.

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Der Schwierigkeitsgrad steigt hierbei stetig an, nicht ohne aber auch dem Spielenden mittels zahlreicher Tutorials die umfangreichen Kombinations- und Kontermöglichkeiten der Spielfigur näher zu bringen.

Alles in Allem hat man die Story in vier bis fünf Stunden durchgespielt. Aber Dead or Alive: Dimensions hat noch weitere Spielmodi zu bieten: Im Arcade-Modus kämpft man gegen eine Gegnerauswahl um die Bestzeit, der Survival-Modus testet die Konstitution von Charakter (und Spielendem) indem anfangs zehn, später bis zu 100 Gegner am Stück besiegt werden müssen. Mit dem Partner-Modus kann man 20 Missionen mit einem KI-Mitstreiter erleben und im freien Spiel können Schwierigkeit, Dauer und Spielfiguren nach Belieben gewählt werden. Das Training schlussendlich bietet Raum, um Abfolge und Timing der zahlreichen und komplexen Tritt-Schlag-Bewegungs-Combos einzuüben. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit im lokalen Netzwerk oder Internet gegen andere Spielende anzutreten.

Um das Spielgefühl zu unterstützen, bietet derNintendo 3DS mehrere Neuerungen zu früheren DOA-Titeln: Während der obere Bildschirm Kämpfe und Geschichten darstellt, erhalten die Spielenden im zweiten Bildschirm während eines Kampfes Hinweise auf Angriffskombinationen und während eines Story-Abschnitts weitere Informationen über die Hintergrundwelt. Darüber hinaus nutzt Dead or Alive: Dimensions auch die StreetPass-Funktion des 3DS – jede Begegnung mit einer Person, die im Besitz eines 3DS ist, erlaubt es gegen einen (KI-) Herausforderer anzutreten, was wiederum zur Freischaltung neuer Charaktere und Kostüme führt.

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Pädagogische Beurteilung:

Schnelle Reaktionen und richtiges Timing sind die Kernvoraussetzungen um bei Dead or Alive: Dimensions auch in höheren Schwierigkeitsgraden bestehen zu können. Der Weg zum Sieg liegt nicht in schnellem Tastengehämmere, sondern in guten Reflexen und geschicktem Einsatz der Steuerung. Die schnellen Kämpfe benötigen ein hohes Maß an Konzentration und Aufmerksamkeit, was den Immersionsgrad enorm steigert. Die „Nur noch schnell einen Kampf“-Einstellung drängt sich den Spielenden geradezu auf. Daher sollte man auf regelmäßige Pausen achten um den Augen und Fingern ein wenig Erholung zu bieten.

Neulinge sollten auf jeden Fall mit dem Story-Modus beginnen, da die immer komplexer werdenden Combos in diesem Rahmen gut eingeführt und so Stück für Stück ohne Überforderung erlernt werden. Grade wenn man gegen erfahrene Internetgegner antritt, sind diese Kenntnisse notwendig um frustrierende Niederlagen zu vermeiden.

Die Geschichte von DOA ist verständlich, jedoch sehr einfach und flach gehalten, was durch die inhaltliche Raffung (denn hier haben wir ja die Geschichte von vier Spielen in einem) noch mehr hervortritt. Die Charaktere haben zwar einen Steckbrief, auf dem Nationalität, Geburtstag, Körpermaßen und Beruf festgehalten sind, doch sind diese Angaben eher kosmetischer Natur und während des Spiels nicht von Bedeutung. Einzig den erlernten Kampfstil erkennt man – ein Tai-Chi-Kämpfer bewegt sich anders als ein Ninjutsuka oder Muay-Thai-Boxer. Die Story in der Art klassischer japanischer Kampfkunstfilme (Bösewicht terrorisiert Dorf, kleiner/s Junge/Mädchen schwört Rache, lernt Kämpfen und stellt sich ihm schließlich) ist trotz allem inhaltlich stimmig und bringt den Spielenden die einzelnen Charaktere auch emotional näher.

Kennzeichnend für die Dead or Alive-Reihe sind weiterhin die muskulösen und/oder knapp bekleideten Charaktere. Hier kämpfen großbusige Wrestlerinnen im Bikini neben schüchtern wirkenden Japanerinnen im Kimono oder muskulösen, breitschultrigen Boxern mit freiem Oberkörper. Die transportierten Geschlechterrollen sind stereotyp und sprechen (neben dem Genre allgemein) eher männliche als weibliche Spielende an. Die Charaktere wirken hierbei allerdings ebenso überzeichnet wie die Story der DOA-Reihe: Reiche Milliardäre, die vor karibischer Kulisse Wettkämpfe veranstalten sind doch weit entfernt von der Lebenswelt Jugendlicher und bieten damit genügend Distanzierungsmöglichkeit für Spielende über 12 Jahren.

Der Widerspielwert der Chronik ist sicherlich sehr viel geringer als die Möglichkeit sein Können gegen Freunde oder andere Spielende auf der ganzen Welt zu testen. Auch die Herausforderungen per StreetPass-Begegnungen fachen schnell den Ehrgeiz an jede Figur, jedes Outfit und jede Arena freizuspielen. Neben der ausgefeilten Grafik und Steuerung ist es wohl vor allem der Wettkampfgedanke, der die Spielenden an DOA fesseln kann.
Christian Knop
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