Spielebeurteilung

Uncharted 3: Drakes Deception

05.04.2012
In Teil drei der Uncharted-Reihe schlüpfen die Spielenden erneut in die Rolle des charismatischen Hobby-Archäologen Nathan Drake. Die abenteuerliche Suche nach einem Schatz stellt sie dabei vor knifflige Rätsel und zahlreiche Gegenspieler. Filmisch inszeniertes Action-Adventure , bei dem auch Zuschauen Spaß macht.


Nathan Drake ist mit seinem Freund und Mentor „Sully“ Sullivan in einer Londoner Kneipengegend unterwegs, aber natürlich nicht, um gemütlich ein Bier zu trinken. Sie wollen mit zwielichtigen Gestalten ein Geschäft abschließen und einen Ring von Nathans Vorfahren, dem Seeräuber und Weltumsegler Sir Francis Drake verkaufen. Da wir uns in einem Action-Adventure befinden, geht die Transaktion erfahrungsgemäß schief und unsere Helden liefern sich anschließend eine wüste Kneipenschlägerei in bester Wild-West-Manier. Die Beiden können sich durch die Hintertür des Pubs in eine Seitengasse retten, werden aber hier von weiteren Handlangern festgenommen. Die Szenerie betritt der Kopf der Bande, eine äußerst unsympathische Person. Nach einem kurzen Wortwechsel werden Nate und Sully eiskalt erschossen und im Straßengraben liegen gelassen.

Screenshots

Die beiden Schatzsucher sind natürlich nicht wirklich tot. Was es aber mit diesem Ring auf sich hat und was Lawrence von Arabien mit Sir Francis Drake zu tun hat, erfahren Spielende und Zuschauende noch in dem filmreifen Titel, der wie schon die beiden Vorgänger "Uncharted: Drakes Schicksal" (Test von Uncharted beim Spieleratgeber NRW) und "Uncharted 2: Among Thieves" (Test von Uncharted 2 beim Spieleratgeber NRW) Fans von Abenteuer-Spielen auf eine Schatzsuche um die halbe Welt in exotische und spektakuläre Schauplätze wie den Londoner Untergrund, eine Burgruine in Frankreich, einer Zitadelle in Damaskus oder besonders gut gelungen in die Wüste schickt, wie damals Lawrence von Arabien.

Wie schon beim Vorgänger wurde wieder ein Mehrspielermodus eingebaut, der sich in die Bereiche kompetitiv und kooperativ gliedert. Über ein Heimnetzwerk oder über das Internet können die bekannten kompetitiven Varianten Deathmatch (Jeder gegen Jeden), Team Deathmatch oder Plündern, einer Art Capture the Flag mit einem Schatz, gespielt werden. Durch Siege im Online-Multiplayer bekommen Spieler eine virtuelle Währung, die in neue Waffen oder in Spielvorteilen, Booster genannt, investiert werden können. Bspw. kann die Figur schneller laufen, sich unsichtbar machen oder mehr Waffen mit sich tragen. Um allerdings über das Playstation Netzwerk Online zu spielen, muss ein dem Spiel beigelegter Code eingegeben werden, der bei Gebraucht- oder Verleihspielen vermutlich schon verwendet wurde. In diesem Fall müssen Spieler einen neuen Online Pass für 10 Euro im Playstation Shop erwerben. Hintergrund: den Herstellern ist der private und besonders der professionelle Gebrauchtmarkt ein Dorn im Auge. Da der Verkauf von gebrauchten Spielen (noch) nicht unterbunden werden kann, wollen die Herausgeber daher zumindest mitverdienen.

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Pädagogische Beurteilung:

Abwechslungsreiches Spielprinzip

Das Abenteuer um den Schatzsucher und Hobby-Archäologen Nathan Drake kombiniert viele unterschiedliche Spielelemente und macht die Jagd nach dem Geheimnis von Sir Francis Drake besonders spannend und abwechslungsreich. Spieler müssen die Umgebung nach neuen Durchgängen, Wegen und Klettermöglichkeiten erkunden. Die Level, malerisch und schön gestaltet, sind allerdings zu Gunsten der filmreifen Inszenierung recht linear ausgefallen. Dazu später mehr. Alternative Wege finden sich daher eher nicht. Die Figur wird mit dem linken Analog Stick gesteuert, der rechte Stick übernimmt die Kamerasteuerung. Mit der X-Taste werden Hindernisse übersprungen oder die Figur erklimmt so Mauern und Felsvorsprünge. Die Steuerung ist sehr komplex, einige Tasten sind kontextsensitiv mindestens doppelt belegt. Beim Klettern wird die Figur mit der Kreis-Taste fallen gelassen. Beim Laufen hingegen dient die Taste dazu, in Deckung zu gehen. Während eines Faustkampfes muss zudem die Kreistaste mehrmals gedrückt werden, um sich aus der Umklammerung eines Gegners zu lösen. Bei den Scharmützeln mit automatischen Feuerwaffen wird mit der linken Schultertaste L1 angelegt und geschossen mit der rechten oberen Schultertaste R1. Einige dieser Aktionen müssen sogar kombiniert werden, wenn bspw. während einer Kletteraktion Gegner mit einem nervösen Zeigefinger erscheinen. Alles in allem gestaltet sich die Steuerung für Anfänger schwierig, ist aber mit einiger Übung dennoch zu meistern. Der Gewaltgrad hält sich im Rahmen, bei Treffern erscheint weniger Blut, als bei den Vorgängern. Jugendliche ab 16 Jahren können die hier gezeigten Action-Sequenzen in der Regel als Fiktion einordnen.

Neben den Kampfeinlagen ist das Klettern ein wichtiges Spielelement. Oft brechen Vorsprünge oder Balken weg und sorgen für einen Adrenalinschub. Noch spannender wäre es allerdings gewesen, wenn die Entwickler zeitkritische Kletteraktionen oder zumindest eine Ausdaueranzeige eingebaut hätten. Zwar kann Drake auch mal ein Fensterbrett nicht erwischen und herunter fallen, aber prinzipiell kann er ewig hängen. Im Vergleich zu den Vorgängern glänzen Klettervorsprünge nicht mehr auf und machen die Aktionen etwas fordernder, besonders in Action-Sequenzen, da die Kletterroute erst einmal gefunden werden muss, während bspw. ein Gebäude an die Grenzen seiner Statik kommt und zusammenbricht.

Fordernder sind auch die Rätsel in dem 3. Teil ausgefallen, was vielen Fans der "Tomb Raider" Reihe entgegen kommen dürfte. Zwar erreichen die Rätsel nie ein Kombinieren um mehrere Ecken wie bspw. in "Tomb Raider: Underworld" (Test von Tomb-Raider: Underworld beim Spieleratgeber NRW), machen aber Spaß und bringen, wie auch die vielen Schleicheinlagen, eine willkommene Abwechslung zu den Action-Passagen. Ansonsten hat sich im Vergleich zu dem hervorragenden Vorgänger wenig getan, den zu toppen aber im Prinzip auch schwer gewesen wäre. Die Faustkämpfe sind etwas dynamischer geworden, Handgranaten können nun zurück geworfen werden und Gegner klettern schon mal hinter einem her. Im Vergleich zu anderen Spielern ist die Intelligenz der Gegner gut gelungen, oft trüben aber ziellos umherlaufende Schurken diesen Eindruck.

» Die ganze pädagogische Beurteilung beim Spieleratgeber NRW lesen

Fazit:

Mit der Kampagne und den Mehrspielermodi bekommen Jugendliche ab 16 Jahren eine gelungene Fortsetzung, die fesselt und viel Spaß bereitet. Nebenbei zeigt "Uncharted 3", das gute Videospiele mit einer spannenden Geschichte, filmreif inszenierter Action und sympathischen Charakteren ebenso faszinieren können, wie vergleichbare Kinofilme. Das Spiel lädt praktisch dazu ein, jemanden beim Spielen nur zuzuschauen, als würde gemeinsam ein Film angesehen.
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