Spielebeurteilung

Trine 2

16.02.2012
Fortsetzungen für Independent Games sind ungewöhnlich aber nicht unmöglich. Unsere Spieletester haben einen Blick auf den zweiten Teil des Erfolgstitels Trine geworfen. Ihr Fazit: Originelles Jump ’n’ Run in farbenfroher Fantasiewelt, das vor allem in den vielfachen Koop-Möglichkeiten überzeugt.



Trine 2 erzählt von den Abenteuern der drei Helden Amadeus dem Zauberer, Pontius dem Ritter und Zoya der Diebin. Gemeinsam werden sie, wieder zusammengeführt durch das Artefakt "Trine", welches sie im ersten Teil der Spielereihe erbeutet haben, vom selben in eine Fantasiewelt entlassen. Dort versuch sie herauszufinden, warum plötzlich Bäume, Blumen, Schnecken und co. riesenhafte und sonderbare Formen angenommen haben. Erschwerend kommt hinzu, dass es plötzlich überall von Goblins nur so wimmelt.

Trine 2 ist ein Jump 'n' Run Adventure , in dem die Spielfiguren von links nach rechts über den Bildschirm gesteuert werden, Hindernisse überwinden und Rätsel lösen müssen. Die Spielenden steuern jeweils einen der drei Charaktere, können aber jederzeit zwischen den Protagonisten wechseln. Vor und nach jeder Aufgabe befindet sich ein Checkpoint, an dem Leben wieder aufgefüllt und die Charaktere wiederbelebt werden können. Erst die Kombination der Fertigkeiten aller Charaktere ermöglicht das Weiterkommen und Erreichen des nächsten Checkpoints. Aufgelockert werden die Rätselpassagen durch Kampfsequenzen, in denen Goblins aber auch größere fabelartige Gegner ausgeschaltet werden müssen.

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Für Abwechslung sorgen die verschiedenen Fertigkeiten der Helden, die sogar verbessert werden können: Sammelt der Spieler fleißig die weiß leuchtenden magischen Gefäße, kann er Fertigkeitspunkte vergeben und Pontius beispielweise beibringen, wie man seinen Hammer nicht nur schwinkt sondern auch wirft, Zoya mit Frostpfeilen ausrüsten oder es Amadeus ermöglichen, bis zu vier magische Boxen herbeizuzaubern.

Das Herzstück des Spiels ist der Multiplayer , in dem bis zu drei Personen zusammen ins Abenteuer starten können. Ob gemeinsam an einem Rechner, in einem LAN Spiel oder sogar im Online-Koop, das Spiel bietet viele Möglichkeiten der Vernetzung. Beim gemeinsamen Daddeln an einem PC kommen sowohl Tastatur, Maus, als auch Gamepad zum Einsatz. Eine zusätzliche Koop-Komponente hierbei ist, dass die Spielenden sich die zu vergebenen Fertigkeitenpunkte teilen müssen.

Der Schwierigkeitsgrad ist nicht besonders hoch: pro Rätsel benötigt der Spieler in der Regel nicht mehr als ein paar Minuten. Umso einfacher wird das Rätselknacken, sobald mehr Charaktere und Fertigkeiten gleichzeitig zur Verfügung stehen, da sich dadurch auch die Anzahl der Lösungswege erhöht. Die Herausforderung ist also nicht die Schwierigkeit des Rätsel selber, sondern wie kreativ die Spielenden sind. Ebenso lassen sich die Gegner sehr schnell ausschalten. Stirbt ein Charakter im Kampf, so wird er einfach direkt beim vorigen Speicherpunkt wiederbelebt und steht sofort wieder zur Verfügung.

Weiterführender Link

Trine 2 auf Platz 3 der beliebtesten Indie Games 2011
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1 Kommentar

total verpLANt e.V. Brake schreibt:

Trine 2 ist bunt!
...das ist das allererste was auffällt, sobald die Geschichte in Amadeus' Arbeitszimmer startet. […] Doch die Geschichte ist Nebensache. Sie bildet lediglich einen dünnen Rahmen für das eigentliche Spiel: Jump ’n’ Run - Rätsel in einer quietschbunten Fantasiewelt. Die drei Protagonisten sind stereotypisch aber dennoch liebevoll gezeichnet. Trotz der Tatsache, dass Jump ’n’ Run und Rätselknacken im Vordergrund stehen, macht eben dieser Punkt leider einen nicht durchdachten Eindruck:
Die Rätsel lassen sich im Multiplayer nicht nur einfacher lösen, sondern auch völlig umgehen, indem die Spielfiguren mit Hilfe von Amadeus' Boxen über Abgründe und auf Höhen "geliftet" werden. Denn er kann die Boxen nicht nur herbeizaubern, sondern auch zum Schweben bringen. Dies macht das Verstehen und Benutzen von einer Vielzahl von Lösungsmechanismen unnötig. Wie haben sich die Programmierer das Gameplay in so einer Situation vorgestellt?

Ähnlich witzlos ist die Tatsache, dass sich die Fertigkeitenbäume der Charaktere jederzeit zurücksetzen lassen. So kann der Spieler einfach alle gewonnenen Fertigkeitspunkte so vergeben, dass eine fortgeschrittene und für das aktuelle Rätsel angebrachte Fertigkeit verfügbar wird. Davon abgesehen sind die Fertigkeiten der Charaktere ausgefallen und durchdacht, und deren Entwicklung fügt dem Spiel einen Hauch Rollenspielcharakter hinzu.

Sobald man sich aber vornimmt, die beiden oben genannten "Erkenntnisse" zu ignorieren, entfacht das Spiel den Reiz des Rätsel Lösens. Vom Spieler wird das Verstehen von mal mehr und mal weniger komplexen Situationen und das Vermögen, Probleme zu lösen abverlangt. Die Aufgaben präsentieren sich hierbei in kurzweilige Minuten - Portionen, als Belohnung wartet der nächste Rätselabschnitt mit garantiert schöner Optik und wechselndem Leveldesign.

» Die ganze Beurteilung bei total verpLANt lesen

Fazit: Zusammenfassen lässt sich sagen, dass Trine 2 nicht schwierig sein will und vom Spieler keine herausragende kombinatorische Fertigkeiten verlangt. Es will den Spieler in eine bunte, märchenhafte Welt entführen. Erst im Koop-Modus macht das Spiel richtig Spaß. Schade, dass genau hier die Rätsel größtenteils umgangen werden können. Dennoch steht das Spiel für eine originelle Jump ’n’ Run - Idee, denn die Kombination aus Charakterwahl und -entwicklung, Jump ’n’ Run - Einlagen, Rätselknacken und Gegnerkämpfen mit Endbossen sorgen für einen frischen Mix aus verschiedenen Genres. Trine 2 hat beim Indie of the Year Award 2011, bei dem von Computerspielern jährlich das beste Independent Game gekrönt wird, den dritten Platz belegt.

Wir empfehlen Trine 2 in kurzweiligen Dosen à 1-2 Stunden, die man aber auf keinen Fall alleine aussitzen sollte!

18.01.2012 um 12:17


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