Spielebeurteilung

Driver San Francisco

16.02.2012
Verbrecherjagd in den Straßen von San Francisco. Als John Tanner liefern sich die Spielenden rasante Rennen durch die Stadt. Die Krimi-Story wird dabei zur Nebensache. Driver San Francisco ist ein Rennspiel ohne großen Anspruch aber mit hohem Spaßfaktor.


Driver San Francisco führt die Spielenden in die Straßen der ansehnlichen Küstenstadt. Sie übernehmen in den Story-Missionen die Rolle von John Tanner, Polizist und erfolgreicher Verbrecherjäger. Und als John Tanner sind sie gleich gefordert. Der aus vorherigen Teilen der Driver-Reihe bekannte Gangsterboss Charles Jericho flieht aus dem Gefängnistransporter und droht die Stadt unsicher zu machen. Tanner nimmt sofort in seinem Dodge Challenger die Verfolgung auf, wird aber bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt. Er liegt in der Folgezeit im Koma, weshalb sich die weiteren Geschehnisse in seinen Gedanken abspielen.

In seinen Gedanken gibt es keine Grenzen. Daher kann Tanner die so genannte „Shift“-Funktion nutzen. Die macht es ihm möglich, über dem Geschehen zu schweben und in die Körper anderer Charaktere zu „shiften“. So kann er zwischen unterschiedlichen Fahrzeugen in der Spielumgebung hin- und herwechseln. Driver San Francisco ist dabei als offene Spielwelt angelegt, in der sich die Spielenden – soweit die Areale bereits frei geschaltet sind – nach Belieben bewegen können.

Screenshots

Interessante Autos gibt es dazu reichlich. Rund 140 Fahrzeuge aus sechs Jahrzehnten wurden für das Spiel lizensiert und sind damit originalgetreu nachgebildet, darunter fallen zahlreiche legendäre Sportwägen, etwa der Marken Dodge, Ford oder DeLorean. Sie werden nach und nach im Spielverlauf freigeschaltet. Neben dem Storymodus umfasst Driver San Francisco zahlreiche Zusatz-Herausforderungen in Form von Stunts und Verfolgungsjagden, die auf speziellen Markierungen zu finden sind. Stunts und Rennen können als Film festgehalten und anschließend zu Machinimas bearbeitet werden. Multiplayer -Modi sind sowohl über eine Onlineverbindung als auch offline mit Split Screen spielbar.

Driver San Francisco ist der insgesamt fünfte vollwertige Teil der Driver-Reihe. Das erste Spiel der Reihe erschien als klassisches Rennspiel im Jahr 1999.

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Pädagogische Beurteilung:

Die Spielenden sind der „Driver“, so die Anpreisung des Titels. Damit ist auch schon recht präzise angedeutet, worum es in dem Spiel im Wesentlichen geht: um schnelle Autos und rasante Rennaction. Die spielerischen Anforderungen bestehen in Geschicklichkeit und in der Fähigkeit zur Konzentration. In „brenzligen“ Spielsituationen gilt es die Ruhe zu bewahren. Die offene Spielwelt ermöglicht es aber auch, mit gutem Soundtrack einfach nur durch die Stadt zu „cruisen“.

Die filmisch inszenierte Hintergrundgeschichte ist da nur Nebensache. Das ist verschmerzbar, denn die Einführung der Shift-Funktion über Tanners Komatraum ist erzählerisch ohnehin kaum packend, sondern wirkt viel mehr wie ein Mittel zum Zweck. Der Zweck dagegen lohnt. Die Shift-Funktion sorgt dafür, dass der Spaßfaktor deutlich über dem ähnlicher Rennspiele steht. Sie motiviert die Spielenden darüber hinaus, kreative Lösungsstrategien zu entwickeln.

Die realitätsnahe Großstadtwelt erinnert zwar auf den ersten Blick sehr an Action-Adventures der Reihe Grand Theft Auto, die Handlungsmöglichkeiten der Spielenden beschränken sich aber auf das Steuern der Fahrzeuge. Im Gegensatz zu Grand Theft Auto-Titeln und den älteren Driver-Titeln „Driv3r“ und „Driver: Parallel Lines“ ist es in Driver San Francisco nicht möglich, die Fahrzeuge zu verlassen und dort von Gegenständen, insbesondere Waffen Gebrauch zu machen. Auch die Rennszenen verzichten auf die Darstellung von Gewalt gegen Personen. Es ist beispielsweise nicht möglich, Passanten anzufahren, selbst wenn man mit Hochgeschwindigkeit über den Bürgersteig steuert. Die Passanten springen stets zur Seite, was mitunter unfreiwillig komisch wirkt. Sachschäden gibt es dagegen reichlich, wenn auch nicht in realistischem Ausmaß. Damit ist Driver San Francisco deutlich als fiktives Rennspiel zu erkennen. Aufgrund der realitätsfernen Spielmechanik und der damit verbundenden Verzicht auf Gewalt gegenüber Personen, eignet sich Driver San Francisco ab einem Alter von zwölf Jahren

Insgesamt betrachtet wird Driver San Francisco den Geschmack vieler Rennspiel- wie auch Autofans treffen. Die große Story und Handlungsmöglichkeiten außerhalb des Fahrzeugs sollte man allerdings nicht erwarten.
Tobias Miller
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