Spielebeurteilung

Monster Hunter Tri

17.10.2011
Mit Monster Hunter Tri kommt die bekannte Computerspielreihe aus Japan nach Europa. Erstmals können sich Spielende auf der Wii zum Monsterjäger wandeln. Der Mix aus Abenteuer, taktischem Überlegen und einer Simulation eines fiktiven Ökosystems bietet Langzeitunterhaltung.


Mit „Monster Hunter Tri“ findet die beliebte Spieleserie, die sich bisher durchweg in Japan großer Beliebtheit erfreute auch kommerziellen Einzug im europäischen Spielemarkt. Das Spiel ist durch und durch ein Jäger und Sammler Spiel. Man zieht mit seiner Spielfigur, die man sich frei gestalten kann, durch die fiktive Welt, erledigt Monster und sammelt Rohstoffe und Materialien, um sich hilfreiche Objekte und Rüstungen fertigen zu lassen.

Zu Beginn des Spiels findet man sich in einem verschlafenen Küstendorf wieder und wird sogleich in die Rolle des neuen Jägers des Dorfes geworfen. Man erfährt, dass Lagiacrus ein sagenumwobenes Meeresmonster die Friedlichkeit des Dorfes bedroht und für ein großes Erdbeben sorgte. Durch dieses wurde das Dorf von der Außenwelt getrennt und die Handelswege unterbrochen.

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Man wird Schritt für Schritt in die Spielmechanismen eingeführt indem man nach und nach diverse Aufgaben für die Dörfler erledigen soll, um den Handel wieder möglich zu machen. So dauert es nach einigen Textpassagen auch nicht lange, bis man vor den ersten dinosaurierartigen Monstern steht. Diese ersten Gegner stellen sich als friedliche Pflanzenfresser heraus und man kann nach dem Sieg ihr Fleisch an sich nehmen, welches man sogleich dem Sohn des Dorfältesten bringen muss. Mit diesen ersten Schritten beginnt das Jägerleben und während man in den folgenden Aufgaben seine eigene Bleibe im Dorf bezieht, Rohstoffe wie Erz und Pilze abbauen und sammeln muss und ein Nest von Raubtieren aufsucht findet man sich nach und nach in die Spielumgebung ein.

Die verschiedenen Fertigkeiten und Möglichkeiten im Spiel werden den Spielenden so häppchenweise vermittelt und in der komplexen Spielwelt finden sich dadurch auch unerfahrene Spielende nach kurzer Zeit schnell zurecht. So kann die eigene Spielfigur Schritt für Schritt weiterentwickelt werden, um letztlich ihre Hauptmission zu erfüllen und Lagiacrus zu besiegen.

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1 Kommentar

Linda Scholz, Spieleratgeber NRW schreibt:

Jeder Jäger ist individuell
Nachdem das Spiel gestartet wird führt ein Einführungsvideo kurz in die fiktive Spielwelt ein, in der Menschen, Dinosaurier und drachenartige Monster leben. Die Rendersequenz holt das Möglichste aus der Wii heraus und die Spieler waren schnell fasziniert und gewillt in das Spielgeschehen einzutauchen. Dies begann mit der Erstellung eines individuellen Charakters. Die Möglichkeiten hierbei reichten neben Name, Kleidung und Geschlecht hin zu Stimme, Haaren und Mimik. Dadurch konnten sich die Tester mit ihrem einzigartigen Charakter identifizieren und es wurde im Kollektiv beraten wie die Spielfigur gestaltet werden sollte.

» Die ganze pädagogische Beurteilung beim Spieleratgeber NRW lesen

Online im Kollektiv die Welt erkunden
Besonders ausgearbeitet bei „Monster Hunter Tri“ ist der Online Mehrspielermodus. Der einzelne Spieler kann zwar nicht mit Freunden bequem von dem Sofa aus gegeneinander spielen, jedoch über die Onlinefunktionen gemeinsam mit anderen Spielern die Welt erkunden und Missionen bestreiten. Hierbei ist kein Freundescode vonnöten, man kann einfach den Mehrspielermodus wählen und sogleich mit anderen Spielern interagieren. Hierbei ist jedoch fraglich inwieweit jüngere Kinder diesen Modus nutzen sollten, da in der Chatfunktion auch schnell private Daten weitergegeben werden können und man nicht weiß, mit wem man gerade online spielt.

Fazit:
„Monster Hunter Tri“ setzt im Vergleich zu anderen Wii-Spielen auf hohe Komplexität innerhalb des Spielmechanismus. Zwar fiel es gerade den jüngeren Spielern schwer sich in die Welt hinein zu versetzen und die verschiedenen Spielmöglichkeiten zu beherrschen. War dieser Schritt allerdings gelungen, setzte sich das Spiel aus einem Mix aus Abenteuer, taktischem Überlegen und einer Simulation eines fiktiven Ökosystems zusammen. Die Spieler hatten Spaß die Welt zu erkunden neue Rohstoffe zu sammeln, diese zu kombinieren und neue Gegenstände anzufertigen, um immer stärkere Monster zu bezwingen. Die Hauptstory um den bevorstehenden Endkampf gegen Lagiacrus wird stets erwähnt, steht jedoch nie wirklich im Vordergrund des Geschehens. Aus pädagogischer Sicht war der einzige Kritikpunkt die Darstellung von Blut während des Kampfes, jedoch war diese insoweit verfremdet, dass die reine Gewalt nicht im Vordergrund stand. Dennoch ist „Monster Hunter Tri“ unter anderem dadurch für Kinder unter 12 Jahren nicht zu empfehlen. Zusätzlich sind jüngere Kinder vermutlich auch durch die hohe Komplexität im Spielverlauf eher überfordert. Für Kinder ab 12 Jahren ist das Spiel jedoch, sofern sie die Geduld haben sich in die Spielmechanik einzuarbeiten mehr als nur ein Spiel in dem man Monster besiegt. „Monster Hunter Tri“ stellt gerade durch die Möglichkeiten von Sammeln, Jagen, Kombinieren und Bauen eine Aufbausimulation dar, in der man taktisches Vorgehen trainieren kann, während man seine Spielfigur für den finalen Kampf aufrüstet. Allerdings sollte der Onlinemodus dennoch überwacht werden, damit die Kinder nicht einfach frei mit fremden Mitspielern interagieren können.

17.10.2011 um 10:13


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