Spielebeurteilung

The Sims Social

05.09.2011
Spiel mit Freunden! Spiel das Leben! Die Sims erobern soziale Netzwerke. Markenbonus und geringe Einstiegshürden sorgen bei der Online-Variante der beliebten Lebenssimulation für hohen Spielerandrang. Im Gegensatz zu anderen Titeln der Reihe eignet sich The Sims Social nicht für unter 16-Jährige.

Die Sims gehören seit über 10 Jahren zu den bekanntesten und beliebtesten Lebenssimulationen. Doch zum ersten Mal ist nun eine Version erschienen, die an das Soziale Netzwerk Facebook gekoppelt ist: The Sims Social. Innerhalb einer Woche stieg die Nutzerzahl des Social Games von 7,5 Millionen auf mehr als 20 Millionen an. Damit liegt The Sims Social derzeit auf Position fünf der populärsten Facebook-Spiele (Quelle: appdata, Stand: 30.08.2011)

Vom Spielprinzip hat sich zunächst kaum etwas geändert. Die Spielenden gestalten sich zunächst einen individuellen Avatar , den Sim. Anschließend übernehmen sie die Rolle dieser Figur und sorgen dafür, dass deren täglichen Grundbedürfnisse stets befriedigt sind. Dazu gehören soziale Interaktion, Spaß, Hunger, Hygiene, Harndrang und Schlaf. Daneben können die Spielenden verschiedenen Hobbys nachgehen und Fähigkeiten erwerben, wie im Kochen, Zeichnen und Musizieren. Außerdem gilt es, Missionen zu erfüllen. Insgesamt 129 sind es derzeit. Für jede erfolgreich absolvierte Mission erhalten die Spielenden Erfahrungspunkte und Simoleons – die Bezeichnung der Währung in The Sims Social. Letztere können genutzt werden, um Gegenstände zu erwerben.

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Die Besonderheit bei The Sims Social ist die Möglichkeit, sich direkt mit anderen Spielenden zu vergleichen und mit ihnen zu interagieren. Man kann Freunde besuchen, mit ihnen sprechen, tanzen und flirten. Man kann sich gegenseitig Gegenstände schicken und so im Spiel unterstützen. Für jede Interaktion erhalten die Spielenden Sozialpunkte, eine zweite Währung in The Sims Social, mit der Gegenstände erworben werden können. Wie für Social Games üblich ist es vorteilhaft, so viele Mitspielende unter den eigenen Social Network-Freunden zu haben wie möglich.

The Sims Social ist grundsätzlich kostenlos, finanziert sich jedoch wie viele Social Games durch den Verkauf virtueller Güter. Neben den beiden Währungen Simoleons und Sozialpunkte, die durch das bloße Spielen von The Sims Social erworben werden können, gibt es das sogenannte SimCash. Dahinter verbirgt sich eine Währung, mit der sich ganz spezielle Gegenstände erwerben lassen. Mit ihr können aber beispielsweise auch Warteprozesse überbrückt werden. 20 davon erhalten die Spielenden zu Beginn umsonst. Sind diese jedoch aufgebraucht, kann man sie nur noch gegen echtes Geld erwerben. Die möglichen Beträge reichen von Kleinstzahlungen (Micropayment ) von 1,39€ für 12 SimCash bis zu großen Geldbeträgen wie 69,33€ für 900 SimCash.

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1 Kommentar

Anne Sauer (Redaktion spielbar.de) schreibt:

Die Marke ‚Die Sims’ ist nahezu jedem ein Begriff. Seit Jahren begeistert die Lebenssimulation Spielende aller Altergruppen. Vor allem bei Mädchen gilt sie als besonders beliebt. Beste Vorraussetzungen also für ein Social Game.

Kenner der Spielreihe werden sich durch die gewohnte Optik schnell zurechtfinden. Bekannte Spielinhalte wie beispielsweise die spezielle Sprache der Sims, Simlish, oder die Hintergrundmusik sorgen für das richtige Sims-Feeling. Aber auch Spielenden, die bislang noch keine Erfahrungen mit den Sims gemacht haben, wird der Einstieg leicht gemacht. Die Anfangsmissionen führen sie wie eine Art Tutorial durch die wichtigsten Spielelemente und Aktionsmöglichkeiten. Mit vielen Objekten lässt sich je nach eigenem Level oder Beziehungsstatus auf unterschiedlichste Art uns Weise agieren. Herauszufinden, welche Möglichkeiten es gibt, sorgen zumindest zu Beginn des Spiels für viel Spaß und Abwechslung. Der ständige direkte Vergleich mit anderen Spielenden spornt zusätzlich an. Ebenso wie die Aktionsleiste direkt neben dem Spielscreen, die zeitnah erkennen lässt, was Freunde gerade tun und welche Auszeichnungen sie bereits für erfüllte Missionen erhalten haben.

Schnell überwiegt jedoch, wie leider bei vielen Social Games, die Monotonie. Missionen laufen nach dem immer gleichen Schema ab: Erwerbe Gegenstand X, bitte Freunde um Gegenstand Y, Sammle Z Mal Gegenstände C. Außerdem verbraucht jede Aktion Energiepunkte. Sind diese aufgebraucht heißt es warten. Es dauert ganze fünf Minuten, bis sich ein Energiepunkt regeneriert. Da man in der Regel höchstens 15 Energiepunkte auf einmal haben kann, sind die Spielenden im Prinzip aufgefordert, spätestens alle 75 Minuten im Spiel vorbeizuschauen, um neue Aktionen auszuführen. Auf die Art und Weise entsteht eine starke (zeitliche) Bindung ans Spiel.

Die grafische Darstellung ist harmlos. Nacktheit wird beispielsweise verpixelt. Sprachliche Formulierungen bei Interaktionen mit anderen, nahestehenden Sims sind dagegen voll von sexuellen Anspielungen. So ist beispielsweise von einem „Quickie“ unter der Dusche die Rede oder von einem „Techtelmechtel“ in der Badewanne. Damit unterscheidet sich die Social Game Variante der Sims von anderen Titeln der Spielreihe. Deutlich werden solche Anspielungen auch innerhalb der Statusmeldungen, die nach entsprechender Aktivität auf der Pinnwand gepostet werden können und somit für alle sichtbar sind.
Umgekehrt gibt es in The Sims Social auch die Möglichkeit, gemein zu anderen Sims zu sein, sie zu schikanieren und sich damit Feinde zu machen. Die Tatsache, dass bei einem feindlichen Status die Möglichkeit besteht, Mülltonnen umzutreten, Fische unter dem Bett anderer Spielenden zu platzieren oder “in deren Blumen zu piseln“, ist nicht die feine Art und in keinster Weise vorbildhaft. Hier sollten Spielende die grundlegende Fähigkeit besitzen, klar zwischen Spielwelt und Wirklichkeit unterscheiden zu können.
Spielende ab 16 Jahren sollten mit den Inhalten reflektiert und verantwortungsvoll umzugehen wissen.

02.09.2011 um 11:39


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