Spielebeurteilung

Final Fantasy XIII

12.12.2011
Der 13. Teil der beliebten Rollenspielreihe beeindruckt wie seine Vorgänger mit eindrucksvoller Grafik und tiefgehender Hintergrundstory. Aufgrund des einfachen Schwierigkeitsgrades eignet sich Final Fantasy XIII auch für Spieleinsteiger.


"Final Fantasy XIII" (im folgenden "FF13" genannt) ist der jüngste Spross der beliebten Rollenspielserie aus Japan. Seit fast 25 Jahren begleiten Spielende aus aller Welt kleine Grüppchen von jugendlichen Helden bei ihren aufregenden Abenteuern quer durch den japanischen Erzählkosmos. Der erste Teil erschien bereits 1987, damals noch für Nintendos Entertainment System (NES). Seitdem wurden über 30 Spiele und 2 Spielfilme unter dem Final Fantasy Label veröffentlicht. Neben den 13 Hauptspielen (erkennbar an den römischen Ziffern im Titel) gibt es eine unüberschaubare Zahl von sog. Spin-Offs, also Spielen, die an die Welt der Originale angelehnt sind, jedoch völlig andere Genres bedienen (z.B. Strategie oder Beat em Up). Doch neben seinem überbordenden Umfang ist das Final Fantasy Universum vor allen Dingen für seine opulente Präsentation bekannt, die oftmals an die technischen Grenzen der jeweiligen Konsole geht. Spätestens seit dem wegweisenden "Final Fantasy 7" auf der Playstation 1 zählt diese Serie zu den wichtigsten Blockbusterlieferanten der Videospielgeschichte. Dabei scheint es einige Grundregeln zu geben (welche womöglich auch für den Erfolg der Serie verantwortlich sind): 1. Die FF-Spiele erzählen keine durchgängige Geschichte. Jedes Mal erwarten die Spielenden neue Charaktere, Geschichten und Welten. 2. Es wird sehr großer Wert auf eine emotionale Hintergrundgeschichte und ein bunt gemischtes Ensemble an Figuren gelegt. 3. In spielerischer Hinsicht wird ebenfalls auf Abwechslung gesetzt. Obwohl jeder FF-Teil gewisse Ähnlichkeiten zu seinen Vorgängern aufweist und eindeutig als FF-Rollenspiel zu erkennen ist, gibt es immer wieder zahlreiche radikale Änderungen in der Spielmechanik. 4. Mit durchschnittlich 40 Stunden Spielzeit sind die FF-Abenteuer für Konsolenverhältnisse ziemlich umfangreich.

Screenshots

Inwiefern diese Aspekte auch auf den neuen Teil zutreffen, haben unsere Tester bei ihrem Besuch der phantastischen Welt "Pulse", dem Schauplatz von "FF13", genauer untersucht. Die komplexe Geschichte von "FF13" hier wieder zu geben, würde ohne Zweifel den Rahmen dieses Artikels sprengen. Zusammenfassend erzählt "FF13" die Geschichte einer jungen Gruppe von Außenseitern, die nicht nur gegen ein diktatorisches System, sondern auch eine religiöse Vorbestimmung rebellieren muss, um ihren Lebensraum zu retten und schließlich Freiheit und Akzeptanz zu erlangen. Ein groß erzähltes Epos über den Kampf Gut-gegen-Böse, das allerdings in den zahlreichen Nebengeschichten ebenfalls Raum für Nuancen und Subtext lässt. Dabei erleben die Spielenden eine abenteuerliche Welt, die gekonnt Elemente von Fantasy (phantastische Monster, Naturpanoramen) und Science Fiction (Roboter, dystopische Megastädte) zu einem visuell und atmosphärisch beeindruckenden Gesamterlebnis verschmelzen lässt.
Spielerisch geht es vornehmlich darum, die Gruppe durch zahlreiche Kämpfe mit den unterschiedlichen Widersachern zu führen. Diese präsentieren sich als Mischung aus Action und rundenbasiertem Taktieren. Unter Zeitdruck muss der Spieler Angriffsziele auswählen und entscheiden, mit welcher Technik er attackieren bzw. verteidigen möchte. Dieses System wird im Laufe des Spiels mit steigender Zahl an Möglichkeiten immer komplexer. So muss man z.B. den anderen Mitgliedern der Gruppe bestimmte Rollen während des Gefechts zuweisen (Heilung, Verteidigung, Angriff) oder kann Wesen heraufbeschwören, die den Helden im Kampf beistehen. Wie im Rollenspielgenre üblich werden nach jedem Kampf Erfahrungspunkte verteilt, die genutzt werden können, um die bestehenden Fähigkeiten der Kämpfer zu verbessern oder neue Fertigkeiten zu erlangen. Auf diese Weise arbeiten sich die Spielenden von einem Abschnitt zum nächsten und erleben in zum Teil mehrminütigen Filmsequenzen den Fortlauf der Handlung. Das Wechselspiel von Kampfgeschehen, Ausrüstungsphase und Filmsequenz wird dabei nur selten von kleineren Action- oder Rätseleinlagen unterbrochen.

Eine Mehrspieleroption ist nicht vorhanden. Dafür erscheint zum Jahresende bereits "FF 14", das - wie schon "FF 11" - ein reines Multiplayerspiel, ein MMORPG à la "World of Warcraft" (zum Test), sein wird.

Weiterführender Link

spielbar-Jugendredaktion hat angespielt: FINAL FANTASY XIV
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1 Kommentar

Benjamin Karalic (Spieleratgeber NRW) schreibt:

Für Anfänger geeignet
Gerade Vertreter des Genres Rollenspiel gehören nicht immer zu den einsteigerfreundlichsten Spielen, da sie auf Grund der Komplexität und des erzählerischen Umfangs oftmals auf bestehende Vorkenntnisse bei den Spielenden setzen. Gelegenheitsspieler sind mit den Freiheiten und Anforderungen einer ausgewachsenen Fantasywelt deshalb oft überfordert. Die Entwickler von "FF13" scheinen sich dieses Problems bewusst gewesen zu sein und haben ein Spiel entwickelt, dass auch Videospielneulingen die Chance gibt, sich ganz langsam in das Rollenspielgenre hinein zu finden. Gerade zu Beginn erinnert "FF13" in Sachen Anspruch deshalb eher an einen interaktiven Film wie z.B. "Heavy Rain". Es gilt nur wenige Knöpfe und Aktionen zu beherrschen und die Handlung verläuft absolut linear. Wie auf Schienen wird der Spieler ganz sachte an die Finessen des Spielsystems herangeführt. Unsere Tester waren deshalb zunächst irritiert, da es aus ihrer Sicht erschreckend wenig zu tun gab. "Kann man den Schwierigkeitsgrad irgendwo höher stellen?", fragte deshalb ein Gruppenmitglied, "Geht das Spiel irgendwann los?" wunderte sich ein anderes. "FF13" ist mit Sicherheit nicht anspruchslos, doch taktisches Geschick und vorausschauendes Planen spielen erst relativ spät eine entscheidende Rolle.

» Die ganze pädagogische Beurteilung beim Spieleratgeber NRW lesen

Verschiebung der Zielgruppe
In der Gruppe berichtete ein Tester (12), als über Spielzeiten diskutiert wurde, dass er "FF13" immer mit seiner Mutter spielen würde. Vielleicht erschließt sich ja an dieser Stelle die Intention der Entwickler. Wenn man das Spiel als Brückenschlag zwischen den Generationen versteht. Eine Spielmechanik, die eher an das Spiel für zwischendurch, das Casual Game, erinnert und dabei aber Interesse für das Rollenspielgenre und die großen Geschichten weckt. Das Beispiel des jungen Spielers und seiner Mutter zeigt zumindest, dass sich die gemeinsame, familiäre Nutzung der Konsole nicht auf Sport- und Partygames beschränken muss.

Fazit:
"Final Fantasy XIII" ist ein grafisch beeindruckendes Abenteuer, das durch seine epochale Geschichte lange Zeit vor den Bildschirm fesseln wird. Auf Grund der moderaten Gewaltdarstellung in den überzogenen Fantasyschlachten und der teilweise langatmigen Erzählweise ist das Spiel erst für geduldige und storyinteressierte Spielende ab 12 Jahren geeignet. Da der Schwierigkeitsgrad verhältnismäßig niedrig ist, kann der Titel auch problemlos von Videospielanfängern gespielt werden. Echte Rollenspielprofis sollten allerdings ein Probespiel wagen und prüfen, ob ihnen das begrenzte Spielsystem ausreicht. PlayStation 3 Nutzer, die eine Konsole der 1. Generation besitzen, sei allerdings angeraten, sich vor dem Kauf ausreichend zu informieren: "FF13" kann in Einzelfällen zum Absturz und sogar zu Beschädigungen der Konsole führen.

29.06.2011 um 10:48


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