Spielebeurteilung

Bulletstorm

29.03.2011
Bulletstorm ist der derzeit wohl umstrittenste Ego-Shooter . Seine starke Medienpräsenz sorgt für Aufmerksamkeit in allen Altersgruppen. Dabei handelt es sich bei diesem Spiel um Unterhaltung für Erwachsene, die nichts in den Händen unter 18-Jähriger zu suchen hat!


Bulletstorm ist ein Ego-Shooter, über den schon lange vor seinem Erscheinen aufgrund seines stark gewalthaltigen Spielinhalts sowie diverser Kraftausdrücke viel diskutiert wurde. Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) vergab die Alterskennzeichnung nur an eine stark veränderte Version. Im Gegensatz zur Originalfassung wird hier unter anderem auf besonders grausame Tötungshandlungen und blutige Szenen verzichtet.

Zur Hintergrundgeschichte: Grayson Hunt war einst Mitglied einer Elite-Einheit namens Dead Echo. Als er die üblen Machenschaften seines damaligen Generals aufdeckt, verweigert er den weiteren Gehorsam. In Folge dessen sind Hunt und seine Teamkameraden nun als Weltraumpiraten verschrien, auf die ein hohes Kopfgeld ausgesetzt ist. Ein erneutes Zusammentreffen mit dem General führt zu einer Bruchlandung auf dem Planeten Stygia. Dieser ist von unzähligen mutierten Wesen bewohnt, die es auf die neuen Ankömmlinge abgesehen haben. Die Spielenden übernehmen die Rolle von Hunt und kämpfen auf dem fremden Planeten ums Überleben.

Screenshots

Wie für einen Ego-Shooter typisch, stehen den Spielenden verschiedene Waffen zur Verfügung, die sie nach und nach erwerben können. Daneben können sie ihre Gegner mit diversen Nahkampf-Attacken, wie beispielsweise dem Fußtritt, außer Gefecht setzen. Eine Peitsche ermöglicht außerdem, weit entfernte Gegner heranzuziehen.
Für jeden getöteten Gegner, so genannte „Skillshots“, erhalten die Spielenden Punkte. Je schwieriger und komplexer ein Angriff ist, umso mehr Punkte werden vergeben. Eine Datenbank gibt Auskunft über bereits entdeckte und angewendete „Skillshots“.

Bulletstorm läuft im Kampagnen-Modus in verschiedenen Missionen ab, die die Spielenden im Alleingang erledigen müssen. Im Echos-Modus steht der Wettbewerbscharakter im Vordergrund. Hier versuchen die Spielenden in kurzen Spielabschnitten so viele Punkte wie möglich zu sammeln und sich damit in der Highscore -Liste zu verewigen oder sich mit Freunden zu messen. Im Online-Multiplayer -Modus können bis zu vier Spielenden Bulletstorm gemeinsam erleben.

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2 Kommentare

Anne Sauer (Redaktion spielbar.de) schreibt:

Mit der kontroversen Diskussion über die Gewaltdarstellung in Bulletstorm erlangte der Ego-Shooter starke Medienpräsenz. Hinsichtlich des Jugendschutzes nicht ganz unproblematisch. Denn das Verbotene übt schon seit jeher einen besonders großen Reiz auf Kinder und Jugendliche aus. Die Folge: Gamer erwerben Bulletstorm über Nachbarländer wie Österreich oder die Schweiz, wo die Jugendschutzbestimmungen weniger streng sind als hierzulande und das Spiel daher in der Originalfassung frei verkauft wird. Ein einheitlicher Jugendschutz in Europa fehlt an dieser Stelle.

Grafisch erwartet die Spielenden eine nahezu schöne und weitläufige Umgebung, die es zu erkunden gilt. Ein starker Kontrast zum von Gewalt bestimmten Inhalt. „Kill with Skill“ heißt es auf der Rückseite der Spielverpackung von Bulletstorm. Und genau darum geht es in dem Spiel, ums Töten. Je abwechslungsreicher und verrückter, umso besser, so die fragwürdige Vorgabe. Die Gegner kommen häufig in großen Gruppen. Hier heißt es den Überblick zu behalten und schnell auf unerwartete Gefahren zu reagieren. Wer gleichzeitig Punkte mit ausgefallenen Skillshots sammeln möchte benötigt außerdem Konzentration und eine gute Hand-Augen-Koordination. In gewisser Weise ist auch Kreativität gefragt, wenn es heißt die Umgebung, wie riesige Kakteen oder Stacheldraht, mit in die Angriffe einzubeziehen. Motiviert werden die Spielenden durch das Punkte-Belohnungssystem mit dem sie zusätzliche Waffen und Munition erwerben können. Die Skillshots haben zudem noch so makabere, fast schon verharmlosende Betitelungen wie beispielsweise „Ding Dong“, „Hackfleisch“ oder „Kill-O-Watt“. Gewaltfreie Alternativen werden den Spielenden nicht geboten.

Der Protagonist in Bulletstorm ist kein typischer Computerspielheld. Die Spielenden schlüpfen in die Rolle eines egoistischen, chauvinistischen und rudimentären Charakters, der sichtlich Gefallen am Töten seiner Gegner im Spiel zeigt. Aufgrund der Ich-Perspektive können sich die Spielenden dennoch mit diesem Antihelden identifizieren. Trotz der überzeichneten Darstellung der Charaktere und der zum Teil unwirklich wirkenden, überdimensional großen Waffen benötigen die Spielenden hier einen hohen Grad an sozialer Reife, um sich vom Spielinhalt zu distanzieren und diesen kritisch zu reflektieren. Bulletstorm gehört daher nicht in die Hände unter 18-Jähriger.

29.03.2011 um 15:32
Stephan Schölzel schreibt:

Bulletstorm ist erwachsenen Unterhaltung, das steht von vornherein völlig außer Frage. Es ist das Äquivalent zu so nicht ganz ernstzunehmenden Splater- oder Horrorfilmen die einen eher lachen lassen als zu schocken.

Bulletstorms Story, Charaktere und gesamter Sinn lässt die Ironie weit hinter sich und gleitet mit von Sarkasmus geblähten Segeln über das Meer der Selbstironie dahin. Leider gleitet es ohne klaren Kurs. Legte das Entwicklerstudio „People Can Fly“ 2004 mit Painkiller das letze große Spiel der klassischen FPS Ära auf den Tisch unterwirft sich das Studio nun den „Regeln der Branche“. Gleichwohl das Studio sich vor dem Release noch mit der „Parodie“ Duty Calls über die eintönigen „realistischen“ Shooter Lustig machte blieb Bulletstorm nicht so sophisticated wie man sich gerne gibt. Der Spieler kann nur 2 zusätzliche Waffen tragen, eine HP-Anzeige existiert nicht aber die übliche selbst-regenerierende Lebensenergie jedoch schon. Hinzukommen Gegner die sich oft zu intelligent verhalten um der „Sinnlosen Ballerorgie“ genüge zu tun und brav Opfer zu spielen. Nach dem kompromisslosen Painkiller, dem wohl leztzen klassischen Shooter, ist es eigentlich Schade um Bulletstorm.

Dennoch, Bulletstorm sieht umwerfend gut aus, Spielt sich trotz erwähnter Deifizite flüssig und die Story sowie die Dialoge können, sofern man sie nicht für voll nimmt, durchaus überzeugen und unterhalten. Alles ist größer, bunter, lauter, übertriebener und keiner nimmt sich dabei selbst so ganz ernst. Ein schönes Beispiel dafür ist das man einen ferngesteuerten Dinosaurier mit anmontierten Raketenwerfer auf seine Feinde Hetzen darf.

Wer Erwachsen ist, Ironie versteht, was er sieht reflektieren kann und keine Lust mehr auf die Flut von pseudorealistischen Kriegsshootern hat ist hier genau richtig. Wer hat sich nicht schon mal gewünscht dass ein Spiel die Mühe, dem Gegenüber in den Schritt zu schießen, wertschätzt?

Das einzige wirklich große Manko ist die zweifelhafte Langzeitmotivation und dem Multiplayermodus der im späteren Verlauf ein so hohes Maß an Teamarbeit erfordert das Partien mit „Random“-Spielern, also Zufall Matches, sinnlos werden.

P.S.: Der größte Teil der medialen Kritik an dem Spiel entsteht meines Erachtens aus dem völligen Irrglauben das Spieler so ein Spiel „ernst nehmen“ und ergo alle Soziopathen und Sadisten sein müssen. Mir ist bisher noch niemand begegnet der ein Spiel wie Bulletstorm ernstnehmen konnte, nicht mal das Spiel selbst schafft das ja.

29.03.2011 um 18:36


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