Spielebeurteilung

Metroid – Other M

16.02.2011
Seit über 20 Jahren fasziniert die Computerspielheldin Samus Aran Gamer weltweit. In Ihrem neuesten Abenteuer „Metroid – Other M“ erfahren die Spielenden mehr über ihren Charakter. Unsere Spieletester haben sich den aktuellen Titel genau angeschaut.


Samus Aran ist eine Ikone der Videospiele. Bereits Ende der 80er Jahre erschien der erste Metroid-Titel auf dem Nintendo Entertainment System, kurz NES. Seither begleitet man seine Protagonistin durch 13 Spiele, die auf verschiedenen Nintendokonsolen erschienen sind. Samus Aran gliedert sich also nahtlos in die Riege der Nintendo exklusiven Helden neben Link und Mario ein, dennoch war sie immer etwas Besonderes und das nicht nur weil sie eben eine Frau ist.

Samus ist eine Kopfgeldjägerin in der rot-goldenen Power Suit, die sich völlig allein in riesige und verlassene Forschungsanlagen begibt, um die gefährlichen Metroids, Namensgeber der Serie, zu jagen. Metroids sind im Grunde eine künstlich erschaffende Lebensform, die außer Kontrolle geraten ist. In den verschiedenen Teilen der Serie hat man es mit allen möglichen Mutationen und Entwicklungsstufen der Metroids zu tun. In „Other M“ bekommt man es mit von Menschen als Biowaffen entwickelten Metroids zu tun.
Chronologisch ist Other M nach Super Metroid, das 1994 auf dem SNES erschien, einzuordnen. Samus hat nun eine Stimme sowie eigene Gedanken und ist nicht mehr nur die Frau unter dem Power Suit, die für die Spielenden bislang ein Mysterium darstellte.

Screenshots

Abgesehen vom großen Wandel der Erzählart hat sich auch spielerisch einiges getan. Other M versucht den spielerischen Spagat zwischen der 2. und 3. Dimension. Die Jump’n’Run Elemente des Spiels sind eindeutig an der strukturellen Schlichtheit der Super Nintendo Ära orientiert. Dennoch bietet das Spiel die Möglichkeit in die Ich- bzw. Helmperspektive zu wechseln um zum Beispiel gezielte Schüsse abzugeben oder die Umgebung mit Hilfe der Sensoren des Helms zu erkunden. Spielerisch ist dieser Wechsel recht elegant gelöst: will man die Perspektive wechseln richtet man die Wiimote einfach direkt auf den Bildschirm und deutet so auf die Stelle die man anvisieren möchte.

Das Spiel besteht lediglich aus dem Einzelspieler Storymodus, der es dem Spieler erst nach Abschluss der Haupthandlung erlaubt die Schauplätze selbstständig und auf eigene Faust, erneut, zu erkunden – ansonsten verläuft das Spiel sehr Linear.
Nach Abschluss der Handlung erhält man zudem die Möglichkeit das Spiel auf einem der deutlich(!) fordernden höheren Schwierigkeitsgrade erneut zu spielen sowie Zugang zum „Kinomodus“. In diesem kann man sich die gesamten Ereignisse des Spiels als „Film“ anschauen.

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2 Kommentare

Emil (19) Infoc@fé Neu-Isenburg schreibt:

Ich war immer ein großer Fan der Metroid Serie, auch wenn ich die frühen Titel erst nach jenen gespielt habe die in meiner eigenen Generation erschienen sind. Inzwischen kann ich, nicht ohne Stolz sagen, dass die Samus Aran, nach Jade aus Beyond Good and Evil, für mich der großartigste weibliche Held der Video- und Computerspiel Szene darstellt. Das liegt vor allem an Super Metroid, das ich zu den besten Spielen zählen darf die ich kenne. Aber genau hier kommt Other M ins Spiel. Als Fan fand ich das Storytelling und die „Ausarbeitung“ der Charaktere im jüngsten Teil der Serie mehr als enttäuschend. Samus Aran, bekannt als kühler und hoch professioneller Soldat, als Kopfgeldjäger der nebenbei auch noch eine Frau ist wurde in Other M vielmehr „Samus Aran, professionelle Ex-Soldatin mit leichtem Vaterkomplex“. Warum man Samus Geschlecht nun, nach Jahren gelungenen Gender Mainstreaming, heraus definieren musste, ist mir völlig schleierhaft und ich halte es für einen gewaltigen Rückschritt.
Auch weiß die Handlung des Spieles nur mir nur dann zu gefallen wenn ich nicht darüber nachdenke wie ein gelungener Plot gelungen umgesetzt werden könnte.
Dennoch schafft es Other M spielerisch sehr überzeugend aufzutreten. Steuerung, Gameplay und Feeling bilden zusammen ein überzeugendes Spiel. Man könnte den Entwicklern zwar vorwerfen bei den PowerUps unkreativ gewesen zu sein und das der Einsatz von Raketen durch den damit verbundenen Perspektiven Wechsel eher hinderlich ist. Grafisch und soundtechnisch setzt das Spiel auf der Wii einen neuen Standard.

Im Fazit muss man hier also ein rundum sehr solides Gameplay mit dem, meiner Meinung nach, schrecklichen Storytelling abwiegen. Ich denke jedoch auch dass es möglich ist den Schwachpunkt des Spieles wohlwollend neutral wegzustecken wenn man mit dem Metroid Universum und Samus Aran nicht vertraut ist.
Unterhaltsam ist das Spiel alle mal; es macht viel Spaß. Und egal wie man es dreht und wendet das ist es doch worauf es ankommt, der Spaß? Jedoch empfehle ich jedem sich Metroid Prime und Super Metroid näher anzuschauen.
Das Schlusswort dieses Kommentares bildet erneut die Trauer über die Abkehr von Samus Aran als emanzipiertesten weibliche Heldin der Video- und Computerspiele im Allgemeinen.

11.02.2011 um 12:29
Max (20), Infoc@fé Neu-Isenburg schreibt:

Zu Anfang war ich ganz und gar nicht überzeugt von Other M. Die Steuerung ist sehr gewöhnungsbedürftig ebenso wie der Wechsel zwischen der 2D- und 3D- Sicht. Da ich der Metroid Prime Serie ziemlich neutral gegenüber stehe war das Spiel auf Grund der Steuerung für mich schon nach wenigen Minuten nicht das was ich erwartet hatte und es machte mir auch keinen Spaß.
Nachdem ich mich jedoch noch einmal ausführlich mit der Steuerung und vor allem auch der Story der Serie befasst hatte, bekam ich langsam Spaß daran die vielen Rätsel zu lösen und mir den Weg durch eine atmosphärisch gut gelungene Welt zu schlagen. Anfangs erweist es sich ein wenig schwierig bestimmte Rätsel zu lösen das dies mit dem Wechsel zwischen 2D und 3D passiert und man sich bei diesem Wechsel er einmal zu recht finden muss, aber auch hier hat man nach recht schneller zeit den Bogen raus und findet sich gut zurecht.
Die Graphische Gestaltung ist meines Erachtens für ein Wii Spiel gut gelungen und die Welten übersichtlich und trotzdem nicht zu leicht gestaltet, sodass man vor allem als Neuling leicht den überblick behält und sich nicht in den doch recht großen Gängen, Räumen und den vielen Verzweigungen und versteckten Geheimwegen verirrt.
Alles in allem ist das Spiel für nicht Anhänger der Serie durchaus unterhaltsam und auch Fans von Samus Aran sollten auf ihre Kosten kommen auch wenn diese nicht mehr ganz so schweigsam ist wie es in den früheren Teilen der Fall war.

11.02.2011 um 12:30


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