Spielebeurteilung

Pokémon Stadium

25.02.2011
Hier können die Spielenden ihre Pokémon in 3D-Kämpfen gegeneinander antreten lassen. Wer im Besitz der Game Boy -Edition Rot, Blau oder Gelb ist, kann seine dort gefangenen Pokémon mittels Transfer-Pack in das Pokémon Stadium für den Nintendo 64 übertragen.


Zu Beginn des Spiels werden zwei Spielvariationen angeboten: entweder mit eigenen Pokémon-Wesen aus dem Game Boy über das mitgelieferte Transfer-Pack zu spielen oder sich welche aus dem eigentlichen Spiel „Stadium" (insgesamt stehen 151 Figuren zur Verfügung) auszuwählen, mit denen dann Kämpfe und Turniere zu bestreiten sind.

In der Regel verläuft ein Duell im „Stadium" wie folgt: Die jeweiligen Gegner werden mit ihren Pokémon-Kämpfern auf dem Bildschirm vorgestellt. Nun müssen sich die Spielenden für drei ihrer sechs Pokémon entscheiden, gleiches praktizieren die Gegner. Aufgabe ist es nun, alle drei Monster des Gegners zu besiegen. Level für Level müssen sich die Spielenden hoch arbeiten bis zum Endgegner. Dort werden sie bei einem Sieg mit einem schlagkräftigen Pokémon belohnt. Alle Pokémon-Figuren, die die Spielenden im Verlauf des Spiels einfangen odererhalten, können sie nachträglich auf ihren Game Boy (soweit vorhanden) übertragen.

Neben diesen schon umfangreichen und zeitintensiven Spielmodi bietet „Stadium" noch viele weitere Möglichkeiten. Erwähnenswert ist der Schaukampf-Modus, in dem die Spielenden mit Hilfe von Adaptern gegen menschliche Mitspielende kämpfen. Dies ist besonders reizvoll, weil die Spielenden ihre eigenen, auf dem Game Boy trainierten Pokémon-Wesen, einsetzen können.

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1 Kommentar

FH Köln/JA Köln (päd. Urteil) schreibt:

Im Gegensatz zu zahlreichen Videospielen, die auf filmische oder andere mediale Vorlagen verweisen, wie z.B. "Dschungelbuch" oder "Asterix und Obelix", greift das Spiel "Stadium" nicht nur den Kultcharakter der Pokémon-Figuren auf, sondern bildet diesen noch weiter aus. Einerseits werden die Spieler angesprochen, die schon immer ihre Gameboy-Figuren auf einem Videospiel-Bildschirm in Farbe erleben wollten (mit dem Transportieren der eigenen Pokémon auf die N64-Konsole erhalten diese Spieler das Gefühl, ihr Spiel weiter fortzuführen; ein neuer zusätzlicher Level mit zahlreichen Nebenlevel wird beschritten, in dem der Spieler seine Figuren weiter ausbilden kann). Andererseits werden Spieler angesprochen, die wenig Neigung verspüren, auf einem Gameboy zu spielen. Sie erleben sich unter Umständen anfänglich im Nachteil, da die Pokémon vom Gameboy-Gerät in den Kämpfen erfolgreicher sind. Das könnte ein Anlass sein, auch mal ein Handheld-Gerät zu benutzen.

Die Vielfalt der Figuren mit ihren unterschiedlichen Stärken und Schwächen im Kampf verdecken, dass es sich um ein Spielszenario mit wenig Abwechslungsreichtum handelt und dem Spieler in der Duellsituation nur eine begrenzte Auswahl an Handlungsmöglichkeiten bietet. Der Schwerpunkt der spielerischen Herausforderung liegt nicht in der sensumotorischen Synchronisation (also in der Entwicklung eines virtuellen Körperschemas für das Lenken der Pokémon), sondern (so begrenzt auch immer) in der Entwicklung geeigneter Strategien, um die Kämpfe zu bestehen. Die Spieler müssen analytische Probleme lösen und dafür wirkungsvolle syntaktische Schema entwickeln. Von daher ist - entgegen dem ersten Eindruck - das Spiel "Pokémon" kein durch Kampf bestimmtes Action-Spiel, sondern ein auf die Bildwelt von Kindern orientiertes einfaches Strategiespiel, den Fußball-Manager-Spielen von den Leistungsforderungen eher verwandt als den auf sensumotorische Synchronisation angelegten Kampfspielen und Shooter-Games.

"Stadium" ist ein Spiel mit Symbolen und Handlungsmustern, in dem sich mediale und gesellschaftliche Erfahrungen von Kindern, sowohl Jungen als auch Mädchen, spiegeln. Einerseits kennen sie die duellartig-aggressiven Auseinandersetzungen aus den filmischen Vorlagen. Andererseits unterliegen sie selbst häufig genug auch subtiler wie offener Gewalterfahrung in ihrer Lebenswelt. Ferner kennen sie z.B. aus der Welt des Fußballs, dass Teams unter dem Gesichtspunkt "komplementärer Skills" (also aufeinander und auf den jeweiligen Gegner bezogener Fähigkeiten) zusammengestellt werden - gleich jenen Pokémon-Teams, die gegeneinander antreten.
In seiner inhaltlichen Gestaltung und in seinen dynamischen Schemata kann man Pokémon als ein Übungsfeld für komplexere Computerspiele ansehen. Die unterschiedlichen Fähigkeiten der Pokémons, die einen Bezug zu den Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde haben, nehmen in kindgerechter Weise die mystischen Figuren vorweg, denen die Spieler in Computerspielen wie "Might and Magic" oder "Diablo" begegnen werden. Spielforderungen und Machart sprechen Kinder ab sechs Jahren an.

Das Wichtigste in Kürze:
• begrenzte Gewaltdarstellung
• fördert Entwicklung von Strategien
• entspricht Erfahrungen von Jungen und Mädchen

10.10.2001 um 17:08


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