Spielebeurteilung

Okami

15.03.2011
In der Rolle der Wolfsgöttin Amaterasu versuchen die Spielenden, die Welt vor dem Dämon Orochi zu befreien. Innovatives Spielelement ist ein „göttlicher Pinsel“. Mit ihm gezeichnete Symbole verleihen einem besondere Kräfte; Gegner können bekämpft oder Pflanzen wiederbelebt werden.


Die Hintergrundgeschichte bedient sich bei der japanischen Mythologie, zunächst etwas schwer verdaulich für europäische Geschmäcker. Amaterasu kommt als weiße Wölfin auf die Erde herab, um das mittelalterliche Japan vor dem siebenköpfigen Schlangengott Orochi zu retten. Dieser beutelt das arme Land mit allerlei Plagen und Dämonenangriffen, die nicht nur das einst blühende Land unter einen schwarzen Schleier legen, sondern auch Amaterasus Kräfte schmälern. Diese beruhen auf dem Glauben der Menschen, die angesichts der düsteren Lage nicht mehr wirklich auf den Schutz ihrer Götter bauen.

In der Rolle von Amaterasu durchstreifen die Spielenden weite Landschaften, kämpfen gegen allerlei Dämonen und helfen den Menschen bei ihrer Not. Finstere Dungeons samt Oberfiesling am Ende, Rätseleinlagen und Sprungpassagen fehlen hier freilich nicht. Aber absolut noch nie in einem Videospiel gesehen: ein so genannter göttlicher Pinsel. Ein Druck auf die Schultertaste hält jederzeit eine Szene an und zeichnet durch einen nun eingeblendeten Pinsel Symbole auf den Bildschirm. Die richtige Zeichnung des Symbols bewirkt unterschiedliche Zauber. Anfangs zerspaltet ein einfacher Pinselstrich Gegner wie auch Hindernisse. Im späteren Spielverlauf wiederbelebt der Pinsel Pflanzen oder zeichnet Bomben vor Steinformationen, um diese wegzusprengen.

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Insgesamt dreizehn verschiedene Zauberzeichen gilt es im Verlauf des Spiels zu erlernen, wobei viele nicht für den Kampf, sondern auch für die teils ziemlich anspruchsvollen Rätsel taugen. Neben den Maltalenten huscht die Wölfin extrem flott durch die Landschaft, überwindet riesige Abgründe, verscheucht Menschen durch Knurren und buddelt Löcher, um nach versteckten Schätzen Ausschau zu halten. Zudem trägt die Heldin scheibenartige Glyphen auf dem Rücken, welche als Schwerter gegen Feinde dienen, falls Pinselstrich und Bissattacke nicht fruchten.

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1 Kommentar

Jens Wiemken, 44 (päd. Urteil) schreibt:

Der freche Kobold Issun erledigt nicht nur durch Erklärung der Spielmechanik Tutorial-Funktionen, sondern verhindert durch lockere Sprüche Langweile und hilft auch mal weiter.

Die Grafik erinnert an japanische Tuschezeichnungen. Dicke, schwarze Konturen umrahmen alle Personen und überall gibts fließende Farbübergänge. Bäume wiegen sich im Wind, Blätter fallen langsam zu Boden, vielerorts tummeln sich kleine Tiere und egal wo Amaterasu auftaucht, überall erblühen die Landschaften fast sofort zu neuem Leben.

Das Studio, welches „Okami“ ablieferte, schloss kurz nach Erscheinen seine Tore. Das erinnert an die großen Künstler, deren Werke auch erst Berühmtheit erlangten, nachdem die Künstler das Zeitliche segneten. Auf eine Welt durch Malen einzuwirken, ist ein spannender Spielansatz. Der Einsatz des Pinsels als Waffe ist neu und lädt zum Nachdenken ein. Kreative Tätigkeiten wie Malen oder Schreiben können zum Kampf dienen. Auch in der realen Welt.

Das Wichtigste in Kürze:
• Einblick in japanische Mythologie
• Pinsel statt Schwert
• ästhetisch gelungen

31.05.2007 um 17:28


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