Spielebeurteilung

Die Original Moorhuhnjagd

25.02.2011
Es begann als Werbespiel und entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zum Kult in deutschen Büros. Grund dafür war u.a. die kurze Spieldauer. In 90 Sekunden bot das Spiel Herausforderungen und Erfolgserlebnisse. Eine abwechslungsreiche Unterbrechung für den teils einseitigen Arbeitsalltag.


Die Geburtstunde des Moorhuhns war ein 1998 erteilter Werbeauftrag des Whiskey-Herstellers „Johnnie Walker". Die Werbeagentur entwickelte die Idee, einen schottischen Whiskey mit einem schottischen Ritual, der Jagd auf Moor(schnee)hühner im schottischen Hochland, zu verknüpfen. Ende 1999 wurde das Spiel als Freeware -Version im Internet abgelegt. Das Spiel „Die Moorhuhn Jagd" avancierte zum Kultspiel, nicht nur unter Kindern und Jugendlichen, sondern besonders auch bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, in deren Büros Computer zur Verfügung standen.

Die Darlegung von Spielgeschichte, Spielinhalt, Beschreibung des Spielablaufs sowie der Spielhandlung dauert exakt 90 Sekunden. In einer möglicherweise dem schottischen Hochland ähnelnden Landschaft geht es einzig und allein um das Abschießen der besagten Moorhühner. Als Abschussprämie erhalten die Spielenden verschiedene Punktzahlen. Ob sie 5, 10 oder 25 Punkte erhält, richtet sich danach, wie weit die Hühner von ihnen entfernt sind.

Das Spiel ist ausschließlich auf eine Person ausgerichtet. Die Kürze der Zeit und eine nach jedem Spiel eingeblendete Highscore -Liste ermöglichen einen Wettstreit mit mehreren Spielenden hintereinander.

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Pädagogische Beurteilung:

Die Darstellung und die Animation der Moorhühner wirken grotesk und witzig und sorgen für die entsprechende Einstimmung auf das Spiel. Natürlich ist es ein Abschießspiel, und geschossen wird auf Moorhühner, doch keiner wird diese Spielumsetzung als wirklich tierfeindlich ansehen. Die starke Überzeichnung der Figuren schafft die notwendige Distanz zu realen Bezügen und macht die Spielidee zu dem, was sie eigentlich ist: ein inhaltlich nicht ernst zu nehmender Spielspaß.
Überraschenderweise ist das Spiel vor allem im Arbeitskontext populär. Für viele Menschen ist der berufliche Tagesablauf wenig aufregend und erfolgversprechend. Die meisten Arbeitsabläufe wiederholen sich und müssen einfach nur erledigt werden, motivierende Aspekte fehlen gänzlich. Zur Unterbrechung dieser oft furchtbar langweiligen Arbeit haben die Menschen dort, wo im Büro am Computer gearbeitet wird, schon immer auf die kleinen Computerspiel-Programme wie z.B. "Solitär" zurückgegriffen. Als Alternative zu Frust und Arbeitstrott bietet auch das Spiel "Die Moorhuhnjagd" Aktion, Spaß und Herausforderung für genau 90 Sekunden. In der Regel sind Mädchen und Frauen von reinen Abschießspielen selten begeistert, doch "Die Moorhuhnjagd" kommt auch dieser Gruppe entgegen. Grafische und inhaltliche Einkleidung des Spiels wirken weniger aggressiv, die Steuerungsbefehle sind schnell umsetzbar und das ganze "Ballern" ist nach kurzer Zeit zu Ende.

Interessant ist es, mit einer Gruppe von Kindern und Jugendlichen den Zeitfaktor von 90 Sekunden einmal näher zu betrachten. Dauert das Spiel wirklich nur eineinhalb Minuten oder entwickelt sich auch dieses Spiel zu einem Zeitfresser, sobald der Leistungsaspekt beim Spieler in den Vordergrund rückt? Und wenn ja, dann kann man mit ihnen z.B. erörtern, wie sie darüber denken, dass Arbeitgeber sogenannte "Moorhuhn-Blocker" auf den Rechnern installieren, damit das Spiel nur in offiziellen Arbeitspausen oder überhaupt nicht gespielt werden kann. Wäre so etwas auch im Schulunterricht denkbar und wie sollten Lehrer dann dieses Thema angehen?

Das Wichtigste in Kürze:
• keine tierfeindliche Spielumsetzung
• inhaltlich nicht ernst zu nehmender Spielspaß
• Alternative zu Frust und Arbeitstrott für genau 90 Sekunden
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