Spielebeurteilung

The Fight

16.11.2010
Hier ist der Name Programm: Die Spielenden kämpfen sich die Leiter zum ruhmreichen Straßenkämpfer hinauf. Es gibt keine Regeln, nur der Sieg zählt. Erwachsenenunterhaltung, die aufgrund der Bewegungssteuerung auch körperlich fordert.


Bei „The Fight“ handelt es sich um ein Actionspiel mit Rollenspiel -Elementen. Die Spielenden tragen zahlreiche Boxkämpfe aus und versuchen ihrem Spielcharakter durch Siege zu Ruhm und Ehre zu verhelfen. Gesteuert wird mit der neuen Bewegungssteuerung PlayStation Move. Wie für Bewegungsspiele typisch, müssen die Spielenden körperlich aktiv eingreifen. Die Move-Controller in ihren Händen und die dazugehörige Move-Kamera übertragen diese Bewegungen direkt in das Spiel.

Zu Beginn erstellen die Spielenden ihren persönlichen Charakter. Sie können dabei zum einen das äußere Erscheinungsbild individuell gestalten, von Körperbau und Hautfarbe über Frisur bis hin zur Bekleidung. Zum anderen können sie Charakter-Punkte auf verschiedene Eigenschaften verteilen wie beispielsweise Kraft, Ausdauer oder Zielsicherheit. Die Verteilung wirkt sich später auf das Verhalten der Spielfigur im Kampf aus. Wer möchte, kann zusätzlich reale Informationen wie Größe, Gewicht und Alter angeben, woraus der persönliche „Body Mass Index“ errechnet wird. Das Spiel zeigt dann die Anzahl der Kalorien an, die während der Kämpfe verbrannt werden.
Ist der Charakter erstellt, können Gegner zum Zweikampf herausgefordert werden. Mit jedem Sieg steigen die Spielenden in der Rangliste und schalten so neue Orte, Gegner oder Charaktermodifikationen und Gegenstände frei.

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Daneben können die Spielenden ihre Fertigkeiten in diversen Übungen, zum Beispiel am Punchingball oder Sandsack, verbessern. Für das Absolvieren dieser Trainings erhalten sie je nach Leistung Punkte, die sie auf ihre Charaktereigenschaften verteilen können. Das Training kostet Geld, das sich die Spielenden im Kampf verdienen, indem sie bestimmte Angriffe ausführen, einen Kampf gewinnen oder erfolgreich Wetten platzieren.

Zwei Personen können bei „The Fight“ gleichzeitig offline oder online gegeneinander antreten. Jede benötigt dazu entweder zwei PlayStation Move-Controller oder alternativ einen Move-Controller und einen gewöhnlichen drahtlosen PlayStation-Controller. Um ein unterbrechungsfreies Spiel zu gewährleisten, wird ausreichend Platz vorausgesetzt. Die Move-Kamera sollte mindestens zwei Meter entfernt stehen.

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2 Kommentare

Anne Sauer (Redaktion spielbar.de) schreibt:

Begrüßt werden Spielende von einem bekannten Gesicht: Danny Trejo, Gegenspieler beziehungsweise Antiheld in zahlreichen Hollywood-Filmen. Mit seinem Draufgänger-Image aus den Filmen wirkt er selbst als gesetzesloser Straßenkämpfer wie ein Idol. Er ist es, der Schritt für Schritt ins Spiel einführt, die Steuerung erklärt und Tipps gibt. Auch wenn er mit zwei Move-Controllern in den Augen seiner Fans etwas lächerlich wirkt, so fügt sich der raue Ton in seiner Stimme ins düstere und gewalttätige Setting ein. Man befindet sich im Ghetto, illegale Straßenkämpfe bestimmen das Bild. Hier gibt es keine Regeln, keinen Schiedsrichter, lediglich den Spielenden und seinen Gegner. Nur wer sich mit mehr oder weniger fairen Schlägen durchsetzen kann, kommt voran und erlangt Ruhm und Ehre.

„The Fight“ ist ein, dem Genre Actionspiel untergeordnetes, „Beat ’em Up-Spiel“ („Schlag sie zusammen“), bei dem es hauptsächlich um die kämpferische Auseinandersetzung geht. Im Gegensatz zu anderen Beat ’em Ups verlangt dieses Spiel einen hohen körperlichen Einsatz ab. Die Schlagbewegungen und Ausweichmanöver beanspruchen vor allem den Oberkörper der Spielenden. Aufgrund der unterschiedlichen Angriffstechniken, die je nach verbleibender Ausdauer der virtuellen Spielfigur angewendet werden können oder nicht, erhält das Spiel auch eine taktische Komponente. Der eigene Spielcharakter beginnt schwach und leicht verwundbar, er kann sich erst durch intensives Training Fähigkeiten aneignen und Charaktereigenschaften hinzugewinnen. Erfolgreich ist demnach nur, wer viel Zeit und Geduld in das Spiel investiert. Damit grenzt sich „The Fight“ von bisherigen Bewegungsspielen klar ab.
Der Weg zum ruhmreichen Straßenschläger führt über zahlreiche Verletzungen und Knochenbrüche. Werden diese nicht geheilt, geht man bereits geschwächt in den nächsten Kampf – eine Niederlage ist in dem Fall vorprogrammiert. Die Tatsache, dass sich der Charakter individuell gestalten lässt und sich im Spielverlauf weiterentwickelt, führt zu einer hohen Identifikation mit der Spielfigur. Die realistische Graphik sowie die Sichtperspektive – man blickt der Spielfigur über die Schulter – führen zu einem intensiven Spielerlebnis.

Die genannten Punkte in Kombination mit dem von Gewalt bestimmten Spielinhalt machen „The Fight“ für Kinder und Jugendliche ungeeignet. In der dreidimensionalen Version sind die Spielenden noch stärker ins Spielgeschehen involviert. Eine Abgrenzung zur Realität ist hier besonders schwierig und setzt eine kritische Reflektion der Spielinhalte zwingend voraus. Es handelt sich daher um reine Erwachsenenunterhaltung und hat nichts in den Händen von Minderjährigen verloren!

16.11.2010 um 16:27
Jochen schreibt:

Das klingt schon arg brutal. Wirklich zurecht ab 18. Aber Spaß macht es vermutlich sehr^^

18.11.2010 um 12:07


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