Spielebeurteilung

Sin and Punishment – Successor of the Skies

31.08.2010
Die Fortsetzung des japanischen Kult-Spiels verspricht rasante Action im Stil klassischer 2D-Side-Scrolling-Shooter. In fantasievoller Umgebung können die Spielenden ihrem Drang nachgehen, immer besser zu werden. Für Highscorejäger.


Vor zehn Jahren erschien Sin and Punishment in Japan für die Nintendo 64-Konsole. Nach und nach wurde das Spiel auch unter europäischen Gamern zum Geheimtipp. Bis sich Nintendo 2007 entschloss, den Shooter als Wii -Download auch hierzulande zu veröffentlichen. Mit Sin and Punishment: Successor of the Skies erscheint nun der lange Zeit erwartete Nachfolger des japanischen Kult-Klassikers.

Die Story spielt Jahrzehnte nach dem Original. In dem Science-Fiction-Szenario leidet die Menschheit unter den Folgen des immensen Bevölkerungswachstums. Hunger- und Platznot führen zu Krieg. Die Spielenden schlüpfen wahlweise in die Rolle von Isa oder Kachi und werden Teil eines erbitterten Kampfes für die Menschheit. Ob sich die Spielenden dabei zu Fuß oder mittels technischer Geräte schwebend fortbewegen, bleibt ihnen überlassen. Der Unterschied zwischen den beiden Hauptcharakteren ist gering und beschränkt sich hauptsächlich auf die Optik und die Art der Waffen.

Screenshots

Im Grunde genommen handelt es sich bei dem Spiel um einen klassischen „Arcade-Shooter“ beziehungsweise „Rail Shooter“. Das heißt, die Spielenden werden automatisch durch die insgesamt acht Level gefahren. Ihre Aufgabe besteht lediglich darin auf Gegner zu zielen und zu schießen beziehungsweise deren Angriffen und anderen Hindernissen geschickt auszuweichen. Erfolgreiche Angriffe lassen das „Combometer“ steigen und ermöglichen somit stärkere Attacken und eine höhere Punktzahl. Wird man getroffen, verliert man einen Teil Lebensenergie und einen Teil des aufgebauten Combometers.

Neben den zahlreich auftauchenden Gegnern kämpfen die Spielenden auch durchgängig mit der Zeit. Ein Timer zählt die Zeit während der Angriffe kontinuierlich runter. Steht der Timer bei null, verlieren die Spielenden nach und nach Lebensenergie bis sie ihn wieder auffüllen. Bonussekunden gibt es beispielsweise für besonders verheerende Angriffe auf den Feind. Fällt die Lebensenergie ebenfalls auf null, muss der letzte Abschnitt von vorn begonnen werden.

Das Spiel besitzt einen Mehrspieler-Modus, in dem der Hauptcharakter gemeinsam mit einem Freund oder einer Freundin kooperativ gespielt wird. Dabei übernimmt einer der Spielenden den Angriff während der andere den Hauptcharakter durch Ausweichmanöver verteidigt.

1 Kommentar

Anne Sauer (Redaktion spielbar.de) schreibt:

Der Hintergrundgeschichte braucht man in Sin and Punishment: Successor of the Skies kaum Beachtung schenken. Sie dient lediglich als schmückendes Beiwerk und ist nicht elementar für das Spielgeschehen. Die einzige Aufgabe der Spielenden besteht darin, alles was sich ihnen in den Weg stellt außer Gefecht zu setzen. Je weniger sie dabei selber getroffen werden, umso mehr Punkte werden vergeben. Und die Punktzahl ist es, auf die es in Sin and Punishment: Successor of the Skies ankommt. Wie auch schon im Vorgänger liegt der Reiz in diesem Spiel im Wettkampf mit anderen Spielenden. In weltweiten Online-Ranglisten spielen Highscorejäger erbittert um Position eins. Für Casual Gamer liegt diese außerhalb ihrer Reichweite. Denn durch stupides Klicken aller möglichen Tasten kann kein Highscore erreicht werden. Vielmehr geht es um Mustererkennung und Auswendiglernen. Die Spielenden müssen die Angriffstechniken der Gegner studieren und deren Schwachpunkte finden. Dabei gilt es stets in Bewegung zu bleiben, eingehenden Angriffen auszuweichen und selbst auszuteilen. Reaktionsschnelligkeit, Koordination und Taktik sind hier gefragt. Letzteres äußert sich zum Beispiel im gezielten Einsatz von Spezialangriffen, die sich nach ihrer Aktivierung erst wieder aufladen müssen. Spielende mit der Fähigkeit zum Multitasking sind hier im Vorteil, Kinder unter 12 Jahren dagegen werden überfordert.

Der Schwierigkeitsgrad ist einstellbar. Doch selbst auf der einfachsten Stufe sind die Gegner hartnäckig und erscheinen zahlreich. Oft scheint es, als greifen einen über 50 Gegner gleichzeitig an. Wer hier nicht den Überblick behält, verliert. Zum Glück speichert das Spiel automatisch zwischen, so dass die Spielenden nie weit zurückgeworfen werden.
Neben den vielen Gegnern übt auch das Zeitlimit permanenten Druck aus. Pausen zum Durchatmen haben die Spielenden kaum. Dabei würde sich der Blick auf die optisch abwechslungsreichen Gegner und Umgebungen durchaus lohnen. Ob fantastisch anmutende, überdimensionale Tiefsehmonster weit unter dem Meeresspiegel, schwebende Engel neben futuristischen Wolkenkratzern, oder riesige Schildkröten in Kanalsystemen – den Spielenden wird optisch eine Menge geboten.

Da stört auch nicht die vergleichbar kurze Spielzeit von wenigen Stunden. Ganz im Gegenteil: ist das Spiel im Kampagnenmodus einmal durchgespielt, können die Spielenden jedes der acht Level einzeln durchspielen. Und da man seinen Punktestand auch nach mehrmaligem Spielen stets merklich verbessern kann, unterhält Sin and Punishment: Successor of the Skies diesbezüglich langfristig.

31.08.2010 um 20:03


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