Spielebeurteilung

Mass Effect 2

21.05.2010
Die Galaxie ist in Gefahr. Ganze menschliche Kolonien wurden ausgelöscht. Nur Commander Shepard kann jetzt noch helfen! Mass Effect 2 ist ein actionreiches Weltraum-Rollenspiel mit filmreifer Hintergrundstory, das Spielende ganz unterschiedlich erleben. Teil zwei der Trilogie.


Mass Effect 2 beginnt mit einem Paukenschlag. Shepard, der bekannte Held aus dem ersten Teil, kommt bei der Rettung seiner Freunde ums Leben. Sein Schiff, die Normandy, wird zerstört. Es scheint als wäre das Spiel hier schon zu Ende. Wäre da nicht das Lazarus-Projekt, das Shepard mit Hilfe von Implantaten wiederbelebt. Drahtzieher des Ganzen ist das zwielichtige Cerberus-Syndikat, angeführt von dem „Unbekannten“. Kaum wieder zurück unter den Lebenden, findet sich Shepard gleich in einer Gefahrensituation wieder, ohne zu wissen, wem er vertrauen kann. Der Auftakt zu einem spannenden Abenteuer.

Die Spielenden übernehmen die Rolle von Shepard, wahlweise als weiblicher und männlicher Charakter. Daneben können sie weitere Persönlichkeitsmerkmale vorab bestimmen. Mit ihrem Wunschcharakter begeben sie sich schließlich auf mehrere Haupt- und Nebenmissionen. Die Zukunft der gesamten Galaxie liegt dabei in den Händen der Spielenden. Eine geheimnisvolle außerirdische Macht hat damit begonnen, nach und nach menschliche Kolonien anzugreifen. Die Menschen dort verschwinden spurlos.

Der „Unbekannte“ schickt Shepard los, um Licht ins Dunkel der Geschehnisse zu bringen und die Gefahr abzuwenden. Er stellt ihm ein Raumschiff zur Verfügung, die neue Normandy, mit der Shepard durchs All reist. Er bekämpft Feinde, findet neue Verbündete löst Rätsel. Dabei wird er regelmäßig in Feuergefechte verwickelt, gewinnt dabei an Erfahrung und bekommt immer neue Waffen. Filmsequenzen, die Kino-Atmosphäre aufkommen lassen, treiben die Handlung voran. Die Spielenden beeinflussen das Geschehen durch die Dialogführung mit anderen Spielfiguren.

Screenshots

Mass Effect 2 kann in fünf verschiedenen Schwierigkeitsgraden gespielt werden. Die reichen von „leicht“ über „normal“ und „Veteran“ bis hin zu „Extrem“ und „Wahnsinn“. Eine Besonderheit ist, dass die Rollenspiel-Reihe Mass Effect von vornherein als Trilogie angelegt wurde. Die im ersten Teil erworbenen Charaktereigenschaften und Persönlichkeitsmerkmale von Shepard können in Teil 2 importiert werden.

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Tobias Miller
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1 Kommentar

Tobias Miller (Redaktion spielbar.de) schreibt:

Eintauchen ins Spiel leicht gemacht: Das cineastisch inszenierte Intro fesselt Science-Fiction-Liebhaber sofort. Es ist, als wäre man mittendrin, wenn zu Beginn des Spiels Shepards Raumschiff zerstört wird. Dadurch und durch den überraschenden Tod von Shepard wird sofort große Spannung aufgebaut. Auch im weiteren Spielverlauf bleibt der Spannungsbogen hoch. Dafür sorgt vor allem die Unwissenheit der Spielenden, die nur bruchstückhaft an Informationen gelangen.

Das ist jedoch nur ein Aspekt des Spiels. Hinzu kommt die Rollenspielkomponente, die sich in der Gestaltung und Entwicklung des Spielcharakters zeigt. Die individuelle Gestaltung sorgt zunächst für eine hohe Identifikation mit der Spielfigur. Im weiteren Spielverlauf fließen aber auch Vorstellungen und Werte der Spielenden mit ein. Sie sind in den Dialogen immer wieder gezwungen, Entscheidungen zu treffen, die das Verhältnis zu anderen Spielfiguren maßgeblich beeinflussen. Beispielsweise geht es darum, Vertrauen und Verbündete zu gewinnen. Bei manchen Entscheidungen geht es aber auch um Leben und Tod, was Gewissensfragen aufwirft und von den Spielenden ein hohes Maß an sozialem Urteilsvermögen verlangt. Die Entwicklung des Spielcharakters wird durch die Dialoge entscheidend beeinflusst. Auch Nebenschauplätze werden dadurch eröffnet. Das Spielerlebnis kann dementsprechend bei Spielenden sehr unterschiedlich ausfallen. Die Haupthandlung bleibt dagegen weitestgehend unberührt, was aus Sicht von Rollenspielfans ein Kritikpunkt ist, da die Charakterentwicklung dadurch letztendlich limitiert wird.

Neben dem Weltraumabenteuer, das in den Filmsequenzen fortgeschrieben wird, und dem Rollenspiel, das in den Dialogen zum Tragen kommt, sind es vor allem zahlreiche Action-Szenen, die einen Großteil des Spielgeschehens ausmachen. Typisch sind Feuergefechte gegen zahlenmäßig überlegende Gegner im Stile eines 3rd-Person-Shooters. Gewalt als Mittel zur Konfliktlösung ist hier in der Regel alternativlos. Wichtig für den Spielerfolg ist, die eigenen Kampffertigkeiten stets zu verbessern. Das düstere Spielszenario und die Gewaltdarstellungen im Spiel sind nicht für Jugendliche unter 16 Jahren geeignet.

Insgesamt weist Mass Effect 2 mit seiner umfangreichen Hintergrundgeschichte einen hohen Komplexitätsgrad auf, der von den Spielenden viel Ausdauer abverlangt aber auch Teil der Faszination des Spiels ausmacht. Mass Effect 2 ist keine einfache Fortsetzung, sondern zweiter Bestandteil einer Trilogie, die ein episches Spieluniversum aufspannt. Fans von Science-Fiction-Action werden sich gerne auf die Rolle des Commander Shepard einlassen.

21.05.2010 um 17:42


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