Spielebeurteilung

Zeno Clash

28.04.2010
Indie-Games sind immer für neue Ideen gut. Von der Masse setzt sich das Kampfspiel Zeno Clash vor allem mit exotischer Grafik und bizarren Figuren ab, die mitunter aber auch bedrohlich wirken. Durchaus anspruchsvoll: die Nahkämpfe aus der Ego-Perspektive erfordern viel taktisches Geschick.


Independent Games zeichnen sich durch ungewöhnliche Spielideen und innovative Konzepte aus. Unter dem Aspekt fanden sich Spieleentwickler aus Chile zusammen und gründeten das ACE Team. Zeno Clash ist ihr Debütprojekt, das bereits beim Independent Games Festival 2009 in der Kategorie „Excellence in Visual Arts“ nominiert wurde. Es handelt sich hierbei um ein 3D-Kampfspiel aus der Ego-Perspektive mit starkem Fokus auf den Nahkampf.

Die Spielenden übernehmen die Rolle von Ghat, einem jungen Mann. Er wird von seinen Geschwistern verfolgt, weil er angeblich Schuld am Tod deren Schöpfer ist, einer Kreatur mit dem Namen „Father-Mother“. Zusammen mit Gefährtin Deadra flieht Ghat durch die Fantasiewelt von Zenozoik, in der sie sich gegen zahlreiche Gegner behaupten müssen.

Jedes Level stellt im Prinzip eine neue Kampfarena dar. Dort müssen sich die Spielenden mit ihren Fäusten und anderen Waffen gegen angreifende mystische Wesen behaupten. Die Hintergrundgeschichte um Ghat verbindet die einzelnen Level miteinander.

Screenshots

Im Nahkampf stehen den Spielenden verschiedene Ausweichmanöver und Kombinationen mehrerer Aktionen zur Verfügung. Die „Drei-Schlag-Kombo“ beispielsweise lässt den Spielenden dreimal schnell mit der Faust zuschlagen, ist aber weniger wirkungsvoll als beispielsweise ein „Starker Schlag“. Auch bei der Wahl der Waffen haben die Spielenden verschiedene Möglichkeiten. Neben den Fäusten können sich Spielende zum Beispiel mit Knüppeln, Pistolen oder Granaten zur Wehr setzen.

Zeno Clash läuft über Steam, eine spezielle Internetplattform für Spiele, weshalb eine dauerhafte Internetverbindung erforderlich ist.

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1 Kommentar

Anne Sauer (Redaktion spielbar.de) schreibt:

Zeno Clash ist einfach anders! Das Spiel besticht durch seine außergewöhnliche Grafik. Es begegnen einem eine Vielzahl skurriler und farbenfroher Charaktere, oft halb Mensch halb Tier. Auch die wunderschöne Umgebung ist phantasievoll gestaltet und nicht minder bizarr. Die Optik lässt für einen kurzen Moment vergessen, worum es sich bei diesem Spiel handelt.

Zeno Clash ist ein Kampfspiel. Die einzige Aufgabe besteht darin, einen Gegner nach dem anderen zu verprügeln. Dem Kampf ausweichen kann man nicht. Die Ego-Perspektive erinnert zunächst an einen First-Person-Shooter. Im Gegensatz dazu liegt der Fokus bei Zeno Clash aber auf dem Nahkampf. Das zeigt sich zum Beispiel in der unterschiedlichen Wirkungskraft von Nah- und Fernangriff. Mit Schusswaffen können Spielende ihre Gegner zwar bereits aus der Entfernung angreifen, fügen ihnen aber kaum Schaden zu. In vielen vergleichbaren Spielen ist das genau umgekehrt.
Die Inszenierung der Kämpfe ist zwar unblutig, dennoch ist das Spiel aufgrund der gewalthaltigen Natur nicht für Kinder geeignet. Zum Beispiel wird auf Gegner, die bereits am Boden liegen, noch einmal eingetreten, um ihnen besonders großen Schaden zuzufügen. Das Spiel setzt somit unbedingt die Fähigkeit zur kritischen Reflektion der Spielhandlung voraus, weshalb es sich frühestens ab einem Alter von 16 Jahren eignet.

Interessanterweise bringt es bei Zeno Clash im Gegensatz zu vielen Beat’em Up nichts, wild mit der Maus um sich zu klicken. Die Gegner sind schlau, tauchen in Gruppen auf und agieren zusammen. Der Schwierigkeitsgrad ist dementsprechend hoch. Sie wehren Angriffe ab, nehmen selbstständig herumliegende Waffen auf und nutzen diese. Sie versuchen sogar, die Spielenden zu umzingeln. Das erfordert taktisches Geschick bei den Spielenden. Die Gegner dürfen nie aus den Augen gelassen werden. Ununterbrochen müssen die Spielenden in Bewegung bleiben, den Angriffen der Gegner ausweichen und eigene Schläge zur richtigen Zeit ausführen. Die Kämpfe erlebt man dadurch sehr intensiv.

Was die freien Handlungsmöglichkeiten angeht, ist Zeno Clash allerdings noch ausbaufähig. Es gibt keine Möglichkeit, die einladende Umgebung im Spiel außerhalb der vorgegebenen Wege zu erkunden. Stattdessen gelangt man schnurstracks von einem Kampffeld ins Nächste. Der Spielablauf ist linear. Hier hätten Aufgaben abseits der Kämpfe für mehr Abwechslung gesorgt.

Mit circa sechs Stunden Spielzeit bietet Zeno Clash vergleichsweise kurze Unterhaltung. Dafür garantiert es Spannung weg vom gewöhnlichen Mainstream.

23.04.2010 um 10:51


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