Spielebeurteilung

Brütal Legend

09.03.2010
Metal ist tot? Nicht in der Unterwelt! Brütal Legend ist eine Hommage an das Heavy-Metal-Genre und seinen brachialen Ruf. Die stark überzeichnete und ironische Darstellung erfordert die Fähigkeit zur Differenzierung. spielbar daher nur für Erwachsene.


Der Name Jack Black dürfte vielen Menschen ein Begriff sein. Der amerikanische Schauspieler hatte bereits in zahlreichen Filmen einen Auftritt, darunter in so bekannten Werken wie „King Kong“ oder „High Fidelity“. Darüber hinaus ist er Sänger der komödiantischen Rock-Band „Tenacious D“. Und nun ist Black auch in einem Videospiel vertreten: Der Protagonist in „Brütal Legend“ hat nicht nur seine Stimme, er sieht auch noch aus wie der Schauspieler und Musiker, denn Jack Blacks Gesicht wurde 1:1 in das Spiel übertragen. Und die Rolle in „Brütal Legend“ ist ihm ebenfalls wie auf den Leib geschrieben.

Eddie Riggs (benannt nach „Eddie the Head“, dem Maskottchen der Heavy Metal Band „Iron Maiden“ und Derek Riggs, dem Künstler, der Eddie entworfen hat) ist der weltbeste Roadie, nur leider arbeitet er für die vermutlich schlechteste Metal Band „Kabbage Boy“. Bei einem Auftritt wird Eddie von einem Stück Bühnenausstattung erschlagen, das auf ihn fällt, als er versucht, ein Bandmitglied vor einem Sturz von der Kulisse zu bewahren. Dabei fließt sein Blut auf seine verfluchte Gürtelschnalle, die in Wirklichkeit ein Amulett „Ormagödens“ ist, dem „Zerstörer der antiken Welt“. Dieser erwacht daraufhin, tötet die Bandmitglieder von „Kabbage Boy“ und entführt Eddie in eine nordische Parallelwelt, in der Dämonen die Menschheit versklaven. In dieser Welt, in der sich alles um Heavy Metal dreht, wird Eddie nun zum Anführer einer Rebellion zur Befreiung der Menschheit.


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Weiteres Action-Adventure

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1 Kommentar

Matthias Reitzig schreibt:

„Brütal Legend“ ist im Kern ein klassisches Open-World Action-Adventure. Das bedeutet, dass der Spieler relativ große Freiheit darüber besitzt, was er als nächstes innerhalb des Spiels unternehmen möchte. Er befindet sich in einer Spielwelt, die von ihm zu großen Teilen frei bereist werden kann; an bestimmten Punkten auf der Karte kann er dann Aufgaben annehmen, die ihn innerhalb der Geschichte weiterbringen. Was er abseits dieses Hauptplots unternimmt, bleibt jedoch ihm überlassen.

Folgt man zunächst der Geschichte, so gelangt man sehr schnell in den Besitz einer Streitaxt, mit der sich die ebenfalls schnell auftauchenden Dämonenhorden gut in Schach halten lassen. Dennoch wird Eddie Riggs schnell klar, dass er allein gegen die Feindeshorden keine Chance hat, und so ergreift er bald die Flucht. Hierbei begegnet ihm ein erster Heavy-Metal-Fan in Gestalt einer hübschen jungen Frau, die Eddie ohne zu zögern mitnimmt und die ihn dann auch mit den Revolutionären bekannt macht, die sich gegen den bösen Herrscher „Doviculus“ und seine Haarspray-Schergen zur Wehr setzen. Außerdem wollen sie den echten und verloren geglaubten Heavy Metal wieder auf die Bühne zurückholen.

» Die ganze pädagogische Beurteilung beim Spieleratgeber NRW lesen

Fazit:
„Brütal Legend“ ist ein ungewöhnliches Spiel. Nicht nur ist es ein schräger Mix aus Action-Adventure und Echtzeitstrategiespiel (das leider nicht immer zu überzeugen weiß), es ist auch eine verrückte und liebevolle Hommage an das Heavy-Metal-Genre. Mit seinen schrägen Figuren, dem großartigen Soundtrack (über 100 lizenzierte Metalsongs) und der völlig verrückten Geschichte kann es volljährige Spieler zunächst durchaus begeistern. Nach und nach wiederholen sich die Spielprinzipien jedoch immer mehr und gerade der nicht vollständig gelungene Echtzeitstrategieteil sorgt schnell für Frust.
„Brütal Legend“ ist in gewissem Sinne ein Zielgruppenspiel. Spieler, die sich in der Welt des Heavy Metal auskennen, finden hier unzählige Anspielungen auf ihre Musik und deren Interpreten, die kunstvoll in einem Spiel verarbeitet werden. Menschen, die mit diesem Genre nicht so viel anfangen können, erwartet ein Spiel, das viele interessante Ideen aufweist und überaus humorvoll inszeniert ist, dabei aber leider nicht alles konsequent zu Ende bringt. Für minderjährige Spieler ist es zudem aufgrund der dargestellten Inhalte und der Sprache nicht geeignet. Spieler mit einem Hang zu lauter Musik und einem Sinn für Humor, die die Grenze zur Volljährigkeit überschritten haben, können jedoch durchaus einen Blick riskieren. „Brütal Legend“ macht vieles richtig, versagt jedoch leider auch an einigen Stellen.

08.03.2010 um 13:10


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