Spielebeurteilung

Battlefield Heroes

19.04.2011
Battlefield Heroes ist die Casual-Variante unter den Shootern und hebt sich deshalb auch von den anderen Teilen der Battlefield-Reihe ab. Das Onlinespiel hinterlässt durch die comichafte Grafik zwar einen witzigen Eindruck, allerdings wird dieser durch das Weltkriegsszenario getrübt.














Genre: Third-Person-Shooter
Hersteller: Electronic Arts
Plattform: PC, Mac
Erscheinungsdatum: Juni 2009
Jugendschutz: nicht geprüftspielbar: ab 15 Jahre






Das Spiel ist ein Ableger der bekannten Ego-Shooter -Reihe Battlefield, welche bisher sieben Spiele umfasst. Allerdings fällt Battlefield Heroes aus dem Rahmen. Während die restlichen Spiele auf Trägermedien erschienen sind, lässt sich Battlefield Heroes über den Internetbrowser starten und ist kostenlos. Werbung auf der Homepage und Micropayment dienen der Finanzierung. Die Spielenden können mittels kleiner Geldbeträge ihre Figur gestalten sowie die Ausrüstung verbessern. Battlefield Heroes ist zudem der einzige Third-Person-Shooter der Reihe. Auch das Comicdesign ist untypisch für die ansonsten auf Realismus bedachten Spiele.

Bevor es losgehen kann, müssen die Spielenden einen Account einrichten. Dafür werden die Emailadresse, das Alter sowie das Land angegeben und ein Passwort festgelegt. Insgesamt kann man vier Figuren anlegen. Man wählt jeweils zwischen der Royal und der National Army und muss sich dann entscheiden, ob die Figur der Soldier-, Gunner- oder Commando-Klasse angehören soll. Soldier sind relativ leicht bewaffnet und können andere Spielende heilen. Ein Gunner trägt schwere Waffen, verfügt über die meisten Lebenspunkte und isst Granaten um sich zu heilen. Figuren der Commando-Klasse können sich unsichtbar machen und sind Spezialisten für Nah- und Fernkämpfe. Während des Spielens kann man die Figur nicht wechseln.

Screenshots




In Battlefield Heroes stehen sich in jeder Runde zwei Teams aus mehreren Spielenden gegenüber. Die Kämpfe werden jeweils auf einer von vier Karten ausgetragen. Im Spiel gilt es im Team möglichst viele eigene Fahnen zu hissen, zu verteidigen sowie feindliche einzunehmen. Für abgeschossene Gegner, gewonnene Runden und eroberte Flaggen gibt es Punkte, welche man gegen neue Ausrüstungsgegenstände tauschen kann. Im Kampf ist man jedoch nicht nur auf die eigenen Waffen angewiesen. Die Spielenden können in einen Panzer oder ein Flugzeug steigen und damit die Gegner attackieren. Zudem stehen an einigen Punkten stationäre Geschütze.

2 Kommentare

Torsten Bachem (Redaktion spielbar.de) schreibt:

Battlefield Heroes setzt nicht auf Realismus. Die comicartige, beinahe kindliche Grafik und das wirklichkeitsferne Spielgeschehen unterstreichen das. Wird die Figur beispielsweise von der Granate eines Panzers getroffen schleudert es diese zwar durch die Luft, viel Lebensenergie verschwindet aber nicht. Man kann weiterhin auch hohe Abgründe herunter springen oder auf den Tragflächen eines Flugzeuges reisen. Treffer werden nicht realistisch inszeniert. Es sind weder Blut noch Verletzungen zu sehen und abgeschossene Spielfiguren tauchen an einem anderen Punkt der Karte wieder auf. Auch die Umgebung nimmt durch Angriffe keinen Schaden.

In diesem Sinne erweist es sich jedoch als kontraproduktiv, dass das Spielszenario im Zweiten Weltkrieg angesiedelt ist. Royal Army und Nation Army beziehen sich eindeutig auf die Alliierten und die Nationalsozialisten. Dementsprechend wirken die Figuren wie Karikaturen, was dem Ganzen einen ernsten Beigeschmack gibt. Der Krieg präsentiert sich zudem nicht in seiner tatsächlichen Grausamkeit, sondern wirkt eher wie ein spaßiger Wettkampf. Das Einnehmen von Gebieten konzentriert sich auf das Hissen bzw. Einnehmen von Fahnen. Man sieht keine vernichteten Straßen, keine Verletzten oder Toten. Zwar wird Gewalt hier nicht realistisch inszeniert, der Handlungskontext und das als witzig erlebte Ausschalten der Gegner erfordern jedoch eine gewisse Reife. Aus diesem Grund ist Battlefield Heroes erst für Jugendliche ab 15 Jahre geeignet.

Das Agieren in Teams bringt eine taktische Komponente ins Spiel. Allerdings kommt diese kaum zur Entfaltung. Die Kommunikation beschränkt sich in den meisten Runden bzw. Teams auf den schriftlichen Chat und etliche, von der Figur ausführbare Zeichen. Für diese bleibt aber im Kampf kaum Zeit. Dementsprechend driftet das Spielgeschehen schnell in ein Durcheinander ab. Alle Mitglieder eines Teams kämpfen mehr oder minder einzeln gegen die Feinde und versuchen möglichst viele Trefferpunkte zu erlangen. Ausgeschaltete Gegner sind zwar wichtig für das Team, Punkte sammelt aber jeder für sich allein. Mehr als zusammen in eine Richtung zu laufen, findet in der Regel nicht statt. Dieser Aspekt ist aber nicht unbedingt als negativ zu bewerten. Denn Battlefield Heroes ist auf ein schnelles Spielerlebnis angelegt und gewissermaßen die Casual-Variante unter den Shootern. Es kann ohne viel Übung oder Absprache direkt losgehen. Und das kommt bei den Spielenden gut an.

Der Publisher bestätigte, dass Battlefield Heroes mittlerweile weltweit mehr als zwei Millionen registrierte Nutzerinnen und Nutzer vorweisen kann. Wie für Onlinespiele üblich, wird auch Battlefield Heroes regelmäßig verändert und verbessert. Demzufolge kann sich das zukünftige Spielerlebnis von dem hier beschriebenen unterscheiden. Am 30. September erschien beispielsweise ein umfangreiches Update, welches nicht nur Fehler beseitigt, sondern auch mit einer zusätzlichen Karte und weiteren kleinen Neuerungen aufwartet. Die vorliegende Beurteilung konnte diese Aktualisierungen nicht mehr berücksichtigen.

09.10.2009 um 16:03
Susi Ledermüller schreibt:

Ich finde ja so Comicaufmachung lustig, allerdings sollte es schon realistisch sein. Wenn ich bei einem Autorennen mich mit einem Auto überschlage und das fährt danach weiter, macht mir das keinen Spass. Ebenso ist es bei BF Heroes. Ich hätte es mir gekauft wegen der lustigen Grafik, aber die Tatsache das es so unrealistisch ist, lässt den Spielspass schnell schwinden.

05.04.2010 um 15:55


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