Spielebeurteilung

Ghostbusters - The Video Game

03.07.2009
Die Ghostbusters feiern ihr Comeback! Fans der ersten Stunde lassen die Korken knallen und auch jüngere Spielende haben allen Grund zur Freude. Denn Geisterjagen ist zeitlos und einfach spannend. Endlich mal wieder eine gelungene Filmumsetzung!
1984 gingen Peter Venkman, Egon Spengler, Winston Zeddamore und Ray Stantz das erste Mal auf Geisterjagd und legten dabei halb New York in Schutt und Asche. Das kam bei den Zuschauern gut an. Fünf Jahre später flackerte die Fortsetzung über die Kinoleinwände. Danach wurde es recht ruhig um die Geisterjäger. Jetzt sind sie wieder da! Denn die Geschichte des Spieles ist neu und stammt aus der Feder Dan Aykroyds und Harold Ramis‘, den Originalautoren der beiden Ghostbusters-Filme. Es handelt sich also nicht um eine reine Filmumsetzung, sondern eher um einen weiteren Teil der Ghostbusters-Reihe.

Im Spiel ist es 1991, zwei Jahre sind nach dem letzten Großeinsatz der Geisterjäger vergangen. Das New Yorker Nationalmuseum wird von seltsamen Vorgängen heimgesucht. Deren Ursprung ist eindeutig übernatürlich. Wie nicht anders zu erwarten, bricht kurz darauf eine Geisterplage über die Stadt herein. New York droht im Chaos zu versinken. Ein klarer Fall für die Ghostbusters. Bei denen ist noch alles beim Alten. Geisterjägermobil, Ausrüstung und Hauptquartier haben sich nicht verändert. Janine Melnitz mimt nach wie vor die mürrische Sekretärin und auch der eigenwillige Hausgeist Slimer ist wieder mit von der Partie. Natürlich sorgt er hier und da für zusätzliche Aufregung.

Neu ist allerdings der fünfte Geisterjäger im Bunde. Hoss, ein jungen Mann mit Igelfrisur. Als Neuzugang genießt er Azubistatus und soll als Tester neuer und nicht ganz ungefährlicher Gerätschaften herhalten. Die Spielenden übernehmen im Karriere-Modus, dem eigentlichen Spiel, die Rolle von Hoss und müssen sich vorerst im Umgang mit dem Geisterjägerwerkzeug beweisen. Das sorgt natürlich auch für dumme Sprüche von Seiten der alten Hasen. Ganz wie im filmischen Vorbild sind diese nicht gerade auf den Mund gefallen.

Im Spiel ist man nie allein unterwegs. Größere Monster und Endgegner lassen sich nur im Team besiegen. Zudem müssen sich die Ghostbusters immer wieder gegenseitig aus der Klemme helfen. Wer von den Geistern übermannt wurde, liegt am Boden und muss gerettet werden. Die andern Mitglieder werden vom Computer gesteuert. Ein Koop-Modus gibt es in der Karriere nicht. Dafür ist der Multiplayer -Modus beachtlich. Hier kann man mit bis zu vier weiteren Mitspielenden einzelne Missionen absolvieren.

Screenshots

Das Fangen der Gespenster und Monster umfasst mehrere Schritte. Zuerst muss der Geist mit einem speziellen Ortungsgerät aufgespürt werden. Ist er in Reichweite kommt die Protonenkanone zum Einsatz. Man visiert ihn an und feuert dann solange auf ihn ein, bis die Lebensenergie aufgebraucht ist. Dann wirft man die Geisterfalle aus und muss ihn mit dem Strahl hineinmanövrieren. Doch nicht jeder Geist lässt sich auf diese Weise fangen. Gewaltige Endgegner, wie beispielsweise der Marshmellow-Mann, machen andere Geschütze erforderlich. Diese bekommt man im Laufe des Spiels.

1 Kommentar

Torsten Bachem (Redaktion spielbar.de) schreibt:

Es ist schon etwas verwunderlich, dass zwanzig Jahre nach dem letzten Ghostbusters-Film ein weiteres Geisterjäger-Spiel erscheint. Schließlich wurden seit dem ersten Teil des Kinohits etliche Games auf verschiedenen, zeitgemäßen Plattformen veröffentlicht. Da stellt sich die Frage, an wen sich das Spiel eigentlich richtet? Ist es nur etwas für ältere Spielende, die in ihrer Jugend mit großen Augen in den Kinosälen und vor den Fernsehgeräten saßen? Interessiert sich die heutige Teenagergeneration überhaupt noch für diese Helden?

Natürlich! Gespenster und Monster sind einfach ein spannendes Thema. Das fasziniert Kinder und Jugendliche immer wieder aufs Neue. Und außerdem waren die Geisterjäger nie wirklich out. Die Kinofilme sind zeitlose Klassiker und werden in regelmäßigen Abständen im Fernsehen gesendet. Des Weiteren haben sich die Zeichentrickserien „Slimer! and the Ghostbusters“ sowie „Extreme Ghostbusters“ bis heute im Kinderprogramm gehalten. Auch jüngeren Spielenden sind die Geisterjäger also ein Begriff. Doch das Ghostbusters-Spiel macht nicht nur mit der Wahl des Themas alles richtig. Auch die Umsetzung überzeugt. Die Spielenden fühlen sich schnell in die glorreichen Jahre der Geisterjäger zurückversetzt. Die Atmosphäre der Filme wurde perfekt eingefangen und durch das Spiel wiederbelebt. Die Originalsprecher sorgen ebenso wie die detailgetreu nachempfundenen Handlungsorte, Utensilien und Figuren für Authentizität. Exklusivität erhält das Spiel durch die neue Geschichte. Die Mischung aus authentischem Charakter und exklusiver Handlung verleiht Ghostbusters einen speziellen, eigenen Charme und hebt es von anderen Actionspielen und den meisten Filmumsetzungen ab.

Es macht Spaß mit den einstigen Kinohelden auf Geisterjagd zu gehen. Die Gespenster sind nicht wirklich gruslig und dürften auch jüngeren Spielenden ab zwölf Jahren keine schlechten Träume bescheren. Die Kämpfe bzw. das Fangen der übernatürlichen Wesen zieht zwar die Umgebung arg in Mitleidenschaft. Doch das entbehrt nicht einer gewissen Komik und erhöht den Spaßfaktor ungemein. Hier heiligt der Zweck die Mittel. Bei den Gegnern handelt es sich schließlich um surreale Gestalten, die offensichtlich nichts Gutes im Schilde führen. Den Spielenden obliegt dagegen die heldenhafte Aufgabe die Menschheit zu retten. Wer würde sich da über kleinere Kollateralschäden, wie eine demolierte Hotellobby, beschweren?

Man schießt nicht mit realistischen Waffen, sondern benutzt utopisches Gerät um der Geister Herr zu werden. Das Fangen der Wesen ist anfänglich anspruchsvoll. Es bedarf etwas Übung, um das Geschehen geschickt mit mehreren Tasten des Controllers zu steuern. Zudem hüpfen die zappeligen Biester nicht gerade freiwillig in die Falle und entpuppen sich oft als starke Widersacher. Doch spätestens nach dem Tutorial und den ersten Einsätzen geht die Steuerung gut von der Hand. Zwar wiederholen sich diese Abläufe im Laufe des Spiels, Langeweile kommt trotzdem nicht auf. Lediglich der fehlende Koop-Modus muss hier als Kritikpunkt erwähnt werden.

03.07.2009 um 16:05


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