Spielebeurteilung

Little Big Planet

31.03.2009
Little Big Planet ist alles andere als ein gewöhnliches Spiel. Die Hauptfigur ist ein so genanntes Sackboy, ein aus Stoffresten zusammengenähtes Plüschtier. Mit ihm werden Orte erforscht und Aufgaben gelöst. Viele Details können die Spielenden selbst gestalten.


Jump’n’Run-Abenteuer sind die Klassiker unter den Bildschirmspielen, in dem eine Spielfigur meistens von links nach rechts über ein Parcour gesteuert wird (Run). Unterwegs gilt es Hindernisse mit Sprüngen zu überwinden (Jump) und Gegenstände aufzusammeln. Klassiker des Genres sind beispielsweise Donkey Kong, Super Mario und Prince of Persia. Während die alten Spiele sich zweidimensional darstellten, wurde 1996 durch schnellere Prozessoren und Grafikkarten der Sprung in die dritte Dimension mit Super Mario 64 auf der Nintendo64-Konsole gewagt. Trotz der 3D-Perspektive vermissen viele Spieler die seitliche Betrachtungsweise, die ein viel genaueres Springen ermöglicht.

Ein zwar älterer, aber zunehmend erfolgreicherer Trend nicht nur bei Jump’n’Runs, sondern auch bei Arcade-Shootern, Prügel- und Actionspielen geht dahin, die Figuren und die Level zwar dreidimensional zu modellieren, aber die Kameraperspektive auf der Seitenansicht zu lassen. Daraus ergeben sich faszinierende Perspektiven und Bilder mit einer außergewöhnlichen Tiefenwirkung, wie neueste Spiele wie „Bionic Commando Rearmed", Street Fighter IV oder natürlich auch Little Big Planet zeigen.

Schon auf dem ersten Blick ist Little Big Planet kein gewöhnliches Jump' n'Run Spiel. Das fängt mit der Figurenzeichnung an. Die zu steuernde Figur, ein sogenanntes Sackboy, sieht wie eine aus alten Stoffresten selbstgenähte Plüschfigur aus. Solch eine Figur steuert der Spieler durch eine seitlich dargestellte 3D-Welt, die ebenso wie die Figur pragmatisch zusammengesetzt wirkt – ebenso wie die zu lenkende Figur. So als hätten die Entwickler des Spiels ihre alten Spielzeuge wie Holzautos und -tiere, Plüschkissen, Bauklötzchen, Möbel usw. zusammengetragen und daraus die Level auf eine so unnachahmlich kreativ-harmonische Weise zusammengebastelt.

Screenshots

Die Level sind thematisch nach Kontinenten und Ländern wie Europa, Afrika, Südamerika, Mexiko, USA, Japan, Indien und Russland gestaltet. In Japan bewegt sich der Spieler durch eine Kirschblütenlandschaft, in Afrika klettert der Spieler an Giraffen hoch und schwingt sich zwischen Affen hin und her. Russland ist ein wenig düster militärisch gehalten. Unterteilt sind die Themengebiete in meistens sechs Haupt- und Nebenlevel, in denen es darum geht hohe Punktzahlen durch das aufsammeln von Items zu bekommen.

Untermalt werden die Level mit einem hervorragenden Soundtrack von bekannten Künstlern wie DJ-Krush, Café Tacuba oder Ananda Shankar, der die Stimmung und die Kultur der Themengebiete auch musikalisch transportiert. Suchen Sie auf Youtube einfach nach Little Big Planet-Soundtrack und sie werden schon mal einen kleinen Einblick die äußeren Bedingungen des Spiels haben.

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4 Kommentare

Kadir Yilanci (Spieleratgeber NRW) schreibt:

Die Entwickler haben bei der Entwicklung des Spiels großen Wert auf einfache Zugänglichkeit gelegt. Schon zu Beginn von "Little Big Planet" wird der Spieler mit einem Videotutorial an die Hand genommen (gesprochen von Christian Brückner, u.a. die Synchronstimme von Robert de Niro). Auch kann der Spieler in den ersten Leveln an bestimmten Stellen weitere Videotutorials aktivieren, die in die Steuerung und Besonderheiten des Spiels einführen. So können auch leseunkundige Kinder ab sechs Jahren das Spiel spielen. Im späteren Verlauf sind jedoch Lesekenntnisse notwendig, weil die kleinen Geschichten und die Aufgabenstellung mit Texteinblendungen erzählt werden.

Die Steuerung ist nur mit drei Tasten belegt und daher einfach zu lernen. Mit dem linken Analogstick wird die Figur gesteuert, mit der X-Taste springt die Figur und mit der rechten oberen Schultertaste kann der Sackboy sich festhalten, um beispielsweise Gegenstände zu ziehen oder auch bei Klettereinlagen die nächste Ebene zu erreichen. Das war es im Prinzip. Mit den beiden unteren Schultertasten kann die Figur noch zum Winken gebracht werden und über das Steuerkreuz verzieht der Sackboy Grimassen, das hat aber keinen spielerischen Mehrwert. Mit der Quadrat-Taste ruft der Spieler noch ein besonderes Menü des Spiels auf, aber dazu später mehr.

Die Steuerung ist also einfach zu lernen, aber es gibt zwei Dinge, die die Umsetzung, besonders bei jüngeren Kindern etwas schwierig gestaltet. "Little Big Planet" Spiel ist ja, wie schon erwähnt, ein zweidimensionales Spiel. Jedoch gibt es häufiger Stellen im Spiel, die mit der dritten Dimension der Tiefe arbeitet. Der Spieler kann sich auf der Spielebene etwas in die Tiefe bewegen, was leider nicht immer klappt. Hier ist die Steuerung etwas hakelig umgesetzt. Was aber die Steuerung (beabsichtigt) kniffliger macht, ist die Verwendung von physikalischen Eigenschaften wie Masse, Trägheit und Beschleunigung in dem Spiel. Gegenstände fallen beispielsweise physikalisch korrekt herunter. Im Spiel herumliegende Kissen sind einfacher zu bewegen, als große Steinblöcke. Diese wiederum sind mit mehreren Spielern schneller zu bewegen als alleine. Türen werden aktiviert, wenn der Schalter erst vom Spieler mit einer bestimmten Masse beschwert wird - und viele weitere Faktoren mehr.

Die physikalische Eigenschaft der Trägheit wurde ebenso in die Steuerung der Figuren eingesetzt. Bei Jump'n'Run-Spielen ist es essentiell, dass die Steuerung extrem präzise arbeiten muss, um nach einem Sprung punktgenau zu landen. Bei "Little Big Planet" wippen die Figuren durch die Trägheit immer ein wenig nach, was ja der natürlichen Bewegung entspricht. Hier muss der Spieler in der Lage sein, besonders nach kniffligen Sprüngen etwas gegenzusteuern. Vor allem junge Kinder und Videospielneulinge hatten hier Probleme, die aber mit Übung gemeistert wurden.

Es bereitet großen Spaß den Sackboy durch wunderschön gestaltete Level zu führen, aber die Möglichkeit das gesamte Spiel mit bis zu vier Spielern zu absolvieren, bietet ungeahnten kommunikativen Mehrspielerspaß. Vor der heimischen Konsole können jederzeit bis zu drei Spieler in das laufende Spiel einsteigen. In der Bücherei wurde fast ausschließlich der Mehrspielermodus gespielt. Die Kinder mussten dabei lernen zusammen zu spielen und auf die anderen Spieler zu warten, weil bei einem bestimmten Punkt, die Kameraperspektive nicht alle Spieler einfangen konnte und sie aus dem Bild fielen. Alleingänger sind somit meistens gezwungen im Team zu spielen. Frust kam dabei selten auf.

» Die ganze pädagogische Beurteilung beim Spieleratgeber NRW lesen

Fazit:
"Little Big Planet" ist ein ungemein kreatives und besonders im Mehrspielermodus Spaß machendes Spiel für Jung und Alt - oder am besten im Mix. Das Spiel war eine echte Bereicherung für das Computerspielangebot der daddelBIB und wurde von Jungen und Mädchen gleichermaßen gerne und oft genutzt. Selbst erwachsene Besucher der Stadtbücherei waren von dem Spiel fasziniert und haben gerne zugeschaut, während eine Gruppe von Kindern ihre selbst kreierten Gestalten durch wunderschöne Welten steuerten.
Für Kinder ab sechs Jahren und Videospielneulinge könnte die Steuerung anfangs Schwierigkeiten bereiten. Auch der Umstand, dass Hinweise auf die zu erfüllenden Ziele nur über Textblasen gegeben werden, erfordert Lesekenntnisse oder zumindest einen Mitspieler, der lesen kann. Daher empfehlen wir das Spiel für Kinder ab acht Jahren.

31.03.2009 um 10:56
Florian 12 schreibt:

Das Spiel ist weiterzuempfehlen. Gut finde ich an dem Spiel, dass man sein Charakter selbst erstellen kann, aber die Steuerung ist gewöhnungsbedürftig. Die ersten Level sind Einleitung und nicht so schwierig und dann wird es immer schwerer, z.B. bei den Wettrennen.

P.S. nur für PS3 und seit kurzem auch für die PSP
Tschüss!

05.12.2009 um 13:53
Jaqueline Schubert (14), Die Villa, Paderborn schreibt:

Die folgende Spielbesprechung entstand in der Jugendeinrichtung "Die Villa" Paderborn für den Paderspieletester-Blog.

Das Spiel Little Big Planet ist Freigegeben ab 6 Jahren und fällt unter das Genre Adventure (Jump & Run). In dem Spiel geht es darum möglichst viele Punkte zu sammeln und mit Kreativität und logischem Denken Aufgaben zu lösen und so in dem Spiel Level für Level weiter zu kommen. Der Spieler spielt eine comicartige Puppe in einer kreativ gestalteten Fantasiewelt.

Am Anfang des Spiels erscheint eine Spielanleitung, die die umfangreiche Steuerung anschaulich und verständlich erklärt. Zudem gibt es die Möglichkeit zwischen einem und mehreren Spielern zu wählen. Wenn mehrere Spieler ausgewählt wurden spielen diese gegeneinander, bekämpfen sich jedoch nicht. Gewinner und Verlierer verhalten sich neutral, die Verlierer werden nicht bloß gestellt. Ziel ist neben dem Punkte sammeln und Rätsel lösen die Umwelt und Spielfigur mit gesammelten Materialien kreativ zu gestalten.

Es ist kein Zeitlimit vorgegeben und eine Pause ist jederzeit möglich. Außerdem kann man das Spiel nach Beenden an gespeicherter Stelle weiterspielen.

Die Steuerung ist sehr umfangreich, mit etwas Übung jedoch gut zu bedienen. Um das Spiel spielen zu können ist es hilfreich Vorkenntnisse für die Steuerung zu haben und über logisches Denken zu verfügen.

Das Spiel ist sehr unterhaltsam, macht Spaß zu spielen und man verbessert sein logisches Denken, jedoch muss man durch das gesamte Spiel viel lesen. Little Big Planet verfügt über eine sehr gute Grafik. Die Umwelt ist kreativ und lässt sich durch gesammelte Materialien selbst ausgestalten.

Spielt man das Spiel zu zweit ist teilweise Teamarbeit gefragt. Die Rätsel sind schon im ersten Level sehr anspruchsvoll, mit Geduld aber zu lösen. Wenn diese nicht vorhanden ist kann es jedoch schnell zu Verzweiflung führen.

Little Big Planet ist zwar ab 6 Jahren freigegeben, jedoch für dieses Alter nicht geeignet, weil die Aufgaben relativ kompliziert sind. Es ist eher geeignet für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren und verspricht langfristigen Spielspaß.

Ingesamt ist das Spiel mit der Schulnote 2-3 bewertet worden.

04.11.2010 um 17:48
Johanna 12 vom Infoc@fé schreibt:

Ich finde Little Big Planet ganz toll. Wir spielen es immer zu zweit und es macht Spaß, dass man sich gegenseitig helfen und aufeinander warten muss.
Außerdem mag ich das Umgestalten der Spielfiguren. Die Level sind manchmal sehr schwer und man braucht mehrere Versuche um es zu schaffen, aber zusammen versucht man es immer wieder.
Ich empfehle das Spiel allen und hätte es am liebsten selber zu Hause.

14.01.2011 um 14:10


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