Spielebeurteilung

Mortal Kombat vs. DC Universe

16.02.2009
Die jüngste Auflage des Prügelklassikers für Erwachsene erhält durch Batman, Joker und Co. neuen Schwung und eine unfreiwillige Komik. Außerdem sorgt der Comic-Einschlag für eine Altersfreigabe schon ab 16 Jahren. In puncto Spielprinzip bleibt aber alles beim Alten.
Die Geschichten von Superhelden sind oft die besten. Das werden sich auch die Entwickler von Mortal Kombat vs. DC Universe gedacht haben, als sie bekannte und beliebte Comicfiguren – Helden wie Schurken – mit den Mortal Kombat-Kämpfern in eine Geschichte packten. Bekannte Kämpfer der Reihe wie Sub Zero oder Scorpion treffen auf Comicfiguren wie Superman, Batman, Wonder Woman, Joker oder Flash. Mortal Kombat, das seit 1992 auf diversen Spielplattformen umgesetzt und fortgesetzt wurde, erhält dadurch mal wieder einen einen neuen Anstrich, ohne das bewährte Spielprinzip zu ändern.

Aktiv werden die Spielenden – wie für ein Beat’em Up typisch – in der Kampsituation eins gegen eins. Jede Runde wird mit der Aufforderung „Fight!“ eingeläutet. Die zwei Kontrahenten bearbeiten sich ohne zu zögern mit Schlägen, Tritten und effektiven „Special Moves“, wobei ein Energiebalken den aktuellen Gesundheitszustand der Charaktere anzeigt. Die Runde ist zu Ende, wenn einer der beiden keine Energie mehr hat. Im Modus „Best of Three“ geht ein Kampf über maximal drei Runden.

Screenshots

Alle Kämpfe folgen diesem Aufbau, ganz gleich welchen der Spielmodi man wählt. Der Storymodus, der alleine gespielt wird, packt die Einzelkämpfe in einer Rahmengeschichte, wahlweise aus Sicht der Mortal Kombat-Helden oder der Comicfiguren. In jedem Kapitel übernimmt man eine andere Spielfigur und trägt mir ihr mehrere Kämpfe aus, wobei jeder Charakter über eigene Spezialattacken verfügt und deshalb anders zu steuern ist. Die eigentliche Handlung wird in Videosequenzen erzählt und immer wieder von dem bekannten „Fight“ unterbrochen. Im Laufe der Geschichte spielt man mit allen Figuren einer Seite. Scheitert man einem Computergegner (Bot ), muss man den Kampf wiederholen.

Klassischer als der Storymodus ist das Spielen zu zweit, wie es schon aus den Anfangstagen von Mortal Kombat in den Spielhallen bekannt ist. Die beiden Mitspielenden wählen aus der Liste mit 22 Kämpferinnen und Kämpfern, die je zur Hälfte aus Comic- und Mortal Kombat-Welt stammen. Dann beginnt die übliche Rauferei über zwei bis drei Runden. Zur Standardausstattung des Spiels gehört darüber hinaus auch das Kräftemessen über das Internet.

Weiterführende Links

Super Smash Bros. Brawl

Mortal Kombat. Prügeln bis zur Beschlagnahme (Fachartikel von Wolfgang Langner)

1 Kommentar

Tobias Miller (Redaktion spielbar.de) schreibt:

Beim „Beat’ em Up”-Spielen („Schlag sie zusammen”) geht es um die kämpferische Auseinandersetzung. Häufig treten die Spielenden ausschließlich zu diesem Zweck in Aktion. Das Spielziel ist nur durch Töten der Gegner zu erreichen. Als besonders brutale Vertreter dieses Genres waren die Spiele der Mortal Kombat-Reihe schon in der Vergangenheit Gegenstand heftiger Kontroversen. Anstoß der Kritik war und ist etwa der Ausspruch „FINISH HIM“, der dazu auffordert, dem bereits besiegten Gegner noch den „Rest“ zu geben. Das Spielziel und die Gewaltdarstellungen hatten in den 90er Jahren die Indizierung der ersten Titel der Reihe zur Folge. Einige Versionen wurden sogar gerichtlich beschlagnahmt, da der Straftatbestand der Gewaltverherrlichung als erfüllt angesehen wurde (siehe dazu den Fachartikel von Wolfgang Langner bei spielbar.de).

Von einer derart drastischen Sanktionierung ist das aktuelle Mortal Kombat vs. DC Universe weit entfernt, obwohl sich am Spielprinzip wenig geändert hat und die Technik heutzutage eine wesentlich detailliertere Grafik erlaubt. Das Spiel erhielt nicht wie viele seiner jüngeren Vorgänger das Kennzeichen „Keine Jugendfreigabe“, sondern wurde von der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle ab einem Alter von 16 Jahren freigegeben. Diese Einstufung ist gerechtfertigt, da die Charaktere comichaft überzeichnet und die „Special Moves“ vollkommen übertrieben sind. Die gewalthaltige Handlung ist von älteren Jugendlichen und Erwachsenen souverän als Fiktion einzustufen und hat für diese Altersgruppe keine Vorbildfunktion. Außerdem sterben im Storymodus keine Charaktere. Auf das erwähnte „FINISH HIM“ wird dort verzichtet. Gleichwohl lässt sich das Spielziel nur durch Gewalt erreichen, weshalb das Spiel keinesfalls für jüngere Jugendliche und Kinder in Frage kommt.

Als Actionspiel erfordert das Spiel in erster Linie Konzentration und Geschicklichkeit. Die Hauptanforderung besteht darin, möglichst schnell und gekonnt spezielle Tastenkombinationen auszuführen, die dann spektakuläre Aktionen auslösen. Durch Üben und einen Blick in die „Moves“-Liste, in der für jeden Spielcharakter die Tastenkombinationen aufgeführt sind, kann man sein Können leicht steigern. Hinsichtlich der Geschichte ist die Mitwirkung der Comic-Helden und –Schurken eine Bereicherung. Dem Spiel kommt hierbei die Popularität von Figuren wie Batman oder Joker zugute, wie sie von der aktuellen Kinoproduktion „The Dark Knight“ ausgeht. Gerade Joker ist durch seine humorvolle Inszenierung ein Unterhaltungsgarant. Gleichzeitig ist die Geschichte um die Comicfiguren unfreiwillig komisch, etwa wenn Batman und Wonder Woman gemeinsame Sache machen oder die Schauplätze Gotham City und Metropolis durcheinander gewürfelt werden.

Insgesamt spricht Mortal Kombat vs. DC Universe eher Freunde von Prügelspielen an als Comicfans. Kennzeichnend für das Spiel ist der Wettbewerbscharakter, der für Personen ab 16 Jahren vor allem dann ein Unterhaltungsgarant ist, wenn sie zu zweit spielen. Mittelfristig verliert das Spiel aber an Reiz, da lediglich die Gegner stärker werden, jedoch keine echten Herausforderungen hinzu kommen.

16.02.2009 um 18:55


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