Spielebeurteilung

Trauma Center - New Blood

10.02.2009
Die Chirurgie-Simulation verlangt von den Spielenden eine besonders ruhige Hand. Die Bewegungscontroller der Wii werden zu präzisen medizinischen Instrumenten. Die Spielidee ist gut. Es hapert aber noch an der Umsetzung, so der Befund der Spieletest-AG an der Goetheschule Neu-Isenburg.
Beschreibung der Spieletest-AG des Infoc@fés Neu-Isenburg an der Goetheschule

Bei „Trauma Center – New Blood“ handelt es sich um den dritten Teil der Reihe. Im Spiel schlüpft man in die Rolle eines Arztes und muss verschiedene Operationen durchführen. Das Flair des Spiels gleicht einer interaktiven Krankenhausserie, wobei man aber nur die Operationen selbst gestalten kann. Die Figuren sind im Manga-ähnlichen Style gehalten und nicht animiert. Im Einzelspielermodus wird wahlweise die Rolle von Markus oder Valerie übernommen. Im Kooperationsmodus spielen zwei Personen gleichzeitig und führen die Operationen gemeinsam durch.

Die Spielhandlung findet hauptsächlich im OP einer Versorgungsstation mitten in Alaska statt. Zwischendurch finden Sequenzen auch außerhalb der Hütte statt, in die man aber nicht aktiv eingreifen kann, da diese nur die Rahmenhandlung bilden. Im OP muss man unter anderem Wunden desinfizieren, nähen, aufschneiden, Tumore entfernen, Laser und Ultraschall anwenden, Kugeln entfernen, Knochen zusammensetzen oder Spritzen setzen.

Screenshots

Um zu gewinnen muss man die Operation so durchführen, dass der Patient überlebt. Dabei gilt es ein bestimmtes Zeitlimit einzuhalten, da der Patient immer schwächer wird, je länger die OP dauert. Alle Aufgaben werden damit unter Zeitdruck erledigt. Das Spiel wird auf DVD mit deutschem Handbuch – ausführlich und gut erklärt – vertrieben.

1 Kommentar

Spieletest-AG des Infoc@fés Neu-Isenburg an der Goetheschu schreibt:

Das Spiel macht am Anfang richtig viel Spaß. Im Laufe der Zeit wird es jedoch langweilig, da man immer wieder das Gleiche macht. Es ist eigentlich eine gute Idee und für die Umsetzung ist die Wii ideal. Dennoch wirkt es insgesamt noch nicht ganz ausgereift.

Das Spiel bietet leider viele überflüssige Videosequenzen, die zwar das Flair einer Arztserie erzeugen, aber insgesamt nicht relevant für das Spielerleben sind. Die Musik ist recht sparsam, aber passend und realistisch gehalten. Die Sprachausgabe im Spiel ist auf englisch. Untertiteln sind in fünf Sprachen verfügbar. Es gibt drei verschiedene Schwierigkeitsstufen: Leicht, Mittel und Schwer. Ohne die Tutorials weiß man nicht was zu tun ist. Die ersten Level sind leicht – die Schwierigkeit steigt dann jedoch an.

Erfahrene Wii-Spieler brauchen kein Handbuch, da die Tutorials ausführlich genug sind, um einem das Spielprinzip nahe zu bringen. Spätestens nachdem man diese absolviert hat, weiß man, was von einem erwartet wird. Während des Spiels wird genau erklärt, welche Knöpfe zu drücken sind. Das Spiel speichert automatisch, die Menüführung ist sehr anschaulich und intuitiv verständlich.
Um wirklich gut zu werden, braucht man schnelle Reaktionen und ein gutes Erinnerungsvermögen. Im Teammodus sind kommunikative Fähigkeiten verlangt, um sich schnell und exakt absprechen zu können. Der Spielflow beim Operieren wird immer wieder durch Dialoge unterbrochen, die man weg drücken muss, um weitermachen zu können. Diese stören erheblich.

Die Idee ist insgesamt toll und innovativ, die Operationsmethoden sind aber unrealistisch und haben kaum einen medizinischen Hintergrund. Zersplitterte Knochen werden einfach herausgezogen und wieder zusammengepuzzelt. Es ist wenig Blut zu sehen. Die Darstellung ist insgesamt sehr abstrakt und comichaft. Wenn man das Spiel einmal durchgespielt hat, nimmt man es wohl nicht mehr in die Hand. Das Spiel ist für die Altersgruppe 12- 16 geeignet. Wir würden es uns nicht kaufen.

19.12.2008 um 19:12


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