Reality Check Games #10

Die Nahrungspolitik in Pokémon

05.04.2016
In all den vielen Pokémonspielen bleibt eine Frage ungelöst: Wovon ernähren sich eigentlich die Menschen in Pokémon? Sind alle Veganer? Oder werden hier, wie Tiere in der realen Welt, Pokémon zur Herstellung von Nahrungsmitteln genutzt – oder gar verspeist? Wir gehen diesen Fragen in unserem Reality Check auf den Grund.

In Pokémon sind die gleichnamigen Monster mehr als Tiere – sie sind Haustiere, Kämpfer, Postboten, die Ergebnisse genetischer Experimente und lebenslange Freunde zugleich. Aber eine Frage bleibt: Wenn Tiere in dem Spiel durch Pokémon ersetzt werden – werden sie dann auch gegessen? Oder gemolken? Wie funktioniert die Nahrungspolitik in Pokémon eigentlich?

Während die meisten Bewohner der Pokémonwelt Trainier oder Trainerinnen sind – und hauptberuflich Blickkontakt mit Fremden suchen, um sie dann zu einem Kampf herauszufordern – gibt es auch einige Menschen, die sich in der ein oder anderen Weise mit Nahrungsmitteln beschäftigen. Auf Route 39 in der Johto-Region findet man beispielsweise die Kuhmuh-Farm, auf der Pokémon namens Miltank Milch produzieren. Auf dem Dausing-Hof in der Einall-Region werden Voltilamm – schafsähnliche Pokémon mit Elektrokräften – gehalten.

Auf der KuhMuh-Farm produzieren die kuhähnlichen Miltank Milch. Ob sie auch anderweitig als Nahrungsmittel verwendet werden, ist nicht bekannt.
Hinweise darauf, ob manche Pokémon gegessen werden, finden sich im Pokédex. So zum Beispiel zum Vogelpokémon Porenta in Folge 49 der ersten Staffel des Animes:
"Porenta ist ein wildes Enten-Pokémon. Porenta ist eine Delikatesse. Es schmeckt sehr gut, vor allem zu Lauchgemüse. Deswegen ist Porenta auch so gut wie ausgestorben."

Ebenso als Delikatesse in der Pokémonwelt gilt die Rute eines Flegmons. In den Pokémonspielen Gold, Silber und Kristall sind in Azalea City alle Flegmon von Team Rocket entführt wurden, damit sie diese für viel Geld auf dem Schwarzmarkt verkaufen können. Auch im Restaurant de Luxe in Illumina City aus Pokémon X und Y landen Flegmonruten auf der Karte.

Die Rute des rosanen Flegmons gilt als Delikatesse in der Pokémonwelt.
Wann also werden Pokémon als Nutztiere gehalten – und wann nicht? Im Fachmagazin für Lebensmittel-Produzenten Modern Farmer, das immer wieder auch Lebensmittel in Bezug zu Games setzt, wird die These aufgestellt, dass zwei Faktoren dafür ausschlaggebend seien: Zum einen die Nähe zu Nutztieren der realen Welt (Milktank erinnert an eine Kuh, Voltilamm an ein Schaf und Porenta an eine Ente), zum anderen die Intelligenz. Flegmon gilt als faules Pokémon mit einem niedrigen IQ. Laut Pokédex bemerke es zum Beispiel Schmerz erst viel später oder sogar gar nicht. Im Gegensatz dazu ist ein intelligentes, niedliches Pokémon wie Pikachu als idealer Wegbegleiter geeignet – und wird garantiert nicht verspeist.

In der Pokémonwelt ernähren sich die Bewohner also keineswegs vegan. Tierische (oder „pokémonische“) Produkte gehören auf den durchschnittlichen Speiseplan, genauso wie in der realen Welt. Bleibt nur ein Problem zu klären: Wie werden die benötigten Nahrungsmengen produziert, wenn doch 90 Prozent der Bewohner mit Kämpfen beschäftigt sind?

Weblink
Modern Farmer: The Food Politics of Pokémon
Sarah Pützer
Dieser Artikel wurde verfasst von:

Bildnachweis

[1]Pokémon, Nintendo via Pokéwiki[2]Pokémon, Nintendo via Pokéwiki

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Die Pokémon-Saison ist wieder eröffnet. Mit neuen Pokémon aber auch neuen Spielinhalten versucht das aktuelle Pokémon-Abenteuer zu überzeugen. Und das gelingt. Pokémon X/Y weiß lange Zeit zu unterhalten und bietet dabei Inhalte, die unterschiedliche Spielertypen ansprechen.

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