YouTube goes Gaming

14.09.2015
Seit Ende August ist YouTubes eigene Videoplattform für Computerspiele online: YouTube Gaming. Hier werden zum einen die Gaming-Videos von YouTube gebündelt, zum anderen bietet die Plattform auch einen Streamingservice an, der mit dem bereits erfolgreichen twitch.tv vergleichbar ist. Aber wie genau funktioniert das Ganze?

Zwei Bereiche: Gaming-Videos und Livestreams

YouTube Gaming lässt sich grob in zwei Bereiche unterteilen. Zum einen werden hier alle Inhalte der normalen YouTube-Plattform, die sich mit Computerspielen befassen, gesammelt. Diese sind, wie bisher auf YouTube, nicht nur nach Kanälen sortiert. Es gibt auf YouTube Gaming bisher eine eigene Unterseite zu circa 25.000 Spieltiteln. Dort sind alle für das jeweilige Spiel relevanten Videos nach Rezensionen, Let’s Plays, offizielles Material der Publisher und Livestreams unterteilt. Diese Spielunterseiten können wie Kanäle abonniert werden.

Da die Einordnung der Videos automatisch abläuft, wird von den YouTubern erwartet, dass diese ihre Videos mit den richtigen Schlagwörtern versehen – ansonsten können sich auch Videos auf die Plattform einschleichen, die mit Computerspielen gar nichts zu tun haben. Alle Videos, die auf YouTube Gaming gesammelt werden, sind weiterhin auch auf der normalen YouTube-Plattform vertreten. Let’s Plays und ähnliche Gaming-Formate werden also auf der neuen Plattform nur gesammelt und nicht ausgelagert.

Möchte man eine Auswahl verschiedener Let’s Plays zu Life is Strange haben, kann man einfach den jeweiligen Reiter auf der Unterseite zum Spiel anklicken.
Der zweite große Bereich auf YouTube Gaming bildet der Streamingservice. Hier können die Nutzerinnen und Nutzer Let’s Plays und andere Videoformate live streamen. Ähnlich wie auf twitch.tv läuft parallel dazu ein Chat, über den man mit dem Publikum kommunizieren kann. Neu an YouTube Gaming ist eine Rückspulfunktion. Mit ihr lässt sich ein Stream jederzeit zurücksetzen, wenn man den Anfang verpasst hat – bei twitch.tv ist dies nicht möglich.

Livestreams in Deutschland nicht verfügbar

Allerdings spielt der letztere Bereich für Nutzende aus Deutschland noch keine Rolle. Der Streamingservice ist hierzulande nicht verfügbar, das heißt, es können weder Livestreams veranstaltet noch Streamings angeschaut werden. Dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen befindet sich YouTube immer noch in Verhandlungen mit der Gema. Bei einem Livestream kann nicht ausgeschlossen werden, dass im Hintergrund urheberrechtlich geschützte Musik läuft.

„Live Streaming ist wegen Rechteproblemen in Deutschland leider nicht möglich.“
Zum anderen sind Livestreams in Deutschland an den Rundfunkstaatsvertraggebunden. Dieser besagt, dass eine Veranstaltung von Rundfunk durch Privatpersonen einer Zulassung bedarf, auch wenn diese im Internet stattfindet. Sobald ein Livestream mehr als 500 Zuschauer besitzt, muss dieser erst einmal genehmigt werden – ansonsten drohen hohe Bußgelder. Ob YouTube Gaming hier noch eine Regelung findet und ab wann Livestreaming auch in Deutschland möglich ist, bleibt daher noch unklar.

Weblinks

Offizielle Webseite zu YouTube Gaming

Weitere Infos zum Rundfunkstaatsvertrag
Sarah Pützer
Dieser Artikel wurde verfasst von:

Bildnachweis

[1]YouTube Gaming[2]YouTube Gaming

Siehe auch

YouTube und die Videospielindustrie

YouTubes Anhängerschaft wächst und wächst, vor allem unter Spielenden. Das hat auch die Videospielindustrie gemerkt und möchte sich den Erfolg zu Nutze machen. Nimmt YouTube Einfluss auf die Publisher oder umgekehrt? Oder hat gar die Gamer Community das Zepter in der Hand?

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