Reality Check Games #3

Ist Links Aufgabe in The Legend of Zelda: Majora’s Mask sinnlos?

24.06.2015
In The Legend of Zelda: Majora’s Mask wird ein herabstürzenden Mond zur permanenten Bedrohung. Schafft es Link nicht, den Himmelskörper rechtzeitig aufzuhalten, geht ganz Unruhstadt in einem riesigen Feuerball auf. Doch wären die Konsequenzen in der Realität tatsächlich so dramatisch?

In dem Action-Adventure The Legend of Zelda: Majora’s Mask muss der grünbemützte Held Link das Herabstürzen des Mondes verhindern. Er gerät dafür in eine dreitägige Zeitschleife, die ihm genügend Zeit gibt, Unruhstadt vor der Zerstörung zu retten. Aber wie groß ist die zerstörerische Kraft des Mondes in Majora’s Mask wirklich? Matthew Patrick, Gründer des YouTube-Channels The Game Theorists, ging dieser Frage nach.


In einer dramatischen Sequenz zerstört der Mond in Majora’s Mask Unruhstadt. Doch wie bedrohlich wäre ein solcher Mond in der Realität? (YouTube-Video)

Um herauszufinden, wie viel Schaden der Mond in Majora’s Mask anrichten könnte, muss zunächst die Energie, die er generiert, ausgerechnet werden. Hierfür wird Masse, Schnelligkeit und Größe des Mondes benötigt. Wie kommt man an diese Daten, wenn es sich um einen Himmelskörper in einem Videospiel handelt? Patrick hat hierfür ein in das Spiel integriertes Metermaß genutzt. Im Nintendo 64 Vorgänger The Legend of Zelda: The Ocarina of Time gibt es in dem Gebiet um den Hylia See ein Tauchbecken, in dem die Tiefe mit einer Messlatte angegeben wird. Stellt sich der erwachsene Link daneben, ergibt dies eine Höhe von ca. 150cm. Vergleicht man diese Höhe nun mit der Größe des jüngeren Links (und somit der Version aus Majora’s Mask), ist er ca. 128cm groß. Durch einen Screenshot, in dem Link und Mond gleichzeitig zu sehen sind, kommt man so auf einen Monddurchmesser von 63,5m. Zum Vergleich: Unser Mond ist mit einem Durchmesser von 3.474km etwa 55.000mal so groß.

Um Links Größe zu messen, greift Matthew Patrick zu einem Trick. Er benutzt eine Messlatte aus Ocarina of Time, die eigentlich die Tiefe des Tauchbeckens angeben soll.
Nimmt man an, dass der Videospiel-Mond die gleiche Dichte wie unser Mond besitzt, kommt man so auf eine Masse von 450.000.000kg. Um aber die Energie, die von dem Mond ausgeht, zu berechnen, benötigt man noch seine Geschwindigkeit. Patrick hat in den letzten 5 Spielstunden, bevor der Mond auf die Erde stürzt, beobachtet, dass er sich in dieser Zeit um 8m bewegt hat. Das wären 1,6m pro Stunde – selbst eine Schnecke wäre 30mal schneller. Berechnet man nun mit der Geschwindigkeit und der Masse des Mondes seine generierte Energie, ergibt dies 36J. In einem Aufsatz der University of Leicester wurde ausgerechnet, dass 2,25*1032J nötig sind, um einen ganzen Planeten zu zerstören.

Um die wahre Kraft hinter dem grimmigen Mond in Majora’s Mask zu berechnen, müssen erst einige Fragen geklärt werden.
Der Aufprall selbst stellt demnach nicht die eigentliche Gefahr des herannahenden Mondes dar. Vielmehr ist es der Weg bis zum Aufprall. In dem Moment in dem Link seine Rettungsmission beginnt, wäre der Planet schon verloren. Der herannahende Mond würde durch seine Anziehungskraft für Überflutungen sorgen, die Erde aus ihrer Umlaufbahn werfen, was wiederum zahlreiche Naturkatastrophen und einen dramatischen Klimawandel verursachen würde. Die meisten Menschen würden den Aufprall des Mondes also gar nicht miterleben.

Weiterführende Links

Reality Check Games #1: Wieviel ist ein Leben in Super Mario wert?

Reality Check Games #2: Ein wildes Magcargo erscheint. Rette sich, wer kann!

Weblink

Matthew Patrick “Game Theory: Is Link's Quest in Majora's Mask Pointless?” (YouTube-Video)
Sarah Pützer
Dieser Artikel wurde verfasst von:

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