Videospielhallen in Deutschland

24.06.2015
Zusammenspielen macht Spaß. Noch mehr Spaß macht es in Videospielhallen, die in Amerika, Japan und anderen Ländern als sozialer Treffpunkt Spielende aller Altersgruppen zusammenführen. Doch warum sieht man diese Kultur des Zusammenspielens außerhalb des eigenen Wohnzimmers derzeit nicht in Deutschland?

Ende der siebziger Jahre begann die sogennante „Goldene Ära“ der Videospielhallen – auch in Deutschland. Es wurden Rennen gefahren, gekämpft, gespielt und so ein besonderer Spielplatz für die Jugend der damaligen Generation geschaffen. Und das nicht nur in speziellen Videospielhallen, sondern auch in Kino- und Kaufhauseingängen. Mitte der Achtziger fand diese Ära in Deutschland ihr jähes Ende und Videospielhallen verschwanden beinah gänzlich von der Bildfläche. Warum?

Früher noch überall zu finden, sind Videospielautomaten heute rar geworden.


"Spaßbremse" Jugendschutz

Einer der Gründe lag in den leistungsfähigen Heimkonsolen, wie dem Nintendo Entertainment System (NES), die die Wohnzimmer eroberten und den Gang zur nächsten Videospielhalle allmählich ablösten. In Deutschland wurden Mitte der Achtziger zusätzlich die Bestimmungen des Jugendschutzes gegenüber Videospielhallen deutlich strenger. Arcade-Automaten wurden als „Glücksspiele“ abgetan und der Zugang zu ihnen Minderjährigen verwehrt.

Nicht beachtet wurde, dass gerade das Spielen in einer Videospielhalle eine sehr starke soziale Komponente besitzt. Sie dient als Treffpunkt für Spielende und führt diese anders als ein Forum oder Onlinemodus auch räumlich zueinander. Man kann zusammen spielen, dem Knacken eines High Scores entgegenfiebern oder sich über Tipps und Tricks austauschen und so neue Freundschaften schließen.

In Japan gibt es nach wie vor eine lebendige Arcade-Kultur. Hier trifft man nicht nur auf Jugendliche, sondern auch auf Erwachsene und Familien.
Mit dem Jugendschutzgesetz von 2003 wurde das generelle Verbot von Spielautomaten auf Kindern und Jugendlichen zugänglichen öffentlichen Flächen zwar wieder aufgehoben und als nicht mehr zeitgemäß angesehen. Doch galt diese Aufhebung nur für Automatenspiele, die von der ASK (Automaten-Selbst-Kontrolle) ab 0 oder 6 Jahren freigegeben wurden. Damit werden sämtliche actionlastige Spiele ausgeschlossen, da diese nach USK-Richtlinien, an die sich die ASK orientiert, wenigstens mit „ab 12 Jahren“ zu bewerten sind.

Game-Center in Berlin für 2015 geplant

Für 2015 hat sich nun eine junge Unternehmergruppe aus Berlin vorgenommen, die Videospielhalle mit einem neuen Konzept nach Deutschland zurückzubringen. Unter dem Namen „GameOn“ soll mitten in der Hauptstadt ein fünfstöckiges „Entertainment-Center“ entstehen. Neben alten Klassikern möchte man hier auch neusten Innovationen der Arcade-Games, wie Achterbahn-Simulationen mit realen Überschlägen oder Flugzeugsimulationen mit echt wirkendem Cockpit, ein Zuhause bieten. Auch eine große E-Sport Area ist geplant.

Das Projekt GameOn verspricht "Entertainment in einer neuen Dimension" auf fünf Etagen mitten in Berlin.
Bezahlt wird wie im Freizeitpark einmalig beim Eintritt des Centers. Man erhält ein dem Alter entsprechendes Altersbändchen und kann damit den ganzen Tag nach Belieben Spiele spielen, die für die eigene Altersklasse zugelassen sind. Dadurch, dass man nicht an jedem Automaten einzeln Münzen einwerfen muss, laufen Kinder und Jugendliche nicht Gefahr, ihre Ausgaben aus dem Blick zu verlieren und das Projekt unterliegt nicht den Bestimmungen entgeltlicher Automaten.

Es bleibt abzuwarten, ob sich die deutsche Arcade-Landschaft von dem starken Einbruch nach den achtziger Jahren erholen kann. Besteht aber genügend Interesse könnte sich auch in Deutschland eine neue Kultur des Zusammenspielens entwickeln und vielleicht die zweite goldene Ära der Videospielhallen eingeläutet werden.

Weblinks

Homepage der Automaten-Selbst-Kontrolle (ASK)

Homepage des Projekts „GameOn“
Sarah Pützer
Dieser Artikel wurde verfasst von:

Bildnachweis

[1]Ben Salter[2]Sarah Pützer[3]GameOn

Siehe auch

Spielkultur

Artikel und Spielebeurteilungen zum Tag "Spielkultur"

3 Kommentare

Jonas schreibt:

Hier in Berlin gibts aktuell leider gar nichts für Arcade enthusiasten. Also das wäre ja echt eine heiße Sache! Also bei der Crowdfunding Kampagne bin ich auf jeden Fall dabei.

02.07.2014 um 19:29
Andy schreibt:

Leider wohn ich in Bielefeld aber das wäre echt eine gute IDEE!!!!!!!!!!

22.02.2015 um 16:24
Sara schreibt:

Die Idee ist supper ! Ich wünsche mir eine in Hamburg bitte!

15.05.2016 um 20:39


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