YouTube und die Videospielindustrie

24.04.2014
YouTubes Anhängerschaft wächst und wächst, vor allem unter Spielenden. Das hat auch die Videospielindustrie gemerkt und möchte sich den Erfolg zu Nutze machen. Nimmt YouTube Einfluss auf die Publisher oder umgekehrt? Oder hat gar die Gamer Community das Zepter in der Hand?

YouTube dient immer häufiger nicht nur als reine Unterhaltungsplattform, sondern auch als Informationsquelle. Ist man sich als Gamer nicht sicher, ob sich die Investition in ein bestimmtes Spiel lohnt, schaut man sich vorher Let’s Plays oder unterhaltsame Reviews dazu an. YouTubes Erfolg beruht dabei nicht nur auf dem kostenlosen Angebot. Vor allem der hohe Grad an Authentizität unterscheidet YouTube-Videos zu Computerspielen von anderen Angeboten wie Print- oder Onlinemagazinen, da die meisten Videos von Privatpersonen hochgeladen werden. Der YouTube-Kanal mit den meisten Abonnenten beispielsweise gehört einem schwedischen Let’s Player namens PewDiePie, der mit seinen Videos 25,5 Millionen Menschen erreicht.


PewDiePie führt mit über 25 Millionen die Liste der meisten Abonnenten eindeutig an. Er hat sogar mehr Zuschauer als der Kanal von YouTube selbst.
(Bild: youtube.com/user/PewDiePie)


Diese Reichweite bei der Computer und Konsolen spielenden Zielgruppe möchten Publisher natürlich gerne nutzen. Das US-Videonetzwerk Machinima wirbt dazu auf seiner Seite damit, dass ihre Zuschauer vor allem Männer zwischen 18 und 34 Jahren sind, die leidenschaftlich die von ihnen produzierten Videos verfolgen. Als Videonetzwerk kümmert sich Machinima um eine Reihe bekannter YouTuber, promotet diese und sorgt dank Werbedeals auch für die nötigen Einnahmen.

So stellt Machinima auf seiner Homepage ihre Zuschauer für die Werbekunden vor. Sie werden unter anderem als einflussreich, Trendsetters und Risk-Takers beschrieben. Doch besonders zentral scheint die hohe Anzahl männlicher Zuschauer zu sein.
Im Rahmen eines Werbedeals werden beispielsweise Videos produziert, die den anderen Videos eines Kanals von der Machart her gleichen, sich allerdings um eine bestimmte Konsole oder ein bestimmtes Spiel drehen, das beworben werden soll. Das können ganz normale Reviews oder Let’s Plays sein, bei denen Kritikpunkte zu dem Produkt wegfallen oder relativiert werden, sodass ein positiver Gesamteindruck entsteht. Allerdings befindet sich YouTube, was Werbedeals betrifft, noch in der Grauzone. Eigentlich müssten Promotionvideos als solche auch klar gekennzeichnet werden, auf YouTube ist dies aber nicht immer der Fall.

Für viele regelmäßige Zuschauer eines bestimmten Kanals, sind die Macher dahinter keine Fremden mehr. Wird ein Promotionvideo als eigene Meinung zu einem Spiel oder zu einer Konsole veröffentlicht und der Werbedeal kommt ans Licht, kommt dies dem Verrat eines Freundes nahe. YouTube gewinnt zwar an Einfluss in der Gamer Community und wird als Werbeplattform immer interessanter. Doch die kritische Stimme der Spielenden selbst sollte auch nicht unterschätzt werden.
Sarah Pützer
Dieser Artikel wurde verfasst von:

Bildnachweis

[1]machinima.com/advertisers

Siehe auch

Let’s Play-Videos: Gamer spielen für Gamer

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BITKOM Studie

3 Millionen Deutsche schauen Let’s Play-Videos

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Markus, der Stratege. Ein Let's Player erzählt, warum er spielt und sich dabei aufnimmt.

Let’s Play-Videos erfreuen sich großer Beliebtheit bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Doch was treibt die Let’s Player eigentlich an? Der 30-jährige Markus spricht über seine Motivation zum Filmemachen, den Unterhaltungswert seiner Videos und die pädagogischen Aspekte seines Tuns.

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