Games und Bildung

Rückblick: Next Level Conference

26.10.2015
Im Bereich Games und Bildung der Next Level Conference 2013 fanden an zwei Tagen informative Vorträge, spannende Workshops und viele Bonusangebote statt. In den Workshops konnte man außerdem selbst aktiv werden, an den verschiedenen Spieletationen wurde Spiele ausprobiert. Ein Rückblick.
Eröffnet wurde der Strang "Games und Bildung" am Freitag den 6.12.2013 pünktlich um 10 Uhr. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Moderator Matthias Felling startete Markus Haberkorn von der FH Trier mit seinem Vortrag „Spielräume eröffnen – Gamification in Bildungskonzepten“. Er stellte verschiedene Aspekte von Videospielen und Spielräumen abseits des Mainstreams vor. So kann man Gamification nutzbringend in verschiedene Aspekte von Erziehung und Haushalt einbinden, um Motive wie Faszination und Motivation zu verstärken und Kompetenzen zu fördern. Zusätzlich entsteht Autonomie durch die Regelhaftigkeit in Spielen und die resultierende Verbundenheit, weshalb sie sich anbieten, um Lernprozesse spielerisch zu gestalten.

Anschließend kam Prof. Dr. Thorsten Quandt von der Uni Münster zum Thema „eSport als jugendkulturelles Phänomen“ zu Wort. Er stellte seine Forschungsprojekte vor, in denen er mit mehreren Gamern der Electronic Sports League (ESL) arbeitet. Die Auswertungen ergaben, dass es keine gravierenden Unterschiede zum Mannschaftssport gab. Die Studie ergab weiterhin, dass Medienkonsum nur wenig Einfluss auf Menschen hat, sofern dieser nicht zu exzessiv ausgelebt wird oder die Spieler nicht zu jung sind.

Frederik Keitel von Clans.de und ehemaliger E-Sportler konnte diese These nur bestätigen. In einem Rückblick berichtete er von seiner Karriere als E-Sportler FiSheYe in Starcraft und der Weltmeisterschaft in Korea. Spannend war die Beobachtung, dass er durch das Spiel soziale Kontakte geknüpft hat und den Einstieg in die englische Sprache bekam. Weiterhin ist Keitel der Ansicht, dass E-Sport Werte der Entwicklung wie beispielsweise logisches Denken fördern.

Bild: Fotostream der Next Level Conference bei google+(Fotos Thomas Riedel, Lizenz: CC BY Spieleratgeber NRW)


Das folgende Panel „Mobile Gaming“ wurde von Daniel Seitz von Mediale Pfade eröffnet. Er stellte verschiedene Ansätze zum Mobile Learning vor, wie Mr. X, welches das digitale Pondon zum analogen Scotland Yard darstellt oder Berufsrouten Leipzig, das Jugendlichen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz helfen soll. Er beschreibt die Aspekte des Mobile Gaming und die medienpädagogische Arbeit an Plattformen wie Tablets als sehr gewinnbringend aber auch technisch aufwändig.

Anschließend stellten Niels Münzenberger und Fabian Kögel vom Gymnasium am Kaiserdom in Speyer ihre Kaiserdom App vor. Die App entstand aus einem Schulprojekt in Kooperation mit m+b.com heraus und hat mittlerweile mehrere Preise gewonnen. Die App soll Schülern Informationen zu Kultur und Geschichte spielerisch vermitteln. Mittlerweile wurde die App in Placity umbenannt und bietet nun auch die Möglichkeit eigene interaktive Quizrallyes in den eigenen Lebensräumen zu erstellen. So kann die Motivation für Kultur und Kunst gesteigert werden, indem man Gamification Aspekte wie Quizfragen und Highscores einbindet.

Zusätzlich gab es am ersten Tag der Next Level Conference verschiedene Workshops, in denen sich die Teilnehmer aktiv beteiligen konnten. In dem Workshop „Let´s Play erstellen“ erklärten Anne Sauer von spielbar.de und Alexander Hundeborn vom Spieleratgeber NRW Schulklassen, welche Aspekte und technischen Voraussetzungen wichtig sind, um ein eigenes Let´s Play zu erstellen. Jana Leinweber und Matthias Löwe von der Initiative Creative Gaming brachten den Teilnehmern das „Programmieren mit Kodu“ näher. Zeitgleich fand der Workshop „Bühne als Spielfeld – Theater und Gaming“ durch Bianca Janssen und Kathrin Peters von Kultur im Ringlokschuppen statt. Währenddessen erklärte irq7 Dj Hannes Fertala im Workshop „Games und Musik“, wie man mit dem Game Boy Musik macht.

Als Spielstationen standen den Messebesuchern an beiden Tagen Johann Sebastian Joust, Rain, Guacamelee, Jorney, The Stanley Parable, Just Dance 2014 und Fifa 14 zur Verfügung. Zusätzlich gab es an beiden Tagen um 14 Uhr eine Fifa-Speed-Turnier. In diesem galt es das erste Tor zu schießen und weiterzukommen. Die glücklichen Gewinner konnten sich über eine BVB Edition von Fifa 14 für die X-Box One und einen Gutschein für den BVB Fanshop freuen, die freundlicherweise von Borussia Dortmund gesponsert waren.

Der zweite Tag der Next Level Conference startete mit einem Live Let‘s Play mit Michael Obermeier und Christian Schneider von GameTube im Kino des Dortmunder U.
Gleichzeitig führte Helga Hansen durch den Workshop „Games und Gender“. Sie stellte verschiedene Ansätze vor wie gehackte Versionen von Donkey Kong oder The Legend of Zelda, in denen man als weibliche Protagonisten den männlichen Part retten muss oder reapair-her-armor.tumblr.com, einen Blog, in dem es darum geht, die oft freizügige Kleidung der Heldinnen in Videospielen mit zusätzlichem Stoff auszustatten. Zusätzlich erwähnte sie am Beispiel der Bloggerin Anita Sarkeesian, dass die Rolle der Videospielerin oder Frau, die sich über Videospiele äußert, oftmals problematische Resonanzen nach sich zieht.

Im Panel „Games – Modden, editieren, designen“ stellte eine Jugendgruppe aus dem Dortmunder U ein Projekt vor, in dem sie einen eigenen Helden erst analog und später digital mit dem Animationsprogramm Spriter erstellten. In der anschließenden Diskussionsrunde kamen Dirk Mempel von Helden in Bewegung, Benjamin Rostalski von digitale Spielekultur, Matthias Loewe von Creative Gaming, Daniel Heinz vom spieleratgeber-nrw und Jörn van Craenenbroeck als Stimme der Jugendlichen zu Wort.

Abschließend ging es um „Die Zukunft der Games“. Marco Siegmund freier Jugendredakteur vom spieleratgeber-nrw warf einen kritische Blick auf die neue Konsolengeneration, den Mainstream und die daraus entstehende Gamer -Kultur. Die Aussage Spiele können mehr als HD-Grafik erklärte er am Beispiel von Twine, in dem man eigene Text-Adventures erstellen kann. Als wichtige Punkte nannte er Dezentralisierung, Personalisierung und Deprofessionalisierung – Eigene Publikationen mit eigenen Geschichten, die jeder erstellen können soll. Anschließend berichtete Linda Kruse von The Good Evil von ihren Erfahrungen als Entwicklerin von Serious Games. Wichtig war beiden Referenten die Indie-Szene, durch die Inhalte als aktive Erzählformen vermittelt werden können und mit denen die kommende Generation aufwächst.

Auch der zweite Tag bot spannende Workshops. Den Workshop „Let´s Plays erstellen“ leiteten erneut Anne Sauer und Alexander Hundenborn. Zusätzlich gab es nachmittags ein freies Angebot Let´s Plays zu erstellen von Franz Philipp Dubberke vom ComputerProjekt Köln. Tobias Hübner vom St. Georg-Gymnasium Bocholt leitete den Workshop „Programmieren mit dem Raspberry Pi“. Gleichzeitig fand der Workshop „Streetgames“ von Jana Leinweber statt.

Als Bonusangebote führte Matthias Löwe im Kino des Dortmunder U Machinimas vor. Anschließend gab es eine Vorführung des Kurzfilms „Einer geht noch“ der WAM Medienakademie in Kooperation mit dem Jugendamt Dortmund. Danach erzählten Vertreter des Jugendamts und Regisseur Dirk Polte vom Entstehungsprozess und standen für Rückfragen zur Verfügung.

Die Next Level Conference hat verschiedene Aspekte von Medien, Kultur, Kunst, Bildung und Wirtschaft vereint. Durch die vielseitigen Teilnehmer, Referenten und Helfer entstand ein stimmiges Gesamtbild, in dem neue Aspekte und Anregungen hervorgebracht wurden, rege diskutiert werden konnte oder man sich einfach verschiedene Spiele und Arbeiten zu der Thematik anschauen konnte.

Weiterführender Link

Speed-Workshop – In 90 Minuten zum Let’s Play-Video (Next Level Conference 2013)

Weblinks

Spieleratgeber NRW

Next Level Conference
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