Next Level Conference 2013

Speed-Workshop – In 90 Minuten zum Let’s Play-Video

13.12.2013
Am 6. und 7. Dezember fand in Dortmund die Next Level Conference statt. spielbar.de war vor Ort und hat gemeinsam mit dem Spieleratgeber NRW an beiden Tagen ein Workshopformat durchgeführt, bei dem in nur 90 Minuten Let’s Play-Videos erstellt werden - mit Erfolg! Ein Erfahrungsbericht.

Bereits in der Vergangenheit hat spielbar.de Let’s Play Workshops angeboten (siehe Let’s Play @ play13 & Let’s Play auf play 12). Im Gegensatz zu den bisherigen Workshops standen auf der Next Level Conference jedoch keine drei Stunden Arbeitszeit sondern lediglich 90 Minuten zur Verfügung, in denen die Jugendlichen ihr eigenes Let’s Play-Video produzieren sollten. Ein Speed-Workshop also. Eine Herausforderung, der wir uns gemeinsam mit dem Spieleratgeber NRWgern stellten.

Schritt 1: Die Grundlagen schaffen


Der Ablaufplan sah eine kurze Einführung in das Thema vor. Fragen wie „Was ist überhaupt ein Let’s Play Video?“, „Was macht ein gutes Let’s Play-Video aus?“, „Und wie ist ein Let’s Play-Video überhaupt aufgebaut?“ wurden in großer Runde geklärt. Hier bestätigte sich wieder einmal mehr der hohe Stellenwert solcher kommentierten Spielevideos von Gamern für Gamer. Keiner im Raum hatte nicht zumindest schon einmal in ein Let‘s Play-Video hineingeschaut.

Speed-Workshop Let’s Play Einführung

Schritt 2: Spielauswahl


Nachdem die Grundlagen geklärt waren folgte eine kurze Spielphase, in der die Teilnehmenden sich mit den Spielen vertraut machen konnten. Aufgrund der begrenzten Zeit von insgesamt 90 Minuten pro Workshop beschränkte sich die Auswahl der Spiele auf solche, die eine geringe Einarbeitungszeit benötigen. Konkret standen zur Auswahl: das Rennspiel Trackmania Nations Forever, das Jump’n’Run Super Meat Boy, ein weiteres Jump’n’Run mit dem Namen Bit.Trip Runner und Minecraft. Einige wenige versuchten sich an komplexeren Spielen wie dem Bussimulator 2013. In einer weiteren Workshop-Phase mit jungen Erwachsenen einer Berufsschule wurden auf Wunsch auch das Actionspiele BroForce und ein vergleichsweise „familienfreundlicher“ Ego-Shooter World of Padman mit in die Spielauswahl genommen.

Schritt 3: Let’s Play!


Sobald sich die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit den Spielen vertraut gemacht hatten, konnten sie selbständig Let’s Play-Videos erstellen. Zum Abfilmen des Bildschirms inklusive Aufnahme des Spieltons und der Kommentare der Spielenden, war auf jedem Rechner die Screen-Capturing Software Fraps installiert. Aufgrund der intuitiven Handhabung der Software begannen einige schon vor dem offiziellen Start dieser Phase mit ihren Aufnahmen.

Zur Erinnerung: In den vergangenen Workshops bei play13 beispielsweise wurden Gruppen jeweils einzeln vor die Kamera geholt, um dort ihre Let’s Play-Videos einzuspielen und zu -sprechen. Auf der Next Level Conference konnten die Kinder und Jugendlichen ganz selbständig arbeiten. Sie nahmen sich immer wieder selbst auf, konnten sich dabei ausprobieren, sich die Ergebnisse anschließend anschauen/anhören und gegebenenfalls einen neuen, besseren Versuch starten. Wer wollte konnte am Ende des Workshops als Belohnung sein Ergebnisse den anderen auf einem Fernseher präsentieren. Ein Angebot, dass die Jugendlichen – voller Stolz auf das eigene Werk – gerne annahmen.

Und die Ergebnisse?

Die Zeit war mit 90 Minuten knapp bemessen, der Raum mit den bis zu 30 Schülerinnen und Schülern voll, die Lautstärke entsprechend hoch. Dennoch war das Experiment der Speed-Workshops zu Let’s Play ein voller Erfolg. Nicht zuletzt, weil die Schülerinnen und Schüler so gut mitspielten. Und die Ergebnisse können sich sehen lassen, wie diese zwei Beispiele beweisen:




Weitere Videos sind auf dem YouTube-Kanal von spielbar.de zu finden.

Was heißt das nun für die medienpädagogische Praxis?



Die kurzen Videos sind neben rein Text-lastigen Spielbesprechungen eine weitere, vergleichsweise niedrigschwellige Form der Beteiligung im Internet. Die Möglichkeit, selbst einmal ein Video in der Form zu erstellen, wie man sie sonst nur aus YouTube & Co kennt, motiviert. Das macht es besonders für die medienpädagogische Arbeit spannend. Das Experiment auf der Next Level Conference hat gezeigt, das entsprechende Workshops dazu nicht einmal zwingend großen technischen (und zeitlichen) Aufwand benötigen.

Weblinks

Alle Ergebnisse des Let’s Play-Workshops im YouTube-Kanal von spielbar.de

Webseite zur Next Level Conference

Webseite des Spieleratgebers NRW
Anne Sauer
Dieser Artikel wurde verfasst von:

Bildnachweis

[1]CC BY Spieleratgeber NRW

Siehe auch

Let’s Play @ play13

Drei Tage lang wurden bei play13 in Hamburg die kreativen Möglichkeiten von und mit Computerspielen gefeiert. Im spielbar-Workshop hatten Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, eigene Let’s Play-Videos zu erstellen. Die Begeisterung war groß und die Ergebnisse definitiv sehenswert.

Let’s Play-Videos: Gamer spielen für Gamer

So genannte Let’s Play-Videos erfreuen sich insbesondere bei Jugendlichen zunehmender Beliebtheit. Sie sind mittlerweile fester Bestandteil ihrer Gamer Kultur und finden über Videoplattformen wie YouTube Verbreitung. Doch was verbirgt sich hinter diesem Trend?

BITKOM Studie

3 Millionen Deutsche schauen Let’s Play-Videos

Let’s Play-Videos sind im Trend. Das zeigen nicht zuletzt die Aufrufzahlen entsprechender Videos auf Plattformen wie YouTube. Eine repräsentative Umfrage des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) belegt das nun auch mit Zahlen.

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