Games & Gaming in der Bibliothek

18.09.2013
Standen früher nur Bücher und Zeitschriften in den langen Regalen, erweitern immer mehr Bibliotheken auch ihren digitalen Spielefundus. Gaming-Events und neue medienpädagogische Angebote sorgen für steigende Ausleih- und Besucherzahlen und zugleich für regen Austausch zwischen Buchliebhabern und Gamern.


Bibliotheken sind Orte des Wissens und der Kultur. Sie bieten ihren Nutzerinnen und Nutzern einerseits Zugang zu historischen und aktuellen Medien, sind darüber hinaus aber auch Orte der Begegnung und Diskussion. In den letzten Jahren, nicht zuletzt seit der Anerkennung digitaler Spiele als Kulturgut, findet man neben Krimis, Sachbüchern oder Musik-CDs auch immer mehr Games in den Regalen der über 8000 deutschen Bibliotheken.







Gaming-Ecke in der "daddelbib"

Neben den Ausleihspielen bieten viele Einrichtungen, wie zum Beispiel die Stadtbücherei Neukirchen-Vluyn mit der „daddelbib“ oder die Stadtbücherei Landshut mit dem „Wii-Club “, auch weiterführende Angebote für Kinder und Jugendliche an. Hier werden regelmäßig Spiele getestet, Freunde getroffen und gemeinsam diskutiert.

Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin hat ihre Auswahl ebenfalls um eine Games-Sparte erweitert. In der Gamelounge können seit Januar 2012 über 15.000 Titel (nach Anmeldung) ausprobiert werden. Jährlich kommen rund 1.500 hinzu. Auch Erwachsenen bietet das betreuende Personal, aber auch die Gamer selbst, eine Möglichkeit mit dem Kulturgut Computerspiel in Kontakt zu kommen und ihre Fragen loszuwerden.

Aber auch andere Veranstaltungen locken junge Menschen in Bibliotheken: Als Kooperationspartner des Kindersoftwarepreises TOMMI bieten rund 20 deutschen Bibliotheken Anlaufstellen für jährlich über 3000 Kinder, um Spiele zu testen und zu bewerten. Andere Büchereien sind wiederum Austragungsorte für Spiele der Deutsch-Amerikanische-Gaming-Liga.

Digitale Spiele stehen im Mittelpunkt der Gesellschaft und eine wachsende Zahl der Bibliotheken hat das erkannt. Mit regelmäßigen Angeboten für Kinder und Jugendliche aber auch als Plattform für Gaming-Events locken sie ein breites Publikum an. Gamer, die sich weniger für (vermeintlich) angestaubte Bücher interessieren, lernen ihre Bücherei so von einer ganz neuen Seite kennen und eingefleischte Leseratten ohne Spielerfahrung haben die Chance auf einen Einblick in das Kulturgut Computerspiel – ein Gewinn für alle Beteiligten.

Weiterführender Link

Pädagogische Praxisprojekte

Weblinks

Gamelounge in der ZLB

Die daddelbib in der Stadtbücherei Neukirchen-Vluyn

Die Deutsch-Amerikanische-Gaming-Liga für Bibliotheken, Museen und Archive
Christian Knop
Dieser Artikel wurde verfasst von:

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