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Gamescom – Zur Freude aller Cosplayer

25.08.2013
Die Gamescom ist ein fröhlicher, bunter Treffpunkt für Jung und Alt, aber auch die Cosplayszene findet sich vermehrt auf der Spielemesse. Mit dem Cosplay Village gab es wie im Vorjahr auch 2013 ein feste Anlaufstelle. Unser Jugendredaktion war vor Ort und hat Cosplayerinnen und Cosplayer befragt.


Immer mehr Menschen reagieren erstaunt, manche sogar erschrocken, wenn sie einen Cosplayer entdecken. Dann werden die Verkleideten mit immer derselben Frage bestürmt: "Was macht ihr da? Wieso zieht ihr euch so an? Wo habt ihr bloß diese Klamotten her?" - Die Antworten sind fast immer gleich: "Cosplayen. Wir ziehen uns an wie Figuren aus Mangas oder Animes, aus Japan. Weil es uns Spaß macht. Selbstgenäht."

Genau das ist die Erklärung der Manga und Anime Szene in Kurzform: Cosplayer (von engl. Costume und play) verkleiden sich als Figuren aus Mangas und Animes, mittlerweile sind aber auch Filme, amerikanische Fernsehserien – und, vorallem auf der Gamescom – auch Spiele Vorlage für dieses Hobby. Die Sachen sind dabei meistens komplett selbstgenäht, oder Zusammenstellungen aus bereits vorhandenen Klamotten, die Perücken sind im Internet bestellt. Alles andere wird selbst bemalt, gebastelt, manchmal auch geschnitzt, geschmiedet...

Es ist ein kreatives, fröhliches Hobby, und die Szenemitglieder bilden untereinander meist eine freundliche, eingeschworene Gemeinschaft. "Aufgenommen werden" ist ein Kinderspiel, solange man das richtige Cosplay trägt! In keiner anderen Szene findet man so schnell Freunde, Cosplaypartner oder jemanden, der einem mal den Schminkspiegel hält, die Perücke richtet...

Heute haben mehrere Cosplayer mir Rede und Antwort gestanden. Als erstes treffe ich eine alte Bekannte von mir, wir haben uns schon auf der Animagic, wenige Wochen zuvor kennen gelernt. Sie wollte selbst namentlich nicht genannt werden. Ihr Namensvorschlag für das Interview daher: Cosplayer 1. Sie trägt heute Gamzee Makara, aus dem Webcomic Homestuck von Andrew Hussie.
"Wie findest du die Gamescom?"
"Lustig! Und sehr voll. Alle starren einen so geschockt an!"

Gamzee Makara (re) und Karkat Vantas aus Homestuck

Bei "Cosplayer 1" ist das auch kein Wunder, sie hat sich im Rahmen des Cosplays das Gesicht grau-weiß angemalt und trägt eine wilde, schwarz-rote Perücke mit Federn und bunten Strähnen darin.

Wir befinden uns in der Hochburg des Cosplays auf der Gamescom, der Cosplay Village. Hier ist auch der Animexx e.V., der bekannteste und größte deutsche Verein für Manga und Anime Freunde vertreten. Animexx ist die wichtigste Webseite für deutsche Cosplayer, denn dort findet man fast alle, die man mal auf einer Convention getroffen hat wieder, kann sich austauschen und diskutieren, Bilder, Cosplays und selbsterfundene Geschichten ("Fanfictions") hochladen.
Die Cosplay Village sieht aus wie eine kleine japanische Oase, es gibt einen Bereich für professionelle Fotografen, die ihre Motive hier einfach durch freundliche Anfragen rekrutieren können. Semiprofessionelle Zeichner nehmen hier kleine Aufträge ("Commissions") von Fans an. Und – besonders beliebt – die Cosplay Village hat ihre eigene Karaoke-Ecke mit einer großen Auswahl an japanischen Songs und Anime Soundtracks.

Hier könnt ihr euch von aufstrebenden Mangaka malen lassen!
Hier treffe ich auch Marcel, er kommt aus dem Münsterland. Es ist schon seine dritte Gamescom, und er ist vor allem für die Spiele hier. "Eigentlich wollte ich unbedingt die Playstation 4 testen, aber die Schlange war mir dann doch zu lang", sagt er.

Danach habe ich einen langen Plausch mit Amohya (das ist ihr Spitzname), sie ist extra aus Niedersachsen angereist. Die Reise war ein Geschenk ihres Bruders. Es ist ihre erste Gamescom, und ihr erster Eindruck: "Es ist überwältigend, so viele Menschen. Aber es ist auch ganz schon voll – und warm." Wenn man so viel anhat wie Amohya, ist das auch kein Wunder. Sie cosplayt heute Sebastian Michaelis aus Kuroshitsuji, und der trägt einen schwarzen Anzug mit langen Rockschößen und Überzieher, denn er ist Butler für einen reichen Lord in einem alternativen 18. Jahrhundert, in dem Kuroshitsuji spielt. Amohya testet keine Spiele – "zu voll". Ihr Plan für den heutigen Tag: "Ich gehe überall mal hin und lasse mich überraschen!"

Als letztes treffe ich Sam. Er ist aus Siegburg hergekommen – und für ihn ist der Tag bereits gelaufen. "Ich wollte mir so viele Sachen ansehen, aber dann ist mein Cosplay in der Bahn kaputt gegangen! Da steckt so viel Arbeit drin!" Sam wollte heute Levi Rivaille aus Shingeki no Kyojin (Attack on Titan) cosplayen, aber nun ist die Naht des rechten Ärmels fast komplett zerrissen. "Das muss ich bis zur nächsten Con alles nochmal neu nähen." Gerade bei dieser Jacke ist das schade: Sie ist komplett selbstgenäht, ein Kunstwerk mit steifem Kragen, goldenen Knöpfen und dem Symbol der Recon Corps aus dem Anime. "Die Symbole habe ich zuerst von Hand aufgemalt, als Schablone ausgeschnitten und schließlich mit schwarzer Sprühfarbe auf auf Papier gesprüht. Die Feinheiten habe ich von Hand ausgemalt, den Hintergrund zum Beispiel. Da stecken schon vier oder fünf Stunden Arbeit drin", zählt er auf.

Aber auch außerhalb der Cosplay Village gibt es zahlreiche Cosplayer zu sehen, einer aufwändiger als der nächste. Und ich stürtze mich für ein paar schöne Fotos ins Getümmel!

Gehiiiiiirn... Gehiiiiirn...


Iron Man, Black Widow und ihre Truppe


 
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