spielbar-Jugendredaktion

Oculus Rift – die etwas andere Brille

25.08.2013
Der normale Bildschirm ist bislang aus keiner Art des Videospielens wegzudenken. „Oculus Rift“ schafft ihn jedoch komplett ab und versetzt den Spieler direkt ins Spielgeschehen hinein. Wir haben den Designer der revolutionären Brille, Matt Ford, getroffen und interviewt!

Marlen (16), Valérie (17) (spielbar-Jugendredaktion)

Du läufst durch eine vom Krieg zerstörte Stadt, nichts und niemand ist zu sehen, außer Trümmern auf der Straße, zerbombten Gebäuden und nicht identifizierbaren Metallteilen. Dann hörst du Schüsse, siehst nach links, rechts, oben, unten – noch immer nichts. Ein weiterer Schuss fällt und jagt an deinem rechten Ohr vorbei. Reflexartig weichst du nach hinten aus. Ein Fehltritt. Denn dort ist kein Boden, der dich hält, sondern ein tiefer Abgrund, dessen Ende dir immer näher kommt …

So fühlt es sich an, ein Spiel mit der „Oculus Rift“ zu spielen, einer Brille, die einen vollkommen in das Spielgeschehen eintauchen lässt. Man ist mitten im Spiel, mitten in der Stadt und mitten im Krieg.
Dieses Jahr ist diese Brille, obwohl noch nicht offiziell erhältlich, schon auf der gamescom anzutesten. Wir haben den Prototypen ausprobiert und sind begeistert! Anfangs ist es schwer, zu begreifen, wie interaktiv es wirklich ist, man bewegt den Kopf nur zögerlich, verändert die Perspektive aber hauptsächlich mit dem rechten Stick des Controllers, wie von Konsolen gewohnt. Nur langsam erkennt man die neuen Möglichkeiten – und lernt, sie zu lieben! Noch nie hat man sich so sehr „In-Game“ gefühlt, noch nie ist man mit so wackeligen Beinen nach dem Spielen aufgestanden, wie jetzt.



Wir haben den Designer dieser Brille, Matt Ford, extra aus Kalifornien angereist, mit unseren Fragen gelöchert.
(Interview übersetzt)

spielbar.de: Was war Ihr Ziel? Was genau wollten Sie mit dieser Brille erreichen?
Ford: Wir wollten weg aus dem Wohnzimmer und dem Spieler ein vollkommen neues Gefühl geben. Das Gefühl, mittendrin zu sein. Mitten im Spiel. Mitten in der virtuellen Welt.

Wie genau funktioniert die Steuerung?
Das ist unterschiedlich und hängt ganz vom Spiel ab. Manche nutzen einen zusätzlichen Controller, andere die Maus oder Tastatur und wieder andere kommen ganz ohne Hilfsmittel aus. Dann steuert man komplett mit Augen- oder Kopfbewegungen.

Wie lange hat die Entwicklung gedauert?
Bisher zwei Jahre. Und wir sind noch nicht fertig!

Wissen Sie, was für Spiele für die Oculus Rift geplant sind?
Damit haben wir nicht viel zu tun, das liegt ganz bei den Entwicklern. Man wird aber alles mögliche machen, zum Beispiel PC-Spiele für Oculus Rift konvertieren, wie Team Fortress 2 oder Half-Life 2. Exklusivtitel wird es auch geben.

In welchem Rahmen wird der Preis liegen?
Aktuell gibt es für Entwickler das Developer Kit auf unserer Homepage zu erwerben (http://www.oculusvr.com), das kostet 300$, also etwa 225€. Wir hoffen, dass die Anschaffungskosten des finalen Produkts auch in diesem Bereich liegen werden.

Wissen Sie, wann diese Brille auf den Markt kommen wird?
Nein. Wir hoffen, dass wir es in diesem Jahr noch schaffen, aber das kann ich nicht wirklich genau sagen. Es soll ein perfektes Produkt werden, und dafür nehmen wir uns die Zeit, die wir brauchen.

Wie ist das Feedback der bisherigen Spieler?
Sehr, sehr positiv! Fast alle sind ungeheuer glücklich und aufgeregt. Manche rufen sogar „Wow!“, „Oh mein Gott!“ oder danken uns dafür, dass wir das möglich gemacht haben!

Vielen Dank für dieses Interview!

Matt Ford (l.) mit der Jugendredakteurin Valérie

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