Crowdfunding – Alternative Spielefinanzierung?

07.06.2013
Spieleentwickler wünschen sich mehr Freiheiten. Gamer wiederum wünschen sich mehr kreative Spielideen. Sogenanntes Crowdfunding bringt beide Parteien einander näher. Anfang 2012 ausgelöst, schwimmen mittlerweile immer mehr auf der Crowdfunding-Welle. Wo die Reise hingeht ist ungewiss.

Jahrelang waren Entwickler bei der Umsetzung von Computerspielen auf Publisher angewiesen, die ihnen finanziell den Rücken stärken. Diese wiederum setzten (und setzen nach wie vor) eher auf Altbewährtes. Fortsetzungen bereits erfolgreicher Spieletitel ziehen sie experimentellen Neu-Produktionen vor. Mit Aufkommen der Independent Games-Szene änderte sich das. Sie setzten entgegen dem Mainstream ihre eigenen, innovativen Spielideen um – allerdings unter teils hohem finanziellem Risiko. Wer nach Veröffentlichung keine Gamer für sein Spiel interessieren konnte, der verlor.

Dann kam Crowdfunding und setzte die Spielelandschaft erneut in Bewegung. Doch was verbirgt sich dahinter? Der Begriff Crowdfunding setzt sich zusammen aus den englischen Worten für „Menschenmenge“ (engl. crowd) und „finanzieren“ (engl. to fund). Es handelt sich dabei um ein Finanzierungsmodell, bei dem Menschen eine Idee, von der sie überzeugt sind, durch Spenden finanziell unterstützen. Im Falle von Computerspielen wird die Entwicklung also durch Spenden der Gamer Community finanziert. Die Käuferinnen und Käufer werden also zu Investoren.

Auf Crowdfunding-Plattformen, wie Kickstarter oder IndieGoGo, stellen Entwickler ihr Projekt vor. Sie setzen eine Frist bis zu der eine bestimmte Summe eingesammelt werden muss, damit das Projekt sich finanziert. Wenn einen die Idee beziehungsweise das Konzept überzeugt, kann man einen frei gewählten Betrag spenden. Wird die gewünschte Summe (oder mehr) bis zur Frist erreicht, wird das Geld von den Spenderkonten abgebucht. Findet das Projekt nicht ausreichend Unterstützer, wird es einfach nicht umgesetzt und die potentiellen Spenderinnen und Spender behalten ihr Geld.

Projekte wie Double Fine Adventure lösten Anfang 2012 eine wahre Crowdfunding-Welle aus. Seitdem werden Ideen zum Teil mit Millionenbeträgen von der Community unterstützt. Aber nicht nur Computerspiele werden darüber finanziert. Auch Hardware-Ideen wie die Ouya-Konsole oder die 3D-Brille Oculus Rift konnten mithilfe des Finanzierungsmodells umgesetzt werden. Trotz dieser vielen guten Beispiele lässt sich auch im Gamesbereich nicht alles über Crowdfunding finanzieren. Gerade hochwertige Serious Games mit geringem finanziellem Vermarktungspotenzial werden auch in Zukunft auf öffentliche Förderstrukturen angewiesen sein.

Was jedoch kleine innovative Projekte angeht, ist ein Abebben des Crowdfunding Trends in naher Zukunft nicht zu erwarten. Zumindest solange, bis die Anzahl der neuen, innovativen Ideen abnimmt, die es zu unterstützen lohnt. Und bis dahin wird hoffentlich noch eine Menge Zeit vergehen.

Weiterführende Links

Kreative Hilfe beim Game-Design – Die Kraft der Community

Kategorie Independent Games auf spielbar.de

spielbar-Ausblick: Was erwartet uns 2013

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