KIM-Studie 2012

Computerspiele in Kinderhand

19.04.2013
Die KIM-Studie liefert in regelmäßigem Abstand verlässliche Daten zur Rolle von Medien im Alltag von Kindern. In dieser Woche wurden aktuelle Ergebnisse in der KIM 2012 veröffentlicht. Erstmals blickt die Studie in einem kleinen Sonderteil ‚miniKIM‘ auch auf Kinder im Vorschulalter.

Im zweijährlichen Rhythmus befragt der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (MPFS) rund 1.200 Kinder im Alter von sechs bis 13 Jahren und deren Elternteile nach ihren Mediennutzungsgewohnheiten. Die Ergebnisse werden in der KIM-Studie („Kinder + Medien, Computer + Internet“) festgehalten. Aktuelle Studienergebnisse wurden nun veröffentlicht. Erstmals enthält die KIM-Studie einen Sonderteil „miniKIM“ mit Ergebnissen einer repräsentativen Zusatzerhebung bei 632 Haupterziehern von Kindern im Alter von zwei bis fünf Jahren.

Spiele als Freizeitaktivität







Bild: Nutzung von Computer-, Konsolen-, Onlinespielen (c) KIM-Studie 2012

Die Nutzung von Computer-, Konsolen - und Onlinespielen hat im Vergleich zu 2010 leicht zugenommen. Zwei Drittel der Kinder spielen mindestens einmal die Woche, 22 Prozent jeden oder fast jeden Tag. Auch wenn sich der Anteil der Mädchen leicht erhöht hat, machen männliche Spielende mit 29 Prozent (fast jeden Tag oder jeden Tag) bzw. 76 Prozent (mindestens einmal pro Woche) weiterhin den größeren Teil der Spielenden dieser Altersgruppe aus. Nur 16 Prozent der Jungen zwischen sechs und 13 haben noch keine Erfahrung mit digitalen Spielen gemacht. Bei den Mädchen sind es mit 28 Prozent deutlich mehr. Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass mit steigendem Alter die Nutzungsfrequenz von Computer-, Konsolen- und Onlinespielen deutlich zunimmt.
Ein Blick auf die miniKim zeigt, dass das Interesse an Computerspielen bereits im Vorschulalter geweckt wird. 24 Prozent der Vier- bis Fünfjährigen spielen mindestens einmal pro Woche Computer-, Konsolen- oder Onlinespiele. Allerdings beschränkt sich die Nutzungsdauer hier noch auf wenige Minuten.

Bei den sechs- bis 13-Jährigen stehen vor allem Konsolenspiele im Vordergrund. 17 Prozent von ihnen nutzen jeden oder fast jeden Tag eine tragbare, 14 Prozent eine stationäre Spielkonsole. Mit zunehmendem Alter werden die mobilen Konsolen allerdings stetig von ihren stationären Gegenstücken aber auch Computern aus dem Kinderzimmer verdrängt.
Auf Platz eins der beliebtesten Spiele steht Super Mario. 12 Prozent, darunter gleichermaßen Jungen wie Mädchen, zählen Titel dieser bekannten Jump’n’Run-Reihe zu ihren liebsten Spielen. Abgesehen davon sind die Vorlieben der Jungen und Mädchen verschieden. Während Jungen vornehmlich Sport- und Rennspielen wie FIFA, Mario Kart und Need for Speed als Lieblingsspiel aufführen, spielen Mädchen lieber Lebenssimulationen wie Die Sims beziehungsweise den Sims-Ableger Die Urbz.

Jugendschutz

Bezugsquellen für Spiele generell sind neben den Eltern (Mutter: 76 Prozent, Vater 67 Prozent) vor allem der Freundeskreis (knapp 40 Prozent) und Geschwister (17 Prozent). Der Großteil der Eltern (83 Prozent) achtet laut eigener Aussage beim Kauf auf die Alterskennzeichnung der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK). 52 Prozent der Jungen und 33 Prozent der Mädchen geben aber auch an, bereits Spiele gespielt zu haben, für die sie eigentlich zu jung waren.

Leider verwechselt ein Großteil der Eltern die Altersfreigabe der USK mit einer pädagogischen Empfehlung, wie sie zum Beispiel von spielbar.de erstellt wird. Dabei bezieht sich die Kennzeichnung der USK lediglich auf das Gefährdungspotenzial von Spielen. Eine Empfehlung beziehungsweise pädagogiosche Eignung für eine bestimmte Altersgruppe wird von der USK nicht gegeben. Hier besteht offensichtlich noch Aufklärungsbedarf.

Weiterführende Links

Praxiswissen Jugendschutz auf spielbar.de

KIM Studie 2010 – Was Kinder spielen

Weblink

KIM-Studie 2012 auf der offiziellen Seite des Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest

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