Games und Kompetenzen

Was wir lernen, wenn wir spielen (2)

07.09.2012
Formt E-Sport den Charakter und helfen Strategiespiele bei Entscheidungen? Im zweiten Artikel über Games und Kompetenzen sammelt spielbar Thesen zur Beeinflussung der persönlichen und kognitiven Entwicklung von Spielenden. Um Ergänzungen und Gegenpositionen wird ausdrücklich gebeten.


Fördern Computerspiele kognitive Fähigkeiten? Diese Frage hat die Wissenschaft noch keineswegs endgültig geklärt. Auch hierzu eine subjektive Auswahl an sechs Thesen, was man durch Computerspiele lernen könnte. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wir freuen uns über Ergänzungen und Widerspruch im Kommentarfeld!

Gamer lernen, sich in komplexen Umgebungen zu orientieren


Spielende bewegen sich durch umfangreiche, oftmals dreidimensionale, Welten. Hier gilt es den Überblick zu behalten. Insbesondere in Strategiespielen, aber auch in MMORPGS und Ego-Shootern ist es von Vorteil, die taktischen Besonderheiten der Maps zu kennen und auszunutzen.


Gamer trainieren ihr Gedächtnis


Je komplexer ein Spiel ist, umso mehr Informationen müssen bei den Spielenden abrufbar sein: Die Schritte einer abgesprochenen Team-Taktik, das Wissen über die Eigenschaften bestimmter Gegenstände, den Fähigkeiten der Gegner oder die Beschaffenheit der Spielwelt. Gamer merken sich unzählige Fakten und Details ihrer Spiele.


Gamer entwickeln zahlreiche Problemlösungs-Strategien


Insbesondere Strategie- und Simulationsspiele verlangen ein hohes Maß an Planungsvermögen und vorausschauendem Denken. Die Analyse eigener Stärken, Schwächen und Ressourcen sowie planvolles Handeln machen hier im Spiel wie auch im späteren Berufsleben beispielsweise den Unterschied zwischen Gewinnen und Verlieren aus. Aber auch in Adventures und Rollenspielen, wo oftmals Informationen kombiniert und Rätsel gelöst werden müssen, bedarf es eines scharfen Verstandes, um Lösungswege zu erkennen.


Gamer schulen ihre Wahrnehmung und Aufmerksamkeit


Es sind oftmals die Details, die über den Spielfortschritt entscheiden. Hat sich da hinten ein Gegner bewegt? Welche Elemente kann man hier anklicken? Wo ist der gesuchte Gegenstand? Spielende benötigen ein gutes Auge und oftmals auch gute Ohren, um ihre Spielwelt wahrzunehmen und schnell reagieren zu können. Auch beim gemeinsamen Spielen ist es wichtig, auf seine Mitspieler zu achten, um sich zu koordinieren und ihnen im Zweifelsfall zu Hilfe zu eilen.


Gamer lernen, auch unter Stress zu handeln


Wenn die eigene Spielfigur um einen Gegner herumschleicht, die Anzeigen für Munition, Zauberkraft oder Lebensenergie im Auge behalten werden muss und gleichzeitig die Teamkollegen Anweisungen geben, während der Timer langsam bis zum Ende der Runde herunterzählt, ist neben Multitasking auch gutes Stressmanagement gefragt. Grade in schnellen Actionspielen ist es wichtig, seine Handlungen auch unter Druck durchzuführen und in stressigen Situationen die Ruhe zu bewahren – etwas, das Gamern auch im Alltag zu Gute kommen kann.


Gamer lernen, mit Niederlagen und Frustration umzugehen


Zum Spielen gehört es auch, verlieren zu können. Insbesondere im wettbewerbsorientierten E-Sport, aber auch bei den meisten anderen Spielen, müssen Niederlagen emotional verarbeitet und aus ihnen gelernt werden. Das erfordert Durchhaltevermögen und eine gewissen Frustrationstoleranz. Beim Spielen wie auch im Leben gilt es durchzuhalten und sich durch Rückschläge nicht entmutigen zu lassen.



Weiterführende Links

Was wir lernen, wenn wir spielen (Teil 1)

spielbar-Interviewsserie „Ein Tag im Leben…“
Christian Knop
Dieser Artikel wurde verfasst von:

1 Kommentar

Warum Games in Bibliotheken gehören? 2 | Nachrichten für ö schreibt:

[…] Aufzählung des von der „Bundeszentrale für politische Bildung“ veröffentlichen Portals „www.Spielbar.de“. Gamer Lernen sich demzufolge in komplexen Umgebungen zurechtzufinden, trainieren das […]

21.08.2014 um 12:39


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