Cross-Platforming

Die neue Art des gemeinsamen Spielens

19.06.2012
Gemeinsames Spielen ist das schönste Spielen! Der Trend geht klar zum plattformübergreifenden Spiel. Bislang unterstützen jedoch nur wenige Spiele das gemeinsame Spielvergnügen über verschiedene Plattformen hinweg. Über Herausforderungen und Chancen dieses Trends.

Auf der Electronic Entertainment Expo (E3) in Los Angeles, eine der größten Spielemessen, zeigten Entwickler vom 5. bis 7. Juni ihre aktuellen Computer- und Konsolenspiele. Thematisiert wurde neben dem Trend Cloud Gaming auch das Cross-Plattform Gaming.

Was ist Cross-Platforming?

Cross-Platforming bedeutet nicht anderes als das gleichzeitige Zusammenspielen auf unterschiedlichen Spielplattformen. Bislang unterstützen nur wenige aktuelle Spiele dieses plattformübergreifende Zusammenspiel. Portal 2 beispielsweise ermöglicht es Spielenden mit PC, Mac und PlayStation 3 gemeinsam Rätsel zu lösen. Im Ego-Shooter Shadowrun wiederum können Xbox-Nutzende mit und gegen PC-Gamer antreten. Im beliebten Team Fortress 2 können sich zumindest die PC- und die Mac-Version miteinander vernetzen. Bei anderen Spielen war das Feature geplant, wurde jedoch im Laufe der Entwicklung wieder verworfen. So geschehen beim Counter-Strike Nachfolger Global Offensive, der im August 2012 erscheinen soll.
Doch woran liegt es, dass Cross-Plattforming noch nicht so stark verbreitet ist?

Herausforderungen bei der Entwicklung von Spielen, die Cross-Platforming unterstützen

Ein Grund ist möglicherweise die unterschiedliche Hardware, die Konsolen , PCs und Macs nutzen: Prozessoren, Grafikchips und die Weiterverarbeitung von Daten innerhalb der Systeme werden oftmals unterschiedlich realisiert. Die Spiele müssen an diese Spezifikationen angepasst werden. Nicht selten resultiert diese Anpassung in Veränderungen im Spielablauf oder der Grafik: Battlefield 3 unterstützt in der Konsolenversion lediglich 24 Spielende auf einer kleineren Karte, im Gegensatz zu 64 Figuren in der PC-Version. Auch die Steuerung der einzelnen Plattformen unterscheidet sich. Während am PC klar Tastatur & Maus dominieren, nutzen Konsolenspielende Controller. Dabei kann man die Steuerung nicht einfach übertragen. Spiele, die speziell für Controller-Steuerung designt wurden, spielen sich meist anders als solche für den PC. Eine Vergleichbarkeit zwischen Controller- und Maussteuerung ist schwierig, was es umso komplizierter macht im Falle eines unterstützten Cross-Platformings ein faires Zusammenspiel zwischen den Spielenden zu garantieren.

Neben der rein technischen Herausforderung sind es aber auch die Publisher ein wichtiger Faktor, wenn es um das gemeinsame Spielen auf unterschiedlichen Plattformen geht. Sie stehen in direkter Konkurrenz um Verkäufe und Spielendenzahlen. Hochwertige Exklusivtitel tragen da zum wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens bei.

Mobil oder stationär – Cross-Plattforming für mehr Unabhängigkeit beim Spielen

Ein Spiel von zu Hause unterwegs mitnehmen? Cross-Platforming machts möglich: Sony treibt hier die Vernetzung von PS3 und PS Vita voran. Gemeinsames spielen („Cross-Play“), mit der PS Vita die stationäre Konsole bedienen („Remote Control“) und ein gekauftes Spiel auf beiden Konsolen spielen zu können, lassen den PlayStation Portable -Nachfolger und die PlayStation 3 enger zusammen rücken. Es soll außerdem möglich sein ein auf der einen Konsole begonnenes Spiel nahtlos auf der anderen weiterzuführen („Cross-Save“) oder zumindest virtuelle Güter zwischen den Versionen auszutauschen („Cross-Goods“).

Microsoft kündigte schon 2011 an Nutzer von Windows 8, der Xbox 360 und von Windows Phone ein gemeinsames Spielerlebnis zu ermöglichen. Nutzung der Dienste ist hier an ein zentrales Microsoft-Konto gebunden. Auf der E3 wurde passend dazu das Cross-Platform-Game Skulls of the Shogun angekündigt.

Beide Unternehmen planen in Zukunft weitere Titel mit Cross-Platform Unterstützung zu veröffentlichen.

Spielen ist etwas, das in einer Gemeinschaft und mit Freunden enorm an Wert gewinnt. Die Vernetzung von Spielenden über Plattformgrenzen hinweg ist allerdings technisch herausfordernd und bedarf der wirtschaftlichen Zusammenarbeit verschiedener Publisher. Die Projekte von Sony und Microsoft deuten eher daraufhin, dass es zukünftig mehrere konkurrierende Modelle des Cross-Platforming geben wird. Für Gamer bedeutet das, dass Cross-Platform-Gaming möglich ist und auch gefördert wird, so jedoch insgesamt betrachtet (gegenwärtig) weit hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt.

Weiterführender Link

Cloud Gaming: Schwerelos auf der digitalen Wolke
Christian Knop
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