JIM-Studie 2011

Computerspiel ist nicht gleich Computerspiel

09.12.2011
Im jährlichen Turnus erscheinen mit der JIM-Studie Basisdaten zur Mediennutzung von 12- bis 19jährigen. Diese bestätigen die Beliebtheit von Computerspielen unter Jugendlichen. Sie weisen aber auch auf die große Bandbreite an Spielangeboten hin. Hier das Wichtigste in aller Kürze.


Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (MPFS) veröffentlicht seit 1998 einmal im Jahr Basisdaten zur Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 19 Jahren. Dass Computerspiele selbstverständlicher Bestandteil der Freizeitgestaltung von Kindern und Jugendlichen sind, macht die JIM-Studie damit seit Jahren mehr als deutlich. Jedoch ist Computerspielen nicht gleich Computerspielen. So ist in der JIM-Studie 2011 auch zu lesen: „Computerspiele umfassen eine große Bandbreite an Aktivitäten“. Die Welt der Computerspiele reicht von Handygames über mobile und stationäre Spielkonsolen bis hin zu Browserspielen, die mit durchschnittlicher Hardware und ohne die Installation einer Software auskommen. Ferner gibt es unterschiedliche Genres und Spielweisen sowie eine soziale Komponente, nämlich in dem Sinne, ob alleine oder gemeinsam mit anderen gespielt wird. Ergebnisse der JIM-Studie 2011 im Einzelnen:

Wie wird gespielt?






Grafik:: Spielweisen (Quelle: mpfs.de)

Am häufigsten, so die JIM-Studie, wird – nach wie vor - an der Konsole und am PC gespielt. Dabei spielt über die Hälfte aller Jugendlichen zumindest ab und zu. Bei denjenigen, die regelmäßig spielen, ist die Konsole die beliebteste Plattform. Alleine oder gemeinsam mit anderen zu spielen hält sich in etwa die Waage.

Wo und mit wem wird gespielt?






Grafik: Ort des Spielens (Quelle: mpfs.de)

Die meisten Spielerinnen und Spieler spielen regelmäßig zuhause, im eigenen Zimmer (46 Prozent) oder woanders (24 Prozent), sowie bei Freunden (10 Prozent). Neben Freunden und Bekannten wird häufig mit den Geschwistern gespielt. Die Eltern sind dagegen als Spielpartner kaum gefragt. Lediglich zwischen zwei und drei Prozent der Befragten geben an, gemeinsam mit den Eltern an PC oder Konsole zu spielen.

Was wird gespielt?






Grafik: Lieblingsspiele (Quelle: mpfs.de)

Bei dieser Frage gibt es wenig Neues zu berichten, zumindest hinsichtlich der Lieblingsspiele der 12- bis 19-jährigen. Gegenüber der JIM-Studie 2010 fällt lediglich „Grand Theft Auto“ aus der Liste, aus dieser Reihe gab es in jüngster Zeit aber auch keine Neuveröffentlichung. Ansonsten werden als Lieblingsspiele die üblichen Verdächtigen genannt: FIFA, Die Sims, Need for Speedund Call of Duty. Die Nennung der Call of Duty-Reihe, deren Titel in Deutschland stets ohne Jugendfreigabe veröffentlicht werden, auch bei den 12- bis 17-jährigen überrascht wenig. Schließlich gibt rund die Hälfte der Spielerinnen und Spieler an, schon einmal ein Computerspiel gespielt zu haben, für das sie eigentlich zu jung waren. Bei den Jungen ist dieser Anteil mit 81 Prozent deutlich höher als bei den Mädchen.

Über die JIM-Studie

Die JIM-Studie (Jugend, Information, (Multi-)Media ist eine als Langzeitstudie konzipierte Untersuchung zur Mediennutzung der 12- bis 19-Jähriger in Deutschland. Seit 1998 wird sie jährlich vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (MPFS) herausgegeben. Die Ergebnisse der aktuellen JIM-Studie beziehen sich auf eine repräsentative Stichprobe von rund 1.200 Jugendlichen, die Mitte 2011 telefonisch befragt wurden.

Schwerpunkte werden innerhalb der Studie unter anderem auf die Bereiche Musik, Bücher, Fernsehen, Radio und Handy gesetzt. Seit 2010 widmet sich die JIM-Studie mit einem eigenen Kapitel speziell Computer- und Konsolenspielen.

Die komplette JIM-Studie kann unter www.mpfs.de kostenlos herunter geladen werden.

Weiterführende Links

JIM-Studie 2010: Was Jugendliche spielen

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Weblink

Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest

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