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ANNO – Klassiker in neuem Gewand

19.08.2011
Seit 1998 kennt die Gemeinschaft der Gamer die ANNO-Serie. Die Strategiespiele versetzen die Spielenden zurück in längst vergangene Jahrhunderte. Mit ANNO 2070 geht es nun erstmals in die nahe Zukunft. Unser Jugendredakteur Peter-Benedikt hat sich auf der gamescom einen ersten Eindruck vom Spiel verschafft.


1998 erschien ANNO 1602, eine Wirtschaftssimulation die den Spieler im Zeitalter der Renaissance inmitten eines leeren Inselmeeres starten ließ, inmitten welches er dann blühende Metropolen und weitläufige Plantagen errichten und miteinander per Handelsroute vernetzen konnte. Seitdem sind viele Jahre vergangen und einige Nachfolger erschienen. Die Grafik wurde immer ausgefeilter, die Bedürfnisse der virtuellen Bürger fordernder, das Gameplay spannender. Allerdings spielte die Reihe immer in der Vergangenheit.

Seit April wissen wir nun, dass ANNO neue Wege gehen wird. Die Entwickler Related Designs und Blue Byte übertragen das Konzept auf die nahe Zukunft, ins Jahr 2070. Ein weiter Schritt, lagen bisher doch alle Titel der Serie nicht mehr als 99 Jahre auseinander. Wer bei den Worten „ANNO“ und „Zukunft“ nun skeptisch aufhorcht, sei beruhigt: 2070 fühlt sich genauso an, wie auch seine Vorgänger. Die Kolonialisierung einer neuen Insel zum Beispiel funktioniert noch immer genauso wie schon 666 Jahre zuvor. Die ersten Siedler verlangen zunächst ebenfalls nach den selben Dingen: Ernährung und Wohnraum zu Beginn, später auch Luxus und spirituelle Erfüllung. Diese wird in der Zukunft allerdings nicht mehr durch imposante Kathedralen geliefert, nein, das Fernsehen nimmt diese Rolle ein.

Um so eine große Antenne betreiben zu können, ist natürlich einiges an Energie vonnöten, was gleich zu der nächsten Neuerung führt. Neben Steuergeldern und natürlichen Ressourcen wird die Energie als begrenzter Rohstoff eingeführt. Zu ihrer Erzeugung müssen große Mengen Kraftwerke gebaut werden, die ihrerseits wieder Materialien und Raum kosten.
Wer seine Siedlung gedeihen lässt, günstige Bedingungen für die Wissenschaft schafft und fleißig forscht wird außerdem u. a. in den Genuss einer weiteren Neuerung kommen. Erstmals ist es möglich, auch das Meer selbst nutzbar zu machen. Was früher nur die Barriere zwischen den einzelnen Inseln ist, bietet nun zusätzlichen Raum für gewagte Unterwasserexpeditionen. Gewisse Rohstoffe können mittels unterseeischer Produktionsstätten gefördert und dann mit dem Schiff zurück zur Stadt gebracht werden. Eine alternative Methode, zusätzlich Rohstoffe zu gewinnen ist, einfach einen Nachbarn mit eindrucksvollen (U-)Bootsflotten und Fliegerstaffeln zu überfallen und seine Inseln zu annektieren.

Die größte Neuerung ist jedoch wahrscheinlich, dass es zukünftig zwei verschiedene Fraktionen geben wird: Ecos und Tycoons. Beide mit unterschiedlichen Gebäuden und Schiffen, abweichenden Bedürfnissen und Mentalitäten. Während die Ecos auf eine saubere Umwelt, grünen Lifestyle und Nachhaltigkeit bedacht sind, interessieren sich Tycoons nicht besonders dafür, ob ihre lauten und schmutzigen Anlagen die Umwelt schädigen (und das sichtbar) oder das Risiko für Naturkatastrophen erhöhen. Der Einsatz oder Verzicht auf dreckige, aber effektive Kraftwerke im Gegensatz zu umweltfreundlichen aber Platz raubenden Windkrafträdern zum Beispiel hat also durchaus einen Effekt auf das Gameplay – und auch optisch verändert sich die Umwelt je nach Spielweise. Das Spiel regt so also durchaus auch zum Nachdenken an, obwohl es nicht urteilt. Auch der größte Ölteppich lässt sich dank hypermoderner Filterpumpen in der Welt von ANNO 2070 wieder restlos beseitigen.

Fazit: Das neue ANNO macht einen rundum hervorragenden Eindruck. Es findet sich echte Innovation in einem altbewährten Rahmen und wer die bisher erschienenen Titel der Serie mochte, wird auch mit dem neuesten Ableger unzählige Stunden verbringen wollen – so das fertige Spiel denn hält, was die heutige Präsentation verspricht.

Weiterführende Links

ANNO 1404

ANNO 1701
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