spielbar-Jugendredaktion

Aushängeschilder für den E-Sport: wie Events die Szene repräsentieren.

24.08.2011
Bereits am ersten Besuchertag wurde die gamescom Schauplatz groß angelegter Matches professioneller Computerspieler, sogenannter E-Sportler. Zahlreiche Fans wohnten dem bei. Die spielbar-Jugendredaktion über den Stellenwert von E-Sport Großevents in der Gamer Community .











Bild: Full house (c) ESL

Türsteher kontrollieren die Eingänge. Lange schwarze Vorhänge verhüllen den Blick in das Innere. Auf der diesjährigen gamescom gibt sich die Electronic Sports League (kurz: ESL) sehr exklusiv. Dies hat aber auch seinen Grund: der Ansturm ist enorm. Die Stühle sind schon längst alle besetzt, die Zuschauer sitzen bereits vier Reihen vor den Sitzplätzen auf dem Boden. Alle starren gebannt auf die große Leinwand, es läuft ein Match in dem Xbox Spiel „Halo“ - als sich die beiden Kontrahenten auf der Karte begegnen wird es kurz still. Kurze Zeit später steht der Sieger fest – tosender Applaus. Und das alles für ein Computerspiel. Diese Art von Events sind mittlerweile keine Seltenheit mehr. Turniere werden live von hunderten von Leuten verfolgt, Konzerthallen werden gefüllt, Kinosäle besetzt. Doch welchen Stellenwert nehmen solche Großevents in der E-Sport-Szene ein? Wir haben uns mit Adrian Weiß, PR-Manager der „Turtle Entertainment GmbH“ unterhalten..

Turtle Entertainment ist das Unternehmen hinter der „Electronic Sports League“, eine der größten E-Sports-Ligen der Welt und hat seinen Sitz in Köln. Auf die Frage, welchen Stellenwert die Offline-Events der ESL haben, antwortet Weiß deutlich: „Enorm wichtig! Solche Veranstaltungen haben einen sehr großen Stellenwert für den E-Sport.“ Mit Ihnen präsentiere sich die ESL in der Öffentlichkeit, abseits der eigentlichen Heimat, dem Internet, so Weiß. Der E-Sport sei ein Feld, in dem noch eine Menge Potential steckt, das aber auch noch viel Aufklärungsarbeit erfordert. In Deutschland ist er bei weitem nicht allen ein Begriff, viele verstehen das Computerspielen nicht als ernstzunehmende Aktivität, mit der sich sogar gutes Geld verdienen lässt. „Gerade solche Großevents haben das Potential, den E-Sport an die Öffentlichkeit zu tragen und ihn den Leuten näher zu bringen“, so Weiß. Daneben gibt es aber auch noch die soziale Komponente: Spieler treten sich real gegenüber und nehmen sich nicht nur über den Computer wahr. Events sind Treffpunkte für Spieler um zusammenzukommen und um das Hobby gemeinsam im großen Rahmen zu erleben.

Im letzten Jahr konnte die ESL auf der gamescom insgesamt über 180.000 Besuche verzeichnen. Ein Indiz dafür, dass solche Events immer mehr Menschen begeistern. Dazu kamen acht Streams, die das Geschehen live in mehreren Sprachen ins Internet übertragen haben. Neben dem eigentlichen Kerngeschäft, den Online-Ligen, bilden diese Events einen großen Teil der Arbeit von Turtle-Entertainement. Mit Partnern in 14 EU-Ländern steht die ESL im Lizenz-Geschäft: sie unterstützen den Aufbau und die Strukturierung von Online-Ligen, Helfen im Betreuen von Communitys. In Deutschland sind sie Veranstalter von zehn Events, davon alleine vier in Köln. Dabei sind nach wie vor die klassischen Spiele beliebt: Counter-Strike Source und 1.6 und dem Broodwar-Nachfolger „Starcraft 2: Wings of Liberty“. Dazu kommt das relativ neue Spiel „League of Legends“ (LoL). „Unser Interesse ist es auch, dass wir die Events auch in Teilen Deutschlands anbieten, in denen sie momentan noch nicht zu finden sind. In Köln scheint der Markt mit vier Veranstaltungen pro Jahr vorerst einigermaßen gesättigt zu sein“, so Weiß.

Einen Ausblick auf die Zukunft der ESL gibt Adrian nur in einem Punkt: „Wir wollen die ESL weiter öffnen und somit für Casual-Gamer zugänglicher machen“. Neben den Events stehen also zunehmend die Online-Ligen im Mittelpunkt. Mit einem frisch eingeführtem Match-Making-Tool soll es Gelegenheits-Spielern einfacher gemacht werden, mitzumachen. Trotzdem sind die Events unverzichtbar – sie bilden den Schnittpunkt zur Öffentlichkeit und belegen deutlich, dass E-Sport mittlerweile eben doch eine etablierte und ernstzunehmende Tätigkeit ist, die über eine große Community und ein enormes Publikum verfügt.

Weiterführender Link

spielbar-Jugendredaktion
Platzhalter
Dieser Artikel wurde verfasst von:

2 Kommentare

Michael Grunewald schreibt:

Schön, dass das mt Adrian Weiß so gut geklappt hat und ich euch da helfen konnte.
Den Artikel finde ich super geschrieben, hätte ich eine Zeitschrift, ich würde euch engagieren! Und für eure Vereinsarbeit wünsche ich euch alles Gute!
Michael

19.08.2011 um 09:54
total-verpLANt auf der gamescom 2012 : schreibt:

[...] Jahr haben Dennis (Mitautor unseres Blogs) und Martin (Sponsorenbeauftragter und Turnierorga) Adrian Weiß von Turtle Entertainment GmbH zum Thema eSports und Offline-Events interviewt. Dieses Jahr wollten Martin und ich jedoch mehr ins Detail gehen und haben uns auf das neue [...]

09.09.2012 um 22:10


Schreib einen Kommentar

* Pflichtangaben