Cloud Gaming

Schwerelos auf der digitalen Wolke

17.11.2011
Beim Cloud Gaming kommt das Spiel direkt aus dem Internet. Das spart unnötige Installationen und macht unabhängig. Attraktiv für Gamer ist auch die Aussicht, den Service auf mobilen Endgeräten nutzen zu können. Das Prinzip der Cloud kann aber auch außerhalb von Computerspielen sehr nützlich sein.

Gaming wird zunehmend unabhängig von Ort und Zeit. Mittlerweile spielt auch die technische Ausstattung eines jeden Gamers kaum noch eine Rolle. Möglich ist das über sogenannte „Clouds“ (übersetzt „Wolke“), ein oder mehrere externe leistungsfähige Server, die sich prinzipiell überall auf der Welt befinden können. Mit denen werden komplette Spielwelten berechnet und anschließend auf den heimischen PC gestreamt. Das heißt, Spiele müssen nicht mehr installiert werden und können ganz unabhängig von der Hardware des eigenen Computers gespielt werden. Es reicht eine kleine Empfängerbox sowie eine stabile Breitband-Internetverbindung.

Die beiden ersten Anbieter für Cloud Gaming, OnLive und Gaikai, sind bereits erfolgreich gestartet. Gaikai CEO Perry hat auf seinem Blog einige Links zu Spieldemonstrationen online gestellt, die die Funktionalität des Services im Webbrowser des PC demonstrieren. Wer es einmal ausprobieren möchte, kann beispielsweise Die Sims 3, Spore und selbst Mass Effect 2 anspielen.

Cloud Gaming mobil









Bild: technisch anspruchsvolle Spiele wie Assassin’s Creed lassen sich mit OnLive bald auch auf dem iPad spielen © toucharcade.com

Auf der Electronic Entertainment Expo (E3), der Messe für Computer- und Konsolenspiele hat Onlive nun einen Tablet-Client vorgestellt, mit dem sich sämtliche Spiele auch auf auf iOS- und Android-Systemen streamen lassen. Die Steuerung erfolgt dabei wahlweise über das berührungssensitive Display der Geräte oder über einen Hardware Controller. Dieser ist vergleichbar mit herkömmlichen Controllern für stationäre Konsolen und wird über Bluetooth mit dem Tablet verbunden. Im Herbst soll die Software offiziell auf dem Markt erscheinen.

Auch Konkurrent Gaikai wird laut eigenen Angaben zukünftig Clients für mobile Endgeräte anbieten. Im Gegensatz zu OnLive will sich Gaikai aber nicht nur auf Tablets beschränken sondern auch Handybesitzer ermöglichen, den Dienst in Anspruch zu nehmen.

Computerspielen wird dank Cloud Gaming also noch mobiler und unabhängig von Ort und technischen Gegebenheiten. Mit der Ausweitung des Service von Cloud Gaming-Anbietern auf mobile Endgeräte werden auch Handygames grundlegend verändert.

Kleiner Exkurs: Bildungsclouds in der Schule

Die Möglichkeiten, die sich mit der „Cloud“ bieten sind übrigens vielschichtig und gehen auch über das Gaming hinaus. In der Integrierten Gesamtschule (IGS) Roderbruch in Hannover beispielsweise wird das Prinzip des Cloud-Computing bei Schülerinnen und Schülern angewandt. Sie erhalten einen virtuellen Arbeitsplatz und können so in der Schule oder zu Hause bequem per Smartphone auf Hausaufgaben, Gruppenarbeiten und ähnliches zugreifen. Möglich macht das die von der Landesregierung Niedersachsen im Jahr 2000 ins Leben gerufene Initiative „mobiles lernen-21“.
Auch in Schulen anderer Bundesländer ist die „Cloud“ wichtiger Bestandteil des Unterrichts. Zum Beispiel mit dem Pilotprojekt Mathematik 365, einer Plattform, die digitale Inhalte zum Mathematikunterricht bereit stellt. Die Nutzung der Plattform ist für Schulen kostenlos. Der „Cloud-Service“ ermöglicht ortsunabhängiges und paralleles Arbeiten im Webbrowser. Die Arbeit in Projektgruppe kann so erleichtert werden. Wer Stunden im Unterricht aufgrund von Krankheit oder ähnliches verpasst hat, kann hier schnell wieder das fehlende Wissen aufarbeiten.

In der Bildungscloud steckt viel Potential. Mit ihrer Hilfe lassen sich auch mediale Angebote, wie Lernspiele, problemlos in den Unterricht integrieren. Der Erfolg einer solchen, digitalen Wolke hängt allerdings stark von ihrer Umsetzung ab. Eine gut ausgebaute schulische IT-Infrastruktur ist Vorraussetzung.

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Online Distribution: Games on Demand
Anne Sauer
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