Jeder 4. Deutsche spielt online

03.05.2011
Online- und Browserspiele sind so beliebt wie nie. Aktuellen Marktzahlen zufolge spielen 14,5 Millionen Menschen in Deutschland im Internet. Das sind 17 Prozent mehr als im Jahr zuvor. In punkto Jugendschutz gibt es dagegen noch immer Handlungsbedarf.

Jeder 4. Deutsche über zehn Jahren spielt Online- beziehungsweise Browserspiele. Das geht aus den aktuellen Marktzahlen des Bundesverbands für interaktive Unterhaltungssoftware e.V. (BIU) hervor. Innerhalb eines Jahres stieg die Zahl der Online-Spielenden in Deutschland von 12,4 Millionen auf 14,5 Millionen.










Umsätze und Nutzer von Online- und Browsergames steigen (c) BIU
Besonders beliebt sind Browserspiele, die keine vorherige Programminstallation benötigen. 11,3 Millionen Menschen spielen regelmäßig Browserspiele. Bekannte Vertreter sind hier beispielsweise das Strategiespiel „Die Siedler Online“ und die simulierte Farmpflege „Farmerama“. Auch Social Games wie „Farmville“, „City Ville“ oder „Mafia Wars” gehören zu beliebten Browserspielen.
Onlinespiele dagegen spielen nur 5,6 Millionen Menschen. Hierzu zählt der BIU Spiele, die hauptsächlich online gespielt werden aber zunächst einer Programminstallation bedürfen. Auch Spiele, die über einen Online-Mehrspielermodus verfügen fallen in diese Kategorie. Beliebteste Vertreter sind hier nach wie vor die bekannten Online-Rollenspiele „World of Warcraft“ und „Guild Wars“ sowie die Ego-Shooter Counter-Strike“ und „Call of Duty“.









Der durchschnittliche Spielende im Internet ist Mitte Dreißig (c) BIU

Das durchschnittliche Alter der Online-Spielenden liegt bei 34 Jahren, bei den Browser-Gamern bei 36 Jahren. Online- und Browserspiele sind sowohl bei Frauen als auch bei Männern beliebt. Während bei Onlinespielen der Anteil männlicher Spielender mit 58 Prozent etwas überwiegt, sind es bei den Browserspielen mit 51 Prozent knapp die weiblichen Spielenden. Deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede zeigen sich jedoch beim käuflichen Erwerb „Virtueller Zusatzinhalte“. Dazu zählt der BIU etwa neue Charaktere, virtuelle Waffen oder zusätzliche Spiele-Levels. Hier sind es mit 67 Prozent vor allem die Männer, die Geld ausgeben.

Der Trend zum Online-Gaming hält damit weiterhin an. Ebenso wie die Diskussion um die fehlende Alterskennzeichnung von Spielen im Internet. Spiele, die nicht auf einem Datenträger, wie einer CD oder DVD, erscheinen, fallen nicht in den Zuständigkeitsbereich der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK). Dementsprechend erhalten sie auch keine Alterskennzeichnung. Eine schon für sicher geglaubte Neufassung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages (JMStV) sollte die Problematik beheben, scheiterte aber Ende 2010 am Nordrhein-Westfälischen Landtag. Es bleibt also abzuwarten, ob und welche Regelung sich hier zukünftig finden lässt.

Hintergrund der Marktzahlen

Zur Erhebung der Marktzahlen beauftragt der BIU seit 2008 regelmäßig eine repräsentative Befragung zu Spielgewohnheiten im Internet. Stichprobenartig werden dazu jedes Jahr zirka 25.000 in Deutschland lebende Personen über 10 Jahren befragt. Die aktuellen Marktzahlen beziehen sich auf die Erhebung im Frühjahr 2011.

Weiterführende Links

12,4 Millionen Deutsche spielen online

Social Games – Die Community als Spieleplattform

Free2play auf dem Vormarsch

Neufassung Jugendmedienschutz-Staatsvertrag

Weblinks

Bundesverband für interaktive Unterhaltungssoftware (BIU)

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