KIM-Studie 2010

Was Kinder spielen

16.04.2013
Die KIM-Studie liefert regelmäßig verlässliche Daten zur Rolle der Medien im Alltag von Kindern. Den Computerspielen widmet die aktuelle Studie nun auch ein eigenes Kapitel. Gespielt wird demnach mehr auf tragbaren Konsolen als auf dem PC.


Rund 1.200 Kinder im Alter von sechs bis 13 Jahren und deren Elternteile wurden im Frühsommer 2010 zum Mediennutzungsverhalten befragt. Die Ergebnisse erschienen kürzlich mit der KIM-Studie 2010 (Kinder + Medien, Computer + Internet).

Zwei Drittel der Befragten gaben an mindestens einmal pro Woche zu spielen. In Bezug auf die Nutzungsdauer bleiben ein Fünftel im Durchschnitt unter einer halben Stunde pro Tag. 38 Prozent spielen zwischen einer halben und einer ganzen Stunde täglich, ähnlich viele, nämlich 37 Prozent, spielen länger. Tendenziell nehmen Spielzeiten mit zunehmendem Alter zu. Eine exzessive Spieldauer, laut Autoren eine Spielzeit von mehr als drei Stunden täglich, findet sich erst bei den ab-zehn-jährigen Kindern.

Gespielt wird am häufigsten auf tragbaren Handheld-Konsolen wie PlayStation Portable (PSP) und Nintendo DS . An zweiter Stelle folgen stationäre Konsolen wie Xbox , PlayStation oder Wii und erst dann werden PC-Spiele genannt. Bei der Frage nach dem, was gespielt wird, zeigt sich deutlich der Einfluss anderer Medien auf die jungen Spielenden. So wurden neben „FIFA“ und „Die Sims“ auch die im TV/Kino vermarkteten „Pokémon“ und der durch die Bücher- und Filmreihe bekannte „Harry Potter“ genannt.

Aufklärungsbedarf?!

In punkto Jugendschutz gaben drei Viertel der jungen Befragten an, die Alterskennzeichen der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) schon einmal bemerkt zu haben. Dennoch haben laut eigenen Aussagen zwei Fünftel von ihnen bereits Spiele gespielt, für die sie eigentlich noch zu jung waren. Vier Prozent bestätigten sogar auf Nachfrage, dass sie bereits Spiele gespielt haben, die ihnen Angst gemacht haben.
Ein möglicher Grund dafür geht aus den Ergebnissen der Elternbefragung hervor. Demnach geben 22 Prozent der Haupterziehenden an, noch immer nicht mit den Alterskennzeichen vertraut zu sein, obwohl ihre Kinder aktiv spielen. Die Mehrheit der Erziehungsberechtigten, deren Kinder digital spielen, hat entweder nur vereinzelt (24 Prozent) oder keines der Spiele (43 Prozent) ihrer Kinder einmal selbst angespielt. Hier gibt es offensichtlich noch weiteren Informationsbedarf bei Eltern.

Über die KIM-Studie

Der Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (MPFS) führt im Rahmen einer Langzeitstudie seit 1999 regelmäßig Basisuntersuchungen zum Mediennutzungsverhalten von Kindern zwischen 6 und 13 Jahren durch. Die Ergebnisse werden der Öffentlichkeit kostenfrei zur Verfügung gestellt. Neben Musik, Fernsehen und Büchern stehen Computer, Internet und Handy im Fokus der Befragung. Den Computer-, Konsolen- und Onlinespielen wird erstmals auch ein separater Themenabschnitt gewidmet.
Eine ausführlichere Auflistung aller Ergebnisse sowie die vollständige Studie sind auf den Seiten des Forschungsverbunds zu finden.

Weiterführende Links

KIM Studie 2008 – Kinder und Computerspiele

JIM-Studie 2010 – Was Jugendliche Spielen

Weblink

Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest

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